Hofführung durch unsere neue Gärtnerei

Was ist das Kartoffelkombinat? Was sind die Herausforderungen, wenn man eine ehemalige Baumschule zur Gemüsegärtnerei umbaut? Und warum glauben wir, Modell für ein anderes (Land)Wirtschaftssystem sein zu können? U.a. diese Fragen beantworten wir bei unserer nächsten Hofführung – die erste, bei der wir diesen wunderschönen Ort unser Eigen nennen dürfen.

 

 

Wer unseren neuen „Kartoffelkombinatsgemüsebaubetrieb“ noch nicht kennt, ist herzlich dazu eingeladen, sich bei dieser Gelegenheit selbst ein Bild zu machen. Die gilt natürlich auch für diejenigen, die im letzten Jahr bereits das Vergnügen hatten: Ihr könnt gespannt sein, was sich da schon alles getan hat.

 

Wann: Sonntag, den 26. März 2017 von 14.00 – 16.00 Uhr

Wo: Spielberg 3, 82281 Egenhofen (Adresse für’s Navi: Baumstraße, 82294 Oberschweinbach)

Neue Bauernregeln und alte Fronten

Das Bundesumweltministerium startete letzte Woche eine Kampagne mit neuen Bauernregeln – u.a. „Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt.“ oder „Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm.“

 

Ministerin Barbara Hendricks betont dabei (Rede als Text), wie wichtig die breite Diskussion über eine soziale und ökologische Landwirtschaft ist: 

 

 

Es ist erschreckend, wie Hendricks seitdem angegangen wird. Die Verfechter der chemisch-synthetischen Landwirtschaft sehen rot. Ganz vorne dran der Bauernverband („Schließt der Bauer Hof und Stall, brachten Umweltauflagen ihn zu Fall.“) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt: „Eine steuerfinanzierte Kampagne, die die Diffamierung eines gesamten Berufsstandes mindestens in Kauf nimmt, gehört meiner Ansicht nach nicht in den Instrumentenkasten guter Regierungskommunikation. Ich fordere Sie auf, die Kampagne sofort zu beenden und sich für den entstandenen Schaden bei den Bäuerinnen und Bauern öffentlich zu entschuldigen.“ – hier die Antwort von Hendricks.

 

In den sozialen Medien haben sich die Trolle der Agrarlobby in Stellung gebracht. Und wir Naivlinge hatten schon fast geglaubt, es gäbe ein Umdenken hin zu zukunftsfähiger Landwirtschaft. Aber eines muss man der Bundesumweltministerin lassen: Die Diskussion ist in Gang gekommen.

Lasst uns gemeinsam noch ein Stück wachsen.

Endlich ist es so weit und wir haben als Genossenschaft unser bisher wichtigstes Etappenziel erreicht: unseren eigenen Bio-Gemüseanbaubetrieb gekauft!
Das bedeutet: es können aktuell noch ca. 500 neue Haushalte aufgenommen werden!

 

Was ist das Kartoffelkombinat?
Als Gemeinschaft von Münchner Haushalten ist das Kartoffelkombinat seit kurzem stolzer Besitzer einer eigenen Gärtnerei und versorgt sich so mit eigenem, regionalem Bio-Gemüse. Diese Genossenschaft zählt nach fünf Jahren bereits knapp über 1.000 Haushalte.
Nach spannenden Anfängen in einer Biogärtnerei bei Eschenried gastierte das Kartoffelkombinat zwei Jahre in der Naturland-Gärtnerei Schönbrunn und baute dort, zusammen mit behinderten Menschen ihr Gemüse an. Doch diese Kooperation war zeitlich begrenzt, die Anbauflächen insgesamt zu klein und der Wunsch nach etwas Eigenem und somit mehr Unabhängigkeit war groß. So wurde in der Mitgliederversammlung im Herbst 2016 der Kauf eines eigenen landwirtschaftlichen Betriebs in der Nähe von Mammendorf (S3) – im Münchner Westen – beschlossen.

 

Jetzt mitmachen! 

 

Hier (als Flyer) und hier (als Einzelseiten) könnt Ihr Euch unseren brandneuen Flyer über das Kartoffelkombinat ansehen und auch gerne mit interessierten Leuten teilen.

