Rückblick 2017: Unser erstes Jahr im eigenen Betrieb

Für uns im Kartoffelkombinat ging 2017 ein ganz besonderes Jahr zu Ende: Fünf Jahre nach Gründung bewirtschaften wir nun endlich eigenen Grund und Boden. Im schönen Spielberg bei Mammendorf im Landkreis Fürstenfeldbruck. Es war das erwartet turbulente und ereignisreiche erste Jahr, aber unterm Strich sind wir arbeitsfähig und selbst ein wenig überrascht, wie gut wir letztendlich alles hinbekommen haben. Hier ein kleiner Rückblick in Bildern.

 

Ein neues Kapitel beginnt…

Vertragsunterzeichnung

Unterzeichnung des Kaufvertrags: Simon Scholl, Horst Bokelmann, Herr und Frau Würstle, Daniel Überall (v.l.n.r.)

 

Die Genossenschaft erwirbt zum Jahreswechsel 2016/17 den neuen Betrieb – eine ehemalige Baumschule in Spielberg. 7 ha Eigentum (5,3 ha mit Betriebswohnung, Gebäuden und Gewächshäusern sowie 1,7 ha reine Ackerfläche) dazu kommen noch 11 ha angrenzende Pachtflächen vom Partnerbetrieb Auracher. Endlich hat das Kartoffelkombinat eine Heimat und das Konzept “gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft – genossenschaftlich organisiert” kann ohne Kompromisse und konsequent umgesetzt werden!

 

 

Die ruhige Winter-Idylle im Januar 2017 trügt. Vom ersten Tag an gibt das Team Vollgas. Denn die neu angeschaffte Baumschule ist kein Gemüsebaubetrieb und eine entsprechende Infrastruktur muss erst geschaffen werden. Sehenden Auges steuert das Kartoffelkombinat in seine bislang größte Herausforderung. Das Jahresziel lautet: ein Wachstum von 850 auf 1.100 Ernteanteile bei einer Gemüse-Eigenversorgungsquote von 50%. Das bedeutet, dass die Hälfte des gesamten Jahresbedarfs (immerhin 45.000 Gemüsekisten) 2017 bereits in der eigenen Gärtnerei auf unbekannten Böden angebaut werden muss. „Wieso solch ein Stress?“ mag man sich da fragen. Das Kartoffelkombinat möchte möglichst schnell seine optimale Größe erreichen. Sowohl die wirtschaftliche Betrachtung, als auch der gärtnerische Blick auf die zur Verfügung stehenden Anbauflächen zeigt, dass das Kartoffelkombinat bis 2020 auf etwa 1.600 Ernteanteile anwachsen muss, um eine optimal ausgelastete, ökologisch extensiv anbauende Gärtnerei betreiben zu können.

 

 

Die Böden der Gewächshäuser sind im Frühjahr 2017 noch total verdichtet. Dort standen jahrzehntelang schwere Pflanzkübel. Während der ersten Mitgärtner-Aktion des Jahres wird der Boden auf 40 cm Tiefe umgegraben und gelockert.

 

 

Auf der ehemaligen Baumschule entsteht innerhalb kurzer Zeit eine komplett neue Infrastruktur: von einem Bewässerungssystem mit neu gebohrtem Grundwasser-Brunnen, 100.000-Liter-Tank als Gießwasser-Zwischenspeicher und hunderten von Metern neu verlegter Bewässerungsrohren, über einen Gemüsekisten-Packraum mit neuer Kühlzelle, bis hin zur Automatisierung der seitlichen Belüftungsfenster in den alten Gewächshäusern.

 

 

Am 30. April 2017 feiert das Kartoffelkombinat sein Hofeinweihungsfest und den fünften Geburtstag der Genossenschaft. Zum Fest kamen ca. 600 Menschen (!). Dieser Tag markiert gleichzeitig den sog. “Logistik-Switch”. Nach dem endgültigen Aus- und Umzug aus der Gärtnerei Schönbrunn, die 2,5 Jahre Heimat des Kartoffelkombinat war, laufen ab sofort der gesamte Anbau und die Logistik über die eigene Gärtnerei in Spielberg. Ein waschechter Meilenstein!

