Hermines Familienküche

Wer schon öfter mit Kindern am Esstisch saß, könnte die folgenden Szenen kennen: Lustloses Herumgestochere, Aussortieren von Zutaten, Nörgeln über Konsistenz bis hin zur vollständigen Verweigerung. Hinzu kommt, dass Gemüse, das Kinder mögen, in der Regel eher einen neutralen bis süßlichen Geschmack hat, bei bitter oder erdig wird es oftmals schwierig.

Das kennt auch unser Mitglied Hermine, die zwei kleine Kinder hat (6 und 2 Jahre). Anfangs war es für sie sehr aufwendig, zum Ernteanteil passende Rezepte zu finden, die allen schmeckten. Das lag teilweise am gänzlich unbekannten Gemüse in der Kiste (Schwarzwurzel, Agretti, Postelein…), aber auch an den in saisonalem Gemüse enthaltenen Geschmacksnoten. Ihr war es besonders wichtig, dass das Gemüse aus den Ernteanteilen von Groß und Klein gegessen wird – schließlich sollten auch die Kinder von den gesunden Nähr-/ und Pflanzenstoffen profitieren. Außerdem wollte sie keine (vegetarische) Extrawurst für Einzelne zubereiten, sondern eben nur ein Gericht kochen für alle, die mitessen.

Hermines Anspruch war dabei, dass die Gerichte ihrer Familie nicht nur „okay“ schmeckten, sondern allen am Tisch wirklich „gut“. Dieser Umstand führte dazu, dass immer mehr (Kinder-)Freund*innen und deren Eltern begeistert an ihrem Esstisch saßen und nach ihren Rezepten fragten. Nach einiger Zeit entstand dann die Idee, ein Kochbuch zu erstellen, mit familien- und kindergerechten, saisonalen und einfachen Rezepten. Denn als berufstätige Mama ist es ihr wichtig, den Aufwand beim Kochen und Abspülen 🙂, so gering wie möglich halten und die Kinder ohne Druck altersgerecht miteinzubeziehen. Dazu gehört z.B. die Begegnung mit dem „Rohstoff“ Gemüse, aber auch das Anrichten der Speisen für Kinder.

Natürlich gibt es bereits saisonale Kochbücher, doch Hermine findet nur wenige, in denen der Großteil der Rezepte wirklich lecker und kindergerecht ist. Ihre Rezepte hingegen sind praxiserprobt, einfach zu machen und benötigen keine exotischen Zutaten.

Fast alle Gerichte basieren auf den Kartoffelkombinat-Ernteanteilen und werden durch einige wenige Zutaten, die es in jedem (Bio-)Supermarkt gibt, ergänzt. Um das Kochbuch Realität werden zu lassen, hat Hermine ein Crowdfunding auf Startnext gestartet. Ihr könnt dort durch eine Vorbestellung ihres Kochbuchs dafür sorgen, dass die Finanzierung ermöglicht wird:
https://www.startnext.com/saisonale-familienkueche

Happy Birthday to us

Diese Woche haben wir alle Geburtstag und werden 10 Jahre alt! Und als hätten wir’s geplant, zeigt die Übersicht  der Packlogistik für die KW 17 genau 2.222 Ernteanteile.

Wir hatten überlegt, eine edle Gala in Abendgarderobe zu veranstalten und eine aufwändige Jubiläumsschrift (mit Goldkante) rauszugeben … uns dann aber doch dagegen entschieden. 😉

Gründungsversammlung, 30.4.2012
Gründungsversammlung, 30.4.2012

Hach Leute, wir sind einfach unglaublich dankbar für den Weg, den wir zusammen gehen und damit ein kleines Mosaiksteinchen der Ernährungswende sein zu dürfen:

