Ein bewegter Start ins Jahr 2026

Der Jahreswechsel im Kartoffelkombinat bedeutet keineswegs Stillstand. Während die Natur draußen bei frostigen Temperaturen kollektiv durchatmet, haben wir in Eurer Gärtnerei in Spielberg bereits das Fundament für die kommende Saison gelegt. Hier ist ein ausführlicher Blick auf das, was uns in den ersten Wochen des Jahres beschäftigt hat – für alle Genoss*innen und diejenigen, die es vielleicht noch werden wollen.

Sonnenaufgang in Spielberg
Winterlicher Sonnenaufgang in Spielberg

Winterliche Helden und solidarische Partnerschaften

Wir sind im Januar bei bestem Winterwetter gestartet. Während der Boden draußen eine Extraportion Frost bekam, haben wir die „gespeicherte Energie des Sommers“ verteilt. In den Ernteanteilen steckte die geballte Kraft der vergangenen Monate in Form von Lagergemüse wie Kartoffeln, Karotten und Petersilienwurzeln, aber auch schon zarte frisch gewaschener Postelein, Feldsalat und Schnittsalat.

Diese winterlichen Helden stammen zu einem großen Teil von unseren langjährigen Partnerhöfen aus der Region. Wie wichtig diese Netzwerke auf Augenhöhe sind, hat sich beim Rosenkohl gezeigt: Wegen des strengen Frosts konnte dieser auf den Feldern unseres Partnerhofs nicht geerntet werden. In einer solidarischen Gemeinschaft ist das kein Problem: Unser eigener Spielberg-Sellerie ist spontan als „Ersatz-Held“ eingesprungen.

Die Pflanzungs-Offensive: Grün gegen den Wintergrau

In unseren Gewächshäusern herrschte im Januar alles andere als Winterschlaf. Unsere Gärtner*innen haben eine echte Pflanzungs-Offensive gestartet:

Mammut-Aktion Feldsalat: Rund 57.000 kleine Pflänzchen haben wir auf einer Fläche von 520 m² in die Erde gebracht. Da wir konsequent auf fossile Heizenergie verzichten (unser Kalthaus-Anbau), findet diese Arbeit unter echten Winterbedingungen statt.

Außerdem gibt es die erste Kresse des Jahres. Wir haben sie in KW 5 am Freitag ausgesät. Übers Wochenende sind sie dann bei ca. 13 °C gekeimt und letzte Woche dann in unserem Kresse-Gewächshaus bei mindestens 10 °C langsam gewachsen. Zum Heizen der Kresse benutzen wir elektrische Heizmatten (PV + Ökostrom). Der restliche Anbau in den Gewächshäusern findet bei uns (branchenunüblich) ungeheizt und damit klimafreundlich statt. 

Vorschau auf den Frühling: In den Folientunneln wachsen bereits der erste Spinat und die ersten Salate für die kommenden Wochen heran. Jeder Handgriff hier ist ein Statement für unsere Art der ökologischen Landwirtschaft.

Infrastruktur: Wir bauen für die Zukunft

Parallel zum Geschehen auf dem Acker wird intensiv an der Zukunftsfähigkeit unserer Gärtnerei gearbeitet:

Wasserbecken: Das neue Becken wird weiter bebaggert – ein entscheidender Schritt, um Eure Bewässerung langfristig abzusichern.

Gebäudesanierung: Die energetische Sanierung des Hauses in Spielberg läuft auf Hochtouren. Wir stellen auf nachhaltige Energie um und schaffen gleichzeitig modernere Sozialräume für das Team, das das ganze Jahr über draußen alles gibt.

Logistik: Wir machen ernst mit der Verkehrswende und suchen aktuell nach einer festen Stellplatz für unsere Lastenrad in München, um mehr Wadenkraft statt Sprit einzusetzen.

Was machen eigentlich die Bienen im Winter?

Unsere Bienen schlafen nicht, aber sie rücken eng zusammen. Um sich warmzuhalten, bilden sie im Bienenstock eine soge-nannte Wintertraube. In deren Zentrum sitzt die Königin bei konstanten 20–25 Grad – egal, wie kalt es draußen ist. Dabei sind sie extrem reinlich: Sie behalten ihren Kot den ganzen Winter über bei sich, um den Stock nicht zu verunreinigen. Erst bei milden Temperaturen über 10 Grad unternehmen sie „Reinigungsflüge“. Wer dann in der Nähe eines Volkes Wäsche im Garten aufgehängt hat, kann sehen, was damit gemeint ist. Wir hoffen, dass unsere Völker gut durch den Winter kommen und bald wieder in und um die Gärtnerei schwirren! 

Daniels Fazit: Planung trifft Realität

Unser Vorstand Daniel bringt es oft auf den Punkt:

„Die Jahresplanung dauert ca. 3 Monate und das restliche Jahr jonglieren wir dann damit, was die Natur uns abweichend davon beschert.“

Genau das macht Eure Solidarische Landwirtschaft aus: Wir planen mit Kopf, reagieren gemeinsam auf die Unwägbarkeiten der Natur und teilen uns das Risiko.

Der Kreislauf beginnt von vorn!

Euer KK-Team

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