Auf dieser Seite gibt’s alle Details rund um unseren sechsten Sud vom Frühsommer 2026, unser zweites alkoholfreies Freubier, von dem wir 4.000 Liter (also 8.000 Flaschen) mit der Privatbrauerei Gut Forsting eG gebraut haben!
Die weiteren Hintergründe, Vision und Geschichte des Projekts Kartoffelkombinat-Bier findet ihr hier.
Alkoholfrei erobert auch dieses Jahr die meisten Genoss*innen-Herzen!
Schon zu Beginn des KK-Bier-Projekts im Jahr 2021 wünschte sich mehr als die Hälfte der befragten Genoss*innen ein alkoholfreies Bier, aber das herzustellen ist gar nicht so einfach. Da auch unsere Partnerbrauerei Gut Forsting eG in dem Thema bislang keine Erfahrung gehabt hatte, haben wir uns dann für unser allererstes alkoholfreies Bier 2025 ausnahmsweise mit der Simsseer Brauerei & Steiner Bier zusammengetan. Dabei kam ein sehr leckeres, erstes „Freubier“ raus! Leider gab’s aber im Brauprozess diverse Komplikationen (mehr dazu siehe Sud No. 5) und war in vielerlei Hinsicht noch aufwändiger als sonst. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass unsere angestammte Partnerbrauerei Gut Forsting sich in der Zwischenzeit selbst in Sachen „Alkoholfrei“ weiterentwickelt hat! Somit war klar: 2026 können wir unser Bier wieder mit Gut Forsting brauen – egal ob mit oder ohne Alkohol, denn nun können sie endlich beides!
In unserer Mitgliederumfrage im März 2026 zeigte sich dann schnell: auch dieses Jahr ist ein alkoholfreies Bier deutlich gefragter als eins mit Alkohol (Einblick in die Auswertung hier). Das war der Startschuss für die Neuauflage des Freubiers vom letzten Jahr, diesmal also mit Gut Forsting!
Sorte: „Freubier“
Nach Brotzeitbier und Sommerfestbier haben wir letztes Jahr also unsere dritte Sorte konzipiert: das alkoholfreie – seit 2021 mit langer Vorfreude erwartete – Freubier! Anhand der weiteren Umfrage-Ergebnisse 2025 haben wir dann eine Rezeptur ausgetüftelt, die möglichst vielen von uns schmeckt. Ein naturtrübes alkoholfreies Kellerbier, schön vollmundig, leicht karamell-malzig und unsere geschätzten fein-fruchtigen Hopfensorten Ariana und Callista sollten auch wieder eine tragende Rolle spielen, wie in den vorherigen Bieren.

Sud No. 5 vs. Sud No. 6
Wegen des Brauereiwechsels mussten wir 2026 auch unsere Freubier-Rezeptur nochmal überarbeiten, denn durch die größere Brauanlage bei Forsting sowie generell etwas andere Brauprozesse als bei Simsseer konnten wir unser letztjähriges Rezept nicht genau so nachbrauen (… das hätten wir aber sowieso in jedem Fall nicht gekonnt, weil ja letztes Jahr notfallmäßig sogar noch ein anderes Bier dazugemischt wurde, wie gesagt, Komplikationen …).
Während das letztjährige Sud No. 5 Freubier sehr vollmundig und süßlich war (ein Mitglied hat es mal als „die beste Hopfenlimo aller Zeiten“ beschrieben), ist das diesjährige Freubier etwas weniger süß und schlanker im Gesamteindruck. Das kommt durch die etwas niedrigere Stammwürze von 6 °P (also weniger Malz und daraus resultierende Zucker) als letztes Jahr mit 7 °P und war wichtig, um nicht aus Versehen doch zu viel Alkohol ins alkoholfreie Bier reinzubringen, wie es letztes Jahr bei dem höheren Malzgehalt passiert ist. Auch das Hopfenaroma war in unserem ersten Freubier sehr intensiv fruchtig & wuchtig. Dieses Jahr ist es nun zurückhaltender, da die Kalthopfung technisch nur mit Einschränkungen möglich war, aber dennoch sind die fruchtigen Noten von Mango, Ananas und Beeren deutlich erkennbar.
Und da scheiden sich nun die Geister: So manch eine*r vermisst die süße Frucht-Wucht von letztem Jahr, andere mögen den diesjährigen Sud aber gerade deswegen lieber, weil er jetzt erfrischender und süffiger zu trinken ist und es insgesamt mehr nach Bier schmeckt. Und noch andere meinen gar keinen Unterschied bemerkt zu haben. Viele Mitglieder bedeutet eben auch viele verschiedene Geschmäcker! Die diesjährige Freubier-Rezeptur hat dann jedenfalls ganz komplikationsfrei geklappt im Brauvorgang und kann für zukünftige Freubiere reproduziert bzw. weiter verfeinert werden!