  • Rund 5.000 Menschen profitieren mittlerweile vom Kartoffelkombinat-Gemüse.
  • 2017 konnten wir gemeinsam eine westlich von München gelegene, ehemalige Baumschule kaufen, daraus eine eigene Naturland-Gemüsegärtnerei machen und damit von der „Zukaufs-SoLawi“ letztlich zu genossenschaftlichen Landwirt*innen werden.
  • Wir haben 40 sinnhafte Arbeitsplätze geschaffen …
  • … und bewirtschaften jetzt 30 ha Fläche extensiv biologisch, die zuvor konventionell  – teilweise in Monokultur – genutzt wurde.
  • Aber am wichtigsten: Gemeinsam erproben wir ein alternatives Modell zum vorherrschenden ausbeuterischen und Lebensgrundlagen vernichtenden aktuellen Wirtschaftssystem. Wir sind gemeinwohl- statt profitorientiert. Geld ist für uns dabei ein Werkzeug, kein Ziel (oder neudeutsch „Purpose“).

Was wir seit 10 Jahren mit dem genossenschaftlich organisiertem Kartoffelkombinat konkret machen und warum, hat Mitgründer & Vorstand Daniel in aller Kürze hier vorgestellt:

Und im Podcast der Solawi-Genossenschaften „etwas“ ausführlicher:

Auf die nächsten 10!

Zur Generalversammlung 2021 hatten wir unsere Mission als Statement verschriftlicht: 

Gemeinsam sorgen wir für Strukturen, die es ermöglichen, dass wir uns im Großraum München unserer Vision entsprechend versorgen können.
Hierfür schaffen wir in vergemeinschafteten Organisationen und durch ausgewählte Kooperationen notwendige Produkte und Dienstleistungsangebote des täglichen Bedarfs.
Dabei wollen wir kein Nischendasein führen indem wir „Szene“-Projekt sind, sondern wollen attraktiv für alle Menschen sein.

Damit wir unsere hehren Ziele in den nächsten Jahren weiter mit unverminderter Energie und Leidenschaft verfolgen können, haben wir eine Bitte an Euch: Helft mit, das Kartoffelkombinat weiter aufzubauen!

Denn wir haben noch viel vor:

  • Wir werden den bestehenden Betrieb und unsere Strukturen weiter optimieren.
  • Wir wollen die AG Bier verstetigen.
  • Wir sollten ein Regenwasserbecken bauen, um die Klimawandelfolgen (teilweise) kompensieren zu können, dafür brauchen wir zusätzliche Geno-Einlagen.
  • Wir wollen neue Ideen (z.B. Agroforst, Agri-PV) ausprobieren/testen, brauchen dafür weitere Eigentumsflächen, auf Pachtflächen können wir das leider nicht machen.
  • Wir wollen weitere Solidarmodelle entwickeln, sowohl im Rahmen der bestehenden Gemüseversorgung, aber gerne auch mit anderen Erzeugnissen und/oder in Kooperationen.

Ihr seht – das schönste Geschenk, das Ihr uns allen machen könnt, sind weitere Mitglieder und damit neue Möglichkeiten für das Kartoffelkombinat. Erzählt Euren Freund*innen, Arbeitskolleg*innen und am besten allen, die Ihr kennt, vom Kartoffelkombinat. 🙂

Lasst uns gemeinsam noch ein Stück wachsen – weil wir ein anderes (Land)Wirtschaftssystem brauchen.

Mitglieder beim freiwilligen Helfen auf einem unserer Äcker.
Mitglieder beim freiwilligen Helfen auf einem unserer Äcker.

Schon gewusst? Uns findet Ihr auch hier:
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Hilfsgüter für die Ukraine

Weil sich die Ereignisse überschlagen, haben wir uns entschlossen, ergänzend zu den allgemeinen Infos gestern, auch ganz konkret mit unserer Logistik die humanitäre Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine durch den Heimatstern e.V. zu unterstützen.
 
