Tipp: 22.02., Saatgut-Festival im ÖBZ

Saat gut, alles gut! Vielfalt, die man schmecken kann
Saatgut-Festival im ÖBZ am Sonntag, den 22. Februar 2015 ab 10 Uhr

Das Münchner Umwelt-Zentrum e.V. (MUZ) widmet sich derzeit mit großem Engagement einem wichtigen Thema: dem Erhalt der Saatgutvielfalt. Seltene und regionale Sorten als wertvolles Kulturgut zu sichern ist dabei oberste Priorität, denn deren Vielfalt ist nicht nur in häuslichen Gärten zunehmend bedroht. Über Jahrhunderte hinweg haben Landwirte, Kleinbauern und Gärtner Saatgut aus ihrer Region verwendet, es selber weitervermehrt und auf diese Weise erhalten. Durch Selektionen und Kreuzungen sind dabei immer neue Sorten entstanden, die den örtlichen Bedingungen bestens angepasst und pflegeleicht zu kultivieren sind. Aus Sicht großer Produzenten ist wirtschaftlicher Anbau aber nur in Monokulturen mit wenigen speziell angepassten Sorten möglich, sodass diesem lange bewährten System – auch vor dem Hintergrund geplanter europäischer Vorgaben und transatlantischer Abkommen – das Aus droht.

Um eine breite Öffentlichkeit auf diese Problematik aufmerksam zu machen, veranstaltet das MUZ am 22. Februar 2015, gemeinsam mit dem VEN e.V., dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) in München-Englschalking ein Saatgut-Festival. Gefördert wird die Veranstaltung vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München. Einen ganzen Tag lang wird dabei die Vielfaltsgärtnerei im Rampenlicht stehen. Markt- und Informationsstände sowie interessante Vorträge bieten die Möglichkeit, sich umfassend zum Thema zu informieren und selber aktiv zu werden. Denn samenfeste Sorten anbauen kann jeder – sogar im Topf oder im Balkonkasten. Mitglieder des VEN wie Melanie Grabner von Lila Tomate, Doris Seibt, Rita Lichtenegger, Annette Holländer, der Kartoffelhof Störkle, die Firmen Querbeet, Öko&Fair und viele weitere werden dort samenfestes Saatgut verkaufen. Außerdem stellt die ÖBZ-Gartengruppe ihr Saatgutarchiv mit ca. 150 Bohnensorten vor. Der städtische Demeter-Gutshof Obergrashof, der Verein Arche Noah, die Urbanen Gärten München sowie weitere Initiativen werden mit Infoständen vertreten sein und ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Experten-Vorträgen und Filmen rundet die Veranstaltung ab. Für die kleinen Besucher ist eine Kinderaktion geplant und kulinarisch wird das Ganze mit einem saisonalen Catering begleitet. Frauke Feuss, die zuständige Organisatorin im ÖBZ, freut sich schon auf den Austausch mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Das Interesse an diesem Thema ist groß, und sie ist sich sicher, dass dieser Tag allen nützen wird – den Teilnehmern und der Vielfalt.

Für das Saatgut-Festival ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Das Programm:

  • 11 Uhr: Susanne Gura, VEN: Warum die Vielfalt in die Gärten zurückkehrt
  • 12 Uhr: Christiane Lüst, Öko & Fair: UNO fordert Schutz von Saatgut und Kleinbauern und -bäuerinnen
  • 13 Uhr: Annette Holländer, Garten des Lebens: Samengärtnerei im Hausgarten
  • 14 Uhr: Jürgen Schubert, Herbamadre: Paprika und Chili (VEN Gemüse des Jahres 2015)
  • 15 Uhr: Anja Banzhaf: Was das Freihandelsabkommen mit dem Saatgut in unseren Gärten zu tun hat – am Beispiel Kolumbien
  • 16 Uhr: Dr. Ulrike Wagner: Kartoffelvielfalt
  • 17 Uhr: Rudolf Böhler, Slow Food München: Slow Food Projekt „Arche des Geschmacks“
  • 11-13 Uhr: Tagwerk e.V.: Filmvorführungen zum Erhalt von Saatgut alter Nutzpflanzen

Alle Infos auch hier als PDF: Flyer-Saatgutfest-Muenchen_22022015

Das ÖBZ in der Englschalkinger Str. 166 ist mit der U4 (Haltestelle Arabellapark) zu erreichen. Ab hier mit der Tram 16 oder den Buslinien 154, 184, 189 bis zur Haltestelle Cosimabad oder zu Fuß, entlang der Englschalkinger Str. (ca. 8 min.). Auf der Website www.oebz.de/saatgutfestival und unter den Telefonnummer (089) 93 94 89-71 (MUZ) oder (089) 93 94 89-61 (MVHS) können Sie sich anmelden und weitere Informationen erhalten.

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