 

 

Doku „Projekt A“ jetzt als DVD erhältlich

Wer die (preisgekrönte) Doku Projekt A letztes Jahr im Kino verpasst hat, kann sich jetzt die DVD mit super Bonusmaterial bestellen. Die Filmemacher begleiten Menschen im anarchistisch geprägten Stadtviertel Exarchia in Athen, bei Anti-Atomkraft-Aktionen in Deutschland, bei der weltweit größten anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft in Spanien, bei einer katalanischen Kooperative und einer genossenschaftlich organisierten solidarischen Landwirtschaft in München. 


Der Film startete im Februar 2016 in den deutschen Kinos und wurde bisher von knapp 25.000 Zuschauern besucht. Ein toller Erfolg für die unabhängige Low-Budget Produktion. Den beiden Regisseuren war es wichtig, inhaltlich Relevantes qualitativ hochwertig zusammenzustellen und bei der Produktion der DVD auch ökologische Aspekte zu beachten. Viele Themen konnten im Film nur angerissen werden und so liegt der DVD ein 40-seitiges Booklet bei. Neben Texten zum Entstehungsprozess des Film und dem von Horst Stowasser initiierten Projekt A gibt es jeweils ein Kapitel zu den im Film vorgestellten Projekten. Aus den unzähligen Publikumsgesprächen auf der Film-Tour wurden die wichtigsten Fragen zusammengetragen und beantwortet. Des Weiteren gibt es auf der DVD 85 Minuten Bonusmaterial, bestehend aus weiteren Interviews mit den Protagonisten, Musik und zusätzlichen Szenen.

Von Milben, Säure und Winterfutter

Haben wir alles richtig gemacht?
Das ist die große Frage, die wir uns jeden Tag stellen, denn das Imkerjahr ist vorbei. Alle Aufgaben sind erledigt, ab jetzt kommt es auf alle Details an: Haben wir genug eingefüttert? Haben die Varroabehandlungen gewirkt? Sind die Völker stark genug?
Bis zur ersten Durchsicht im März können wir nur lauschen, wiegen und warten.

Über einen Docht verdunstet die Säure und sickert über mehrere Tage durch die Wabengassen

Aber eins nach dem andern. Die ersten Schwierigkeiten gab es schon bei der Ameisensäurebehandlung. Ich denke kaum ein Imker fühlt sich wohl bei dem Gedanken, seine Bienen mit Säure zu überschütten. Doch leider kommen wir daran alle nicht vorbei, weder die konventionellen, noch die Bio-Imker. Kein neuer Ansatz in der Bienenhaltung reicht bisher aus, um vollständig auf die Säurebehandlungen verzichten zu können, egal wie wesensgerecht und gesundheitsfördernd er ist.

Bevor man zu so einer unangenehmen Maßnahme greift, wie sein Bienenvolk mit Säurenebel zu fluten, versucht man erstmal den Milbenbefall abzuschätzen. Dafür haben wir mehrere Methoden ausprobiert und sind mit allen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Die schonendste Variante ist es, die Milben zu zählen, die tot von den Bienen fallen.

Es ist gar nicht so leicht alle 1,5mm großen Milben zu finden und zu zählen

Versuchsweise haben wir die Puderzuckermethode ausprobiert, bei der 100g Bienen in Puderzucker gebadet werden. Vor Schreck lassen die Milben los und können mit dem Zucker ausgesiebt werden. Sieht irgendwie fies aus, schadet den Bienen aber nicht. Die Ergebnisse waren zu gut um wahr zu sein. Deswegen haben wir die zweite Behandlung mit Ameisensäure trotzdem noch durchgeführt, auch wenn der „rechnerische Milbenbefall“ 0 war- nur um sicher zu gehen.