Das bedeutet …
  • wer sich beteiligen will, kann uns Sachspenden bringen.
  • bitte besorgt z.B. bei dm oder Rossman ausschließlich Dinge, die auf dieser Liste stehen oder vergleichbare Produkte, individuelle Kreativität ist in diesem Fall nicht gefragt (auch keine Kleidung, ja, wirklich nicht), außerdem gerne Schwarztee und/oder Zucker (den bekommen die Menschen, die v.a. auf der ukrainischen Seite tagelang warten und frieren).
  • bringt diese Hilfsgüter am Freitag bis 18 Uhr in unserem Büro (Daiserstraße 15, Rückgebäude) oder im Laufe der Woche in der Gärtnerei vorbei.
  • in Kooperation mit Heimatstern und Organisationen vor Ort (z.B. der Ukrainischen Kirche) sorgen wir dafür, dass die Hilfsgüter an lokale Hotspots in Polen, der Slowakei und auch direkt in die Ukraine gebracht werden.
Wir wissen, dass das jetzt alles sehr kurzfristig ist und bedanken uns schon jetzt bei allen, die sich beteiligen!
 

2015 an der EU-Außengrenze in Ungarn.

Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine

Als 2015 die Not entlang der „Balkanroute“ groß war, haben wir gezeigt, was wir als Gesellschaft leisten können. Jetzt ist es wieder an der Zeit.

Damals sammelten wir Sachspenden und sind mit unseren Transportern kurzer Hand über Wien und Budapest mehrfach an die EU-Außengrenze zwischen Ungarn und Serbien gefahren. Um diese Spontanhilfe zu verstetigen, gründeten wir mehr oder weniger noch auf der Autobahn die IHA, die Intereuropean Human Aid Association. Hier ein SZ-Artikel von „damals“.

Heute ist der Verein primär in Nordgriechenland aktiv, wo er Hilfsprojekte für Geflüchtete umsetzt und betreibt. Mehr Infos dazu unter www.iha.help.

Viele private und kommunale Hilfsstrukturen von damals gibt es immer noch, die freiwilligen Helfer*innen sind weiterhin vernetzt und die Lernkurven waren steil. So können jetzt (fast) aus dem Stand konkrete Hilfen für Geflüchtete aus der Ukraine organisiert und angeboten werden. In München z.B. von dem sehr(!) unterstützenswerten Verein Heimatstern, mit dem auch die IHA mehrfach kooperiert hat. Dessen Herausforderung ist es, dass sie aktuell keine Halle haben, um wirklich nennenswert Sachspenden zu sammeln. Vielleicht haben wir in der Genossenschaft ja wen, der/die eine Location vermitteln kann? Und es werden jetzt auch viele helfende Hände gesucht – unter ukraine@heimatstern.org werden die Hilfsangebote gezielt gesammelt und dann entsprechend des Bedarfs eingesetzt.

Und deutschlandweit wurden innerhalb von Stunden nach dem russischen Einmarsch seitens der Zivilgesellschaft wieder Sachspenden gesammelt, Busse für den Transport geflüchteter Menschen an die ukrainische Westgrenze geschickt und eine große Initiative ins Leben gerufen, auf die wir sehr gerne hinweisen: eine Börse für Privatunterkünfte.

Elinor, ein Projekt für gemeinschaftliche Finanzen (benannt nach der Commonsforscherin und Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom), hat ein simples Onlineformular erstellt, über das man melden kann, wenn man Unterkunft anbieten will und kann 

Inzwischen sind auch die GLS Bank, ecosia (die nachhaltige Alternative zu Google) und Betterplace (eine öko-soziale Crowdfunding-Plattform) mit eingestiegen und über 70.000 Betten wurden bereits gemeldet.

Klar ist, dass das bei prognostizierten 7 Millionen Menschen, die vermutlich flüchten werden, ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber jede*r der/die nicht an der Grenze, auf der Landstraße oder in Sammelunterkünften bleiben muss, ist ein Erfolg.

Wer selbst beherbergen möchte (mindestens 2 Wochen), kann sich hier eintragen

Anmerkung: Wir wissen, dass es auch andere Krisen gibt, dass viele weitere Menschen Not leiden und dass es ein rechtswidriger Skandal ist, die vielen afrikanischen Student*innen schlechter zu behandeln, die ebenfalls flüchten müssen, aber keine ukrainische Staatsbürger sind. All das darf uns aber nicht davon abhalten, dort zu helfen, wo wir es können.

