Bereits der Begriff ist ein Ungetüm. Und auch die Planung, sowie die Umsetzung sind etwas komplexer, als ursprünglich gedacht. Ein Update zum Wasserbecken:

Was auf den ersten Blick nur wie ein (sehr) großes Baggerloch wirkt, ist in Wahrheit eine unserer wichtigsten Klimawandelanpassungen im Kartoffelkombinat. 5.000 Kubikmeter Regen- und Gemüsewaschwasser soll das Becken künftig fassen – das entspricht dem Volumen von etwa 25.000 prall gefüllten Badewannen.

Die Notwendigkeit dieses Projekts liegt auf der Hand: Da unser eigener Grundwasserbrunnen in Spielberg leider seit 2019 quasi leer ist bzw. auch die Nachfließmenge zu gering ist, mussten wir den signifikanten Gießwasserbedarf bisher teuer mit kommunalem Leitungswasser decken. Das kostet nicht nur viel Geld, sondern wir treten damit bei zunehmend längeren Trockenperioden in eine Wasserkonkurrenz mit der ansässigen Bevölkerung. 

Der Weg zum eigenen Speicher war jedoch ein echter Krimi, der uns planerisch und in der Umsetzung auf Trab gehalten hat:

Die Komplexität: Von wegen, Loch baggern, Folie rein, Zulauf legen, Pumpe und Bewässerungsleitung installieren. Da wir jetzt schon doppelte Strukturen haben (Niederdruck für die GWHs und Hochdruck fürs Freiland), brauchen wir auch redundante Pumpen und Leitungen aus dem Becken raus. Außerdem müssen wir verdrecktes Wasser von den Wegen und das Gemüsewaschwasser noch durch zwei Absetzbecken leiten und vom sauberen Dachflächenwasser getrennt halten. Der Leitungsplan kann es nahezu mit dem Streckenplan der Pariser Metro aufnehmen …

Die Wasserironie: Kaum wurde aus dem Schnee Anfang März Regen, zeigte das Becken, was es kann und füllte sich etwas. Das Problem dabei: Wir konnten nicht weiterbaggern. Also auspumpen und weiterbauen, damit dann wieder Wasser rein kann, das wir dann wieder rauspumpen. 😉

Damit wir bald „Wasser marsch!“ sagen können, fehlt noch ein entscheidender Schritt: das Auslegen der riesigen Spezialfolie. Da das ein echtes Gemeinschaftsprojekt wird, planen wir dazu eine Mitmach-Aktion. 

Die Ausmaße des Auffangbeckens
Daniel ganz klein
Wasserbecken mit Wasser – leider aber viel zu früh!
Das Trio für die Zukunft:
Warum eins ohne das andere nicht funktioniert

Was Ihr oben über unser Wasserbecken gelesen habt, ist der (buchstäblich) tiefgreifendste Teil eines viel größeren Plans. Damit wir als Genossenschaft wirklich zukunftssicher werden, haben wir unsere Infrastruktur in einem aufeinander abgestimmten Gesamtkonstrukt aus drei Säulen neu gedacht.

Hier ist der Überblick für alle, die tiefer in unsere Strategie eintauchen wollen:

  • Säule 1: Sonnen-Power & Unabhängigkeit (PV-Anlage)
    Mit einer 50-kWp-Anlage (durch den Wechselrichter auf 30 kWp gedrosselt) und einem 60-kWh-Batteriespeicher decken wir unseren täglichen Bedarf zum Großteil selbst – und zwar genau dann, wenn wir am meisten Energie benötigen: für Wasserpumpen und die Kühlungen im Sommerhalbjahr.

  • Säule 2: Ressourcen schonen & Team-Wohl (Energetische Sanierung)
    Statt Abriss und Neubau haben wir uns für die nachhaltige Sanierung des Bestandsgebäudes zum „Effizienzhaus 40“ entschieden. Das bedeutet: Der Primärenergiebedarf liegt künftig bei nur noch 40 % eines Standard-Neubaus. Eine Wärmepumpe ersetzt die alte Ölheizung komplett. Gleichzeitig haben wir endlich einen hellen, warmen Aufenthaltsbereich und barrierefreie Sanitäranlagen für unsere Gärtner*innen geschaffen, die das ganze Jahr draußen für unsere Ernteanteile alles geben.

  • Säule 3: Das Wasser-Finale (Regenwasserbecken)
    Wie oben beschrieben, sichert uns das Becken die Wasserverfügbarkeit.

  • Fazit: Ein geschlossener Kreislauf Erst durch das Zusammenspiel dieser drei Projekte werden wir nahezu wasser- und energieautark. Wir nutzen den Sonnenstrom für die Pumpen, die das gesammelte Regenwasser auf die Felder bringen, und heizen unser saniertes Gebäude klimafreundlich ohne fossile Ressourcen.

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