Wie braut man nun eigentlich alkoholfrei?
- Man braut ein Bier mit niedriger Stammwürze, d.h. man verwendet weniger
Malz als in „klassischem“ Bier, dadurch ist auch von Anfang an weniger vergärbarer Malzzucker im Jungbier enthalten. - Zur Gärung wird eine Spezialhefe verwendet, die darauf trainiert ist, so wenig Alkohol wie möglich zu produzieren.
- Der Gärungsprozess wird außerdem schon nach viel kürzerer Zeit gestoppt als beim klassischen Bier (nach 1-2 Tagen, statt wie sonst die Gärung in ein bis zwei Wochen bis zum Schluss laufen zu lassen).
Daher spricht man hier auch von „gestoppter Gärung„. Das Stoppen funktioniert zunächst durch sehr starkes Herunterkühlen auf um die Null Grad (dann fällt die Hefe sozusagen in einen Kälteschlaf) und dann beim Abfüllen muss das Bier per Pasteurisation kurz erhitzt werden, damit die Hefe nach dem Abfüllen nicht nochmal aufwacht und die restlichen enthaltenen Zucker vergärt. Durch die leichte und kurze Gärung kann das Bier dann einen geringen Gehalt von maximal 0,5 % vol. Alkohol enthalten – diesen Hinweis kennt man ja.
Exkurs: 0,0% vol. (wie man es auch manchmal bei alkoholfreien Bieren sieht) bekommt man nur, wenn man einem „normalen“ Bier im Nachhinein den Alkohol durch aufwändige technische Verfahren entzieht, aber das schmeckt dann tendenziell auch recht „leer“ – daher war für uns die gestoppte Gärung für uns die richtige Wahl.
Partnerbrauerei Gut Forsting eG
Seit 2022 haben wir uns für’s Brauen mit der Brauerei Gut Forsting eG in Forsting zusammengetan. Die seit über hundert Jahren genossenschaftlich organisierte Brauerei liegt östlich von München (zwischen Ebersberg und Wasserburg am Inn, praktischerweise direkt neben dem Bahnhof Forsting). Natürlich auch biozertifiziert und das Team hat auch schon lange Erfahrung im „Auftragsbrauen“ von anderen Rezepte mit externen Partner, so wie es bei uns auch der Fall ist. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen mag: 2022 haben wir den kompletten Brau-Prozess des Brotzeitbiers in der kurzen Brau-Doku zum Sud No. 2 festgehalten. Dieses Jahr im Herbst planen wir auch wieder einen Mitglieder-Ausflug in die Brauerei!
Was steckt drin?
Los geht’s mit dem Malz

Welche Farbe ein Bier hat, ist abhängig vom Malz: Wir haben zum größten Teil das etwas kräftigere Münchner Malz sowie helles und dunkles Karamellmalz so dosiert, dass am Ende diese helle Bernstein-Farbe rauskommt. In der Bier-Fachsprache: 17 EBC (das ist die internationale Einheit um Bierfarbe zu beschreiben). Die Malzmischung beeinflusst aber nicht nur die Farbe, sondern auch den Geschmack – nämlich wie malzig, vollmundig und süßlich es am Ende schmeckt. Um trotz des reduzierten Malzgehalts das Mundgefühl vollmundiger zu machen, haben wir diesmal auch einen kleinen Anteil Weizenmalz dazugegeben.
Malz wächst übrigens nicht einfach so auf dem Feld, sondern dazu muss Getreide „vermälzt“ werden. Gut Forsting eG bezieht ihr Bio-Malz über die beiden fränkischen Mälzereien Steinbach und Scheuma. Am liebsten würden wir natürlich Gerste verwenden, die von uns oder einem Partnerbetrieb stammt. Das geht aber nicht so einfach, denn die Gerste muss dann ja auch noch vermälzt werden. Die Mindestmengen für so eine Lohnvermälzung liegen bei einigen Tonnen. Das geht also nur, falls wir uns irgendwann tatsächlich ganz regelmäßig mit Bier versorgen wollen und zudem die Möglichkeit haben, große Mengen Malz zu lagern und zu transportieren.
Fruchtige Aromahopfen aus Franken: Ariana & Callista

Weiter geht’s mit dem Hopfen, den wir auch diesmal wieder vom fränkischen Biohof Eckert bekommen konnten, einem Pionier im Biohopfen-Anbau, über den wir bei Sud No. 4 schon ausführlicher geschrieben hatten. Hopfen beeinflusst den Biergeschmack in zwei Dimensionen: er macht das Bier einerseits bitter und kann andererseits auch fruchtige, harzige, würzige oder blumige Aromen mit reinbringen.