Wir können die Abhängigkeit von Öl und Gas am schnellsten beenden, indem wir

  1. den Verbrauch reduzieren (akute, auch individuelle Einsparungen würden außerdem die Marktlage kurzfristig entspannen, was speziell für Haushalte mit geringeren Einkommen wichtig wäre)
  2. die regenerativen Energien massiv ausbauen

Noch mehr Möglichkeiten zum Engagement findet Ihr hier beim Katapult-Magazin.


Nachtrag: Speziell für München kann man sich bzgl. Spenden, Mithilfe und/oder Unterkunft auch hier bei Münchner Freiwillige – Wir helfen e.V. melden.

Unterstützung für Mertola, Portugal

Vor gut zwei Jahren haben wir eine beeindruckende Initiative in Portugal kennengelernt (Info hier), die wir seitdem im Auge behalten, weil das Team vor Ort spannende Pionierleistungen gegen die voranschreitende Verwüstung Südeuropas entwickelt. Das Kernprojekt „regenerative nursery“  (regnerative Pflanzenschule) hat jetzt wieder eine Spendenkampagne, die noch eine Woche läuft und auf die wir Euch gerne hinweisen möchten.
> zur Spendenkampagne 

regenerative nursery, Mertola

regenerative nursery, Mertola


Für alle, die mehr zu diesem sehr interessanten Ansatz erfahren wollen, veranstalten wir am Montag um 20:30 Uhr mit Katharina, einer der Initiator*innen aus Portugal, eine ca. einstündige Zoom-Veranstaltung. 
> Bitte meldet Euch bei Interesse hier an, wir schicken den Zugangslink dann kurz vorher in die Runde.

Forderung nach internationaler Konferenz gegen Patente auf Saatgut wächst

Die Petition für die Einberufung einer europäischen Patentkonferenz erhält immer mehr Unterstützung. Ziel ist es, Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere zu stoppen. Betroffen von derartigen Patenten sind unter anderem Braugerste, Buschmelonen, Salat und Tomaten. Viele der Patente erstrecken sich auch auf Lebensmittel, bis hin zum Bier. Jetzt haben auch Die Freien Brauer, dem Brauereien in Deutschland, Österreich und Luxemburg angehören, eine Kampagne zur Unterstützung der Petition gestartet. Bereits zuvor hatte auch der europäische Dachverband landwirtschaftlicher Organisationen, COPA / COGECA seine Unterstützung für die Petition erklärt.

 

„In unseren Augen sind diese Patente ein Missbrauch des Patentrechts, eine Schwächung des Sortenrechts, eine drastische Einschränkung der unternehmerischen Freiheit von Brauereien und wir befürchten daher in naher Zukunft negative Folgen für unsere gesamte Branche“, erklärt Jürgen Keipp, Geschäftsführer von Die Freien Brauer.

Bereits rund 50 Organisationen aus 14 Ländern unterstützen > die Petition, die auch von einzelnen Personen unterschrieben werden kann. Entsprechende Möglichkeiten bieten u.a. Arche Noah, das Gen-ethische Netzwerk, Keine Patente auf Saatgut! und jetzt auch Die Freien Brauer.

Gefordert wird, dass die MinisterInnen der Vertragsstaaten des Europäischen Patentamtes (EPA) sich binnen eines Jahres zu einer Konferenz treffen und wirksame Maßnahmen gegen Patente auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren ergreifen. Patente auf Verfahren, die auf Kreuzung, Selektion oder zufälligen Mutationen beruhen, müssen ebenso ausgeschlossen werden wie die Ausweitung von Ansprüchen von Gentechnik-Patenten auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere.

„Wir wollen die Unabhängigkeit von ZüchterInnen, GärtnerInnen und LandwirtInnen erhalten, die Züchtung, Anbau oder Vermehrung konventioneller Pflanzen und Tiere betreiben. Der Zugang zur biologischen Vielfalt, die für die weitere Züchtung benötigt wird, darf durch Patente nicht kontrolliert, behindert oder blockiert werden“, sagt Johanna Eckhardt von der Organisation Keine Patente auf Saatgut!, die die Petition gestartet hat.