 

Doch nicht alles läuft rund…

 

Das Wetter im Frühjahr 2017 zeigt sich in Spielberg von seiner extremen Seite. Das Kartoffelkombinat erlebt zunächst ein sehr trockenes Frühjahr, dann kommen Spätfröste dazu und schließlich heftige Regenfälle. Die Gärtner müssen improvisieren und spontan Gräben buddeln um das Regenwasser abzuleiten …

 

 

Dann folgen Hitze und Trockenheit, doch das Bewässerungssystem ist noch nicht einsatzfähig, so dass ein Bypass zum Trinkwasseranschluss gelegt werden muss, um zumindest mit Leitungswasser statt mit Brunnenwasser bewässern zu können.

 

 

Der Lieferant für unsere sehnlichst erwarteten Jungpflanzen (Tomaten, Auberginen, Brokkoli und Kräuter) rutscht an einem regnerischen Tag samt Palette von der Hebebühne seines LKW. Glück im Unglück: dem Fahrer ist nichts Schlimmes passiert und die kaputten Tomaten und Auberginen können teilweise noch nachbestellt werden.

 

Aber die Erfolge überwiegen deutlich…

 

 

Insgesamt baut das Kartoffelkombinat über 50 verschiedene Gemüsekulturen an, diese teilweise sogar in mehreren Sorten. Im ersten Jahr sind es 51% eigenes Gemüse und 49% von ausgewählten Partnerbetrieben. 2018 soll der Anteil der Eigenproduktion auf voraussichtlich 67% ansteigen. Geplant sind nicht weniger als 57.000 Ernteanteile, in denen sich 120.000 kg Kartoffeln, Tomaten, Grünkohl, Feldsalat, Äpfel, Zucchini, Rote Bete, Spinat, Lauch, Pastinaken, … und 200.000 Stück Salatköpfe, Minigurken, Auberginen, Kresseschalen, Knoblauch, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Rettich befinden werden. Und nicht zu vergessen: 32.000 Bund Kräuter, Agretti, Mairübchen und Frühlingszwiebeln.

 

 

Kaum zu glauben aber wahr: 2017 werden im Kartoffelkombinat die ersten eigenen Kartoffeln geerntet! Die Lernkurve ist phänomenal, denn der Anbau von Kartoffeln ist eine Wissenschaft für sich. Es braucht mehrere Anläufe bis schließlich alle Kartoffeln geerntet sind. Der Vollernter kommt nur schlecht mit den verhältnismäßig schweren Böden zurecht und lässt die Ernte-Crew leider immer wieder im Stich.

 

 

Jeden Sommer das gleiche Problem: die Tomaten werden reif und alle fahren in den Urlaub. Und wie jedes Jahr werden dann die überschüssigen Tomaten in einer Profiküche unter professioneller Anleitung und unter tatkräftiger Unterstützung dutzender Kartoffelkombinat-Mitglieder eingekocht und so für die Wintermonate haltbar gemacht.

 

 

Erfolgsfaktor Mitgärtnern: Bei den großen Ernteaktionen im Oktober baut das Gärtnerteam abermals auf die Unterstützung aus der Genossenschaft.  Generell sind die zweiwöchentlichen Mitgärtner-Aktionen in 2017 ein echter Erfolg und die Nachfrage danach ist mittlerweile ungebrochen, so dass das Team plant, während der Saison 2018 jede Woche Mitgärtner-Aktionen anzubieten.

 

Wir sagen DANKE für dieses großartige Jahr, die enorme Unterstützung die wir erfahren durften und das große Vertrauen unserer Mitglieder.

 

Noch kein Mitglied?

Damit wir unser Ziel – 1600 Haushalte bis 2020 – erreichen, freuen wir uns auch 2018 wieder über zahlreiche Neumitglieder.

 

>> Jetzt mitmachen!<< 

 

Hier (als Flyer) und hier (als Einzelseiten) könnt Ihr Euch unseren Flyer über das Kartoffelkombinat ansehen und auch gerne mit interessierten Leuten teilen.