Im vierten Teil unserer Anbau-Jubiläums-Reihe schauen wir unter das Glas und die Folien: Gärtnermeisterin Sophie nimmt uns mit ins Gewächshaus.
Der geschützte Anbau hat bei uns eine gewaltige Entwicklung hinter sich. Wo früher alte, öl-beheizte Baumschul-Gewächshäuser standen, bewirtschaftet unser Team heute „Kalthäuser“ mit eingespielten Abläufen – vom ersten Keimling im Frühjahr bis zum Erntefinale im Herbst.
Wie lange bist du schon beim Kartoffelkombinat und in welcher Funktion?
„Ich bin seit März 2018 beim Kartoffelkombinat und im Betrieb ziemlich viel herumgekommen. Mittlerweile leite ich den Gewächshausanbau.“
Was gefällt dir an unserer Genossenschaft und unserer solidarischen Arbeitsweise persönlich am besten?
„Mir gefällt der Bezug zwischen den Genoss*innen und dem Betrieb extrem gut. Als Gärtnerin bekomme ich immer wieder das Gefühl, dass irgendein Mitglied mit genau dieser Kultur, an der ich gerade herumtüftle oder mit der ich Probleme habe, richtig mitfiebert. Dieses Jahr haben unsere Buschbohnen zum Beispiel echt nicht gut geklappt. Pflanzung und Ernte hätten wir mit Genoss*innen gemacht, deshalb wurde diese Kultur vielleicht etwas prominenter gehandelt. Wir bekommen dann viele Rückfragen, wann die Bohnen denn nun endlich geerntet werden können oder in den Ernteanteil kommen. Das ist in diesem konkreten Fall für mich natürlich etwas unangenehm, weil man gestehen muss, dass es einfach nicht geklappt hat. Aber wie schön ist das bitte?! Da sind Leute irgendwo in München, die sich so sehr für diese eine Portion Bohnen interessieren, dass sie sich den Aufwand machen und nachfragen.“
Wie hat sich das Kulturen-Portfolio in unseren Gewächshäusern über die Jahre hinweg verändert?
„Im Gewächshaus mussten wir ziemlich jonglieren, um mit dem Wachstum der Haushalte und der begrenzten Fläche zurechtzukommen. Wir haben das Sortiment etwas verkleinert, um uns auf die Kulturen zu konzentrieren, die bei uns richtig gut funktionieren. Einen Teil der Produktion haben wir an Partnerbetriebe ausgelagert.“
Welche Gemüse-Exoten habt ihr in den Folientunneln und Gewächshäusern ausprobiert, die krachend nicht funktioniert haben?
„Wir probieren ständig irgendwas im Kleinen aus und schauen, ob es geht. Wie schön wäre es, Okra, Zuckermelonen oder Ingwer im Ernteanteil zu haben? Leider steht bei diesen Kulturen der Platzbedarf in keinem Verhältnis zum Ertrag.“
Wie ist unser heutiges Anbau-Portfolio für den unbeheizten Kalthaus-Anbau im Winter entstanden?
„Leider ist die Auswahl an Kulturen, die mit unserem Klima ohne zusätzliche Belichtung oder Heizung funktionieren, sehr begrenzt. Am Anfang haben wir einfach alles angebaut, was unter unseren Bedingungen im Winter wächst. Mittlerweile haben wir die Auswahl etwas verkleinert und fokussiert.“
Welches Potenzial siehst du noch in unseren geschützten Anbauflächen?
„Großartig wäre es natürlich, die Anbaufläche weiter zu erweitern. So könnten wir eine noch größere Vielfalt anbieten: Mehr Tomaten im Sommer und mehr Frisches im Winter!“