Auch der Deutsche Bundesjustizminister Marco Buschmann wurde von den Organisatoren der Petition bereits angeschrieben. Seine Vorgängerin Christine Lambrecht hatte sich des Themas angenommen und ein internationales Symposium zum Thema organisiert, allerdings fehlen bis jetzt politisch wirksame Maßnahmen um die aktuelle Fehlentwicklung im Patentrecht zu korrigieren.

Das Problem hat sich in den letzten Jahren immer weiter verschärft: Durch die Verfahren der ‚Neuen Gentechnik‘ und Werkzeugen wie CRISPR/Cas lassen sich auch Ergebnisse der herkömmlichen Züchtung imitieren. Viele Firmen verwischen in ihren Patentanträgen absichtlich die Grenze zwischen Gentechnik und konventioneller Züchtung. Werden die Patente erteilt, können sie auch Pflanzen (oder Tiere) aus konventioneller Züchtung und mit zufälligen Mutationen betreffen. So erlangen Konzerne wie Bayer, Corteva (früher DowDuPont), BASF und Syngenta immer mehr Kontrolle über die herkömmliche Zucht.

„Werden die Patente nicht klar auf ggf. tatsächlich eingesetzte gentechnische Verfahren begrenzt, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf Züchtung, Landwirtschaft und VerbraucherInnen haben. Diese geraten mehr und mehr in die Abhängigkeit von großen Konzernen, die den Zugang zu den biologischen Ressourcen kontrollieren, die für die weitere Züchtung benötigt werden“, sagt Christoph Then von Keine Patente auf Saatgut!.

Kontakte

Das 3×3 der Vielfaltsgärtnerei

Statt Saatgut-Festival bietet das ÖBZ in diesem Jahr Online-Veranstaltungen für den Erfahrungsaustausch von Gärtnerinnen und Gärtnern 

Nachdem das digitale Format „Das 3×3 der Vielfaltsgärtnerei“ als Alternative zum Saatgut-Festival am ÖBZ 2021 ins Leben gerufen wurde, setzt der Organisationskreis des Festivals diese Reihe auch in diesem Jahr fort. Jeweils drei Vielfaltsgärtnerinnen oder Vielfaltsgärtner stellen eine Stunde lang zu verschiedenen Themenbereichen besondere Sorten vor, geben wertvolle Tipps und freuen sich über den Austausch miteinander. 
 

Do 10.2.22 | Das 3 x 3 der Vielfaltsgärtnerei – Tomate, Paprika, Chili, Kartoffeln und Aubergine 
In der ersten Veranstaltung der Reihe „Das 3 x 3 der Vielfaltsgärtnerei“ geht es am 10. Februar 2022 um 18:30 Uhr um die Nachtschattengewächse Tomate, Paprika, Chili & Kartoffeln. Ob vom Strauch als fleischige, bisweilen auch scharfe Früchte oder erdige Knollen sind sie fester Bestandteil unserer Küche und bieten vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten. Die erfahrenen Vielfaltsgärtnerinnen Melanie Grabner (lilatomate), Annette Holländer (Garten des Lebens) und Rita Lichtenegger (aktive VEN-Gärtnerin) stellen ihre persönlichen Lieblingssorten aus ihrem Sortiment vor, die auch mit dem verregneten Sommer 2021 gut zurechtkamen. Sie geben praktische Tipps: von der Auswahl des Saatgutes, der Anzucht von Jungpflanzen bis zur gärtnerischen Pflege, um leckere Früchte sowie auch Samen zur weiteren Vermehrung zu ernten. 

Do 24.2.22 | Das 3 x 3 der Vielfaltsgärtnerei – Salate, Kräuter & Co. 
Am 24. Februar 2022 stehen selbstangebauter Salat und Kräuter im Mittelpunkt. Der Vielfaltsgärtner Christian Herb (Biogärtnerei Herb) und die Vielfaltsgärtnerinnen Annette Holländer (Garten des Lebens) und Elisabeth Kössler (Pflanz´Gutes) stellen einige ihrer Lieblingssorten vor und berichten von ihren Erfahrungen aus der gärtnerischen Praxis – von der Ansaat, der Aufzucht, dem Anbau bis hin zur Saatgutgewinnung im eigenen Garten. 