Gerade bei alkoholfreiem Bier, das durch die kurze Gärung einiges an Restsüße mitbringt, muss die Bitterkeit anders dosiert werden. Wir haben für unser Rezept eine Bittere von ca. 25 IBU (International Bitter Units) angestrebt. Das ist bitterer als unsere letzten Biere, fällt aber aufgrund der zusätzlichen Süße viel weniger auf.
Beim Thema “Hopfenaroma” sind unsere Vorlieben in der Genossenschaft breit gestreut. Viele mögens sehr hopfenaromatisch, andere eher mild. Gerade beim alkoholfreien kann eine deutliche Hopfenaromanote das „Fehlen“ des Alkohols gut auffangen, daher haben wir wieder kaltgehopft, d.h. nach der Gärung im Lagertank noch Hopfen dazugegeben. Das sorgt dafür, dass die aromatischen Stoffe ins Bier gelangen, aber kaum Bitterkeit. Wie schon seit dem Sommerfestbier Sud No. 4 sind die beiden Hopfensorten „Ariana“ und „Callista“ dabei! Ariana schmeckt nach süßen Früchten wie Mango, Ananas, Birne oder Quitte. Callista gesellt sich dazu mit: Erdbeere, Passionsfrucht, Karamell, Aprikose und einem Hauch Kiefer. Merkt Ihr’s? Vielleicht nochmal riechen, einen Schluck nehmen und danach durch die Nase ausatmen.
„Anstich“ & Blindverkostungen auf dem Hoffest
Große Premiere feierte Sud No. 6 auf dem Hoffest in unserer Gärtnerei am 14. Juni 2026. Als Mitmach-Aktion konnte man außerdem bei Blindverkostungen der AG Bier dabei sein, in denen unter sechs verschiedenen ausgeschenkten Biere unser diesjähriges Freubier herausgeschmeckt und alle Biere bewertet werden sollten.
Ausgeschenkt wurde ausschließlich alkoholfrei: natürlich das frische Freubier, im Vergleich dazu auch das letztjährige Freubier, das alkoholfreie Weißbier Mit Øhne von Tilmans Biere, das Riedenburger Ur-Dinkel und von der Nittenauer Brauerei das alkoholfreie IPA Le Chauffeur und Coffee Porter.
Fazit aus der Blindverkostung: Ein Kartoffelkombinat-Bier im Stil eines tierfschwarzen Coffee Porter würde wahrscheinlich keine Mehrheit unter den Mitgliedern erzielen. Der stark röstige und bittere Kaffee-artige Geschmack ist dann doch für die meisten zu speziell. Mit unseren Freubieren sind wir dem „gemeinschaftlichen Geschmack“ schon viel mehr auf der Spur – kein Wunder, die Rezepte haben wir ja auch auf Basis von vielen hundert Umfrage-Antworten entwickelt!
Wie schmeckt er Dir, unser Sud No. 6?
Natürlich interessiert uns brennend, wie euch Sud No. 6 schmeckt! Geschmackliches Feedback sammeln wir in unserer Community.
Kein Bier zum Aufheben …
Vorneweg: Bier kann im Prinzip gar nicht „schlecht“ werden, auch wenn man es ein paar Jährchen aufhebt. Aber: Bier sollte in der Regel trotzdem frisch genossen (und dunkel gelagert!) werden! Unser Bier ist naturtrüb und nicht filtiert – das macht es geschmackvoller als ein blank filtriertes Bier. Durch die beim Alkoholfreien nötige Pasteuristation ist es zwar ein bisschen „geschmacksstabiler“, als unsere letzten, unpasteuristierten Biere. Doch v.a. der Hopfengeschmack verändert sich im Laufe der Zeit und nimmt über die Monate tendenziell ab. Wenn man den frischen Geschmack also voll genießen will, ist es also empfehlenswert es bis zum Jahreswechsel 2026/27 auszutrinken.
Ausgetrunken – und jetzt?
… Leergut bitte zurück zu uns und nicht irgendwo im Handel zurückgeben! Normalerweise läuft es im Getränkehandel so: Verschiedene (Getränke)Großhändler holen Bier bei den Brauereien ab und liefern es an ihre Kundschaft (Läden). Die Läden nehmen das Leergut danach wieder an, der Großhändler nimmt das zurückgekommene Leergut mit und bringt es zur entsprechenden Brauerei, wo es wiederbefüllt wird. Da unser Bier aber gar nicht im „öffentlichen Handel“ ist, müssen wir die Rolle des Leergut-Einsammlers selbst übernehmen. Bringt uns also bitte die Kästen wieder zurück, möglichst befüllt mit leeren Flaschen (dürfen auch andere Marken als KK-Bier sein, solange es dieselbe Flaschenform ist). Die ausgewiesenen Leergut-Abstellpunkte können unsere Mitglieder nach dem Einloggen hier nachsehen.