Do 17.3.22 | Das 3 x 3 der Vielfaltsgärtnerei – Bohnen, Erbsen & Co. 
Der 17. März 2022 widmet sich der Welt der Hülsenfrüchte, die wichtigsten pflanzlichen Eiweißlieferanten weltweit sind, deren Vielfalt an Formen, Größen und Zeichnungen schier grenzenlos erscheint. Dabei ist Bohne nicht gleich Bohne! Werden einige eher als ganze Hülse angerichtet, sind andere als Trockenbohne Bestandteil schmackhafter Gerichte wie z.B. Chili sin Carne. Die Vielfaltsgärtnerinnen Rita Lichtenegger und Christine Nimmerfall sowie Annette Holländer (Garten des Lebens) stellen einige dieser Kraftpakete vor, die sich leicht im eigenen Garten anbauen und auch vermehren lassen. 

Die Veranstaltungen finden online via Zoom statt und sind kostenfrei. Eine Anmeldung beim Münchner Umwelt-Zentrum e.V. im ÖBZ ist erforderlich: https://saatgutvielfalt.oebz.de
 

Rückblick 2021 und auf ein gutes Neues!

Zwischen den Jahren wird es für gewöhnlich immer etwas ruhiger. Auch im Kartoffelkombinat herrscht zu dieser Zeit ausnahmsweise Stille. Eine Zeit des Rückzugs für unser Team und die Gärtnerei, eine wohlverdiente Verschnaufpause. 

Diese Stille erlaubt es uns das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und in Dankbarkeit auf all die Lehren und Erfolge, aber auch auf die Herausforderungen zu blicken. Und davon gab es einige! 😉

2021 war (mal wieder) das Jahr der Premieren, ob als Pächter*innen unseres Apfelgartens, als Produzent*innen des ersten KK-Bieres oder als Herausgeber*innen der WebApp „Meine Gemüseküche“. Immer wieder wurden wir aus unserer Komfortzone geholt und auf die Probe gestellt, daraus entstanden neue Ideen wie der digitale Feldspaziergang oder der neue Bürocontainer mit pandemiekonformer Freiluft-Meetingfläche. 

Manch einer Herausforderung konnten wir nur wenig Positives abgewinnen und so blieben die witterungsbedingten Ernteausfälle ein harter Schlag, gepaart mit der Gewissheit, dass die Klimakrise mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr dieser Art für uns bereithält. Mit ein Grund, warum wir nicht müde wurden, auch in 2021 Lärm für den Klimaschutz zu machen, sei es beim Wiesn-Einzug der Klimaheldinnen, dem Münchner Klimaherbst oder bei den vielen anderen Veranstaltungen und Demos an denen wir teilnahmen. 

Doch auch unerwartet Gutes hat Einzug gehalten und so kam es, dass wir unverhofft weitere Anbauflächen direkt vor unserer „Haustür“ angeboten bekommen haben. Das war eine einmalige Gelegenheit, ein wahnsinniges Glück, grandioser Zufall, der Hauptgewinn und noch viel mehr für uns. 

Die ein oder andere Sache ging in 2021 jedoch auch zu Ende, so wie die Dreharbeiten zur Langzeitdoku über das Kartoffelkombinat. Seit circa 7 Jahren werden wir mit Kamera begleitet und sie ist immer dabei, wo was los ist, ob beim Mitgärtnern oder der Generalversammlung, beim Ernteanteile-Packen oder  beim Tomaten setzen (weil Tomaten = Lieblingsgemüse). Mittlerweile hat gibt es genügend Material, um in die heiße Phase überzugehen – dem Sichten, sortieren und schneiden. Und schlussendlich dem Erzählen der Geschichte des Kartoffelkombinats. Wir sind so was von gespannt und halten Euch natürlich auf dem Laufenden, wann der Film wo gezeigt wird.

Ihr seht, jedes Ende ist auch gleichzeitig ein Anfang und wir blicken voller Freude auf das, was für uns jetzt, in 2022 ansteht. Wir werden wachsen und unseren 10. Geburtstag feiern. In beiden Fällen hoffen wir, dass Ihr alle mit am Start seid und wir das gemeinsam rocken. Denn das Kartoffelkombinat ist vor allem Dingen eines – eine gemeinschaftlich getragene Unternehmung!

KW 37

Diese Woche gibt es*:

  • Salatkopf
  • Wirsing ODER Blumenkohl purpur
  • Kürbis ODER Wassermelone (gr. EA)
  • Schnittknoblauch (gr. EA)
  • Mini-Gurke (gr. EA)
  • Aubergine (gr. EA)
  • Paprika (kl. EA)
  • Zucchini (kl. EA)

*Die Verteilung variiert je nach Kistengröße

 

O’zapft is

Pünktlich zum imaginären Wiesn-Anstich füllen wir dieses Jahr erstmalig unser eigenes KK-Bier ab. 

Dem ehrenamtlichen Engagement von drei Genoss*innen ist es zu verdanken, dass dieser erste Sud mit 4.000 Litern, abgefüllt in ca. 7.500 Flaschen, bald den Weg in unsere Wohnzimmer, Balkone etc. findet. Mitte Juli waren Clarissa, Nick und Max hierzu bei unserem Brauereipartner, Hadernder Bräu in München und verarbeiteten 750 kg Gerstenmalz und 3 kg Hopfen der Sorte Ariana zu einem Kellerbier mit leichten Fruchtnoten von Birne, Quitte und Ananas. 

Der erste Sud ist auch für die drei eine aufregende Angelegenheit, schließlich braut man nicht alle Tage ein gänzlich neues Bier. Stolz markieren sie die Lagertank mit dem KK-Bier nach drei langen Tagen in denen viel gearbeitet, geschleppt und geputzt wurde. Den glücklichen Ausdruck auf ihren Gesichtern sowie den gesamten Brauvorgang gibt es auf Video zum selbst miterleben und mehr Infos zum Kartoffelkombinat-Bier findet Ihr nach und nach unter kartoffelkombinat.de/bier

Es war ein langer Weg bis hierhin, bei dem von Anfang an eine Sache ganz besonders wichtig war – das Bier gemeinsam mit Euch Realität werden zu lassen. Hierzu wurden Umfragen gemacht, Präsentationen und Info-Veranstaltungen abgehalten und Vorbestellungen eingeholt. Basierend auf Eurem Feedback und den Umfrageergebnissen entstand das Rezept und die Vorgehensweise.

Unser Bier ist nicht nur bio, wir wollen noch mehr: Wir wollen die Verbindung zu einem landwirtschaftlichen Produkt wiederherstellen, indem wir ein Bewusstsein für die Herstellung und die Herausforderungen schaffen, mit denen Bio-Landwirt*innen für Hopfen und Gerste zu kämpfen haben. Über 99 % des Biers in Deutschland wird nicht-biologisch und mit teils schlimmen Folgen für Grundwasser, Böden und die Gesundheit der Landwirt*innen und Bier-Genießer*innen hergestellt. Im Kartoffelkombinat ist einer unserer Grundwerte, uns selbst mit Produkten versorgen zu können, die so hergestellt wurden, wie wir es als Gemeinschaft für sinnvoll halten. 

Über das Bier, die Zutaten, den Brauvorgang, das Rezept und die Menschen dahinter gibt es so viel zu erzählen. Deswegen wird es bald eine kleine Bierkolumne in unserem wöchentlichen „Kartoffeldruck“ geben. 

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann in der Kartoffelakademie am 22.09. zum Thema „Mehr Bio-Bier im Bier-Land Deutschland“ Clarissa und Nick persönlich kennenlernen und (falls Corona die Präsenzveranstaltung zulässt) den Sud 1 unseres KK-Bieres verkosten. Na, wenn das nicht Grund genug ist sich schnell unter kmbnt.de/bierakademie anzumelden.