Mit einem Schuss Honig schmeckt das Zuckerwasser gleich viel besser 🙂

Als Trostpflaster gab es gleich danach das erste Häppchen Futter, das berüchtigte Zuckerwasser, mit reichlich Honig gemischt. Wir finden sie haben es sich nach der harten Arbeit verdient, ihren eigenen Honig zu genießen- und auch davon zu profitieren. Es ist nämlich, wen wundert’s, nachweislich gesund für die Damen, auf ihrem eigenen Honig zu überwintern.
Anfang November gab es den ersten Frost in der Nacht. Das ist die Temperatur, ab der es unseren Herrscherinnen zu kalt zum Eier legen wird. 21 Tage später gibt es keine Brut mehr und die Bienen konzentrieren sich nur noch aufs Wärmen und Überleben. Jetzt kommt die Oxalsäure zur sogenannten Restentmilbung zum Einsatz. Wenn es keine Brut mehr gibt, können sich auch keine Milben in den Zellen verkriechen und sich vermehren. Das Ziel ist es möglichst alle Milben von den Bienen zu holen- und damit alle Restmilben, die die Ameisensäure überlebt haben. Wir verwenden dafür keine reine Oxalsäure, sondern ein Gemisch, in dem auch Propolis und ätherische Öle enthalten sind. Die Hoffnung ist, dass die Behandlung besser vertragen wird.
Bisher sieht alles gut aus. Wer lauscht kann zufriedenes Brummeln aus allen Völkern hören und sie haben erst knapp 1,5kg von ihren 15-16kg Winterfutter verbraucht. Zwischen Februar und März, wenn es endlich wieder warm genug ist, werfen wir zum ersten Mal im neuen Jahr einen Blick in die Völker und hoffen, dass alles gut gegangen ist.

Die Bedrohung durch Machtkonzentration 2017

Konzernatlas 2017

Übernahmen wie von Monsanto durch Bayer oder die Aufteilung der Märkte von Kaiser’s/Tengelmann zwischen Rewe und Edeka sind nur die Spitze des Eisberges. Auf allen Stufen der Lieferkette vom Acker bis zur Ladentheke finden Konzentrationsprozesse mit einer enormen Dynamik statt. Mit dem Konzernatlas 2017 soll eine breit geführte gesellschaftliche Debatte dazu angestoßen werden.

 

> Download als PDF

 

Weiterführende Links:
Spiegel online
Deutschlandfunk
Sonnenseite

Spannende Zeiten im Kartoffelkombinat – jetzt Mitglied werden!

Viereinhalb Jahre nach der Gründung und fast 1.000 Haushalte groß steckt das Kartoffelkombinat in der wohl heißesten Phase seiner Entwicklung.

Denn wir arbeiten daran, in Kürze einen eigenen Betrieb zu kaufen, auf welchem nicht nur unser eigenes Gemüse angebaut wird, sondern auch viele der KK-Aktivitäten stattfinden können. Kurz gesagt: dann gibt es endlich eine Heimat für das Kartoffelkombinat!

Es fühlt sich jetzt schon so an, als befänden wir uns mitten auf der Zielgeraden. Ok, es gibt schon noch einiges zu tun, aber wir sprühen vor Energie und Enthusiasmus und freuen uns auf ein aufregendes Jahr 2017.

Willst du dabei sein und diese spannende Zeit miterleben? – ganz „nebenbei“ gibt’s auch noch erstklassiges regionales, saisonales und solidarisch erwirtschaftetes Biogemüse. Wie genau das funktioniert, kannst du hier im Bereich „mitmachen“ erfahren.

Interesse geweckt? Dann melde dich bei mitmachen@kartoffelkombinat.de.

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10./11.09.2016 Kartoffelkombinat wieder am Streetlife

Die großen Ferien nähern sich dem Ende und so langsam dürften auch die letzten Urlauber unter uns wieder zurück sein. Nach einem schon sehr sehr schönen Tag im Freiluftsupermarkt Freiham letzten Samstag, möchten wir nun den Sommer zusammen mit Euch auf unserem Streetlife-Stand ausklingen lassen.

Kommt also zahlreich vorbei und bringt gute Laune mit – das Wetter wird in jedem Fall besser als im Juni! 🙂

Wann: Samstag 10.09. von 16 – 23 Uhr und Sonntag 11.09. von 11 – 21 Uhr
Wo: zwischen Ludwigskirche und Uni, vor dem Café ader Uni. U3/6: Bahnhof Universität

Und hier noch ein paar Impressionen vom letzten und vorletzten Mal.

KK-Street-Life-2015-03

Honigernte

Lange haben wir darauf gewartet die Früchte unserer harten Arbeit in den Händen zu halten. Oder… Der Arbeit unserer fleißigen Damen natürlich.
Egal, weg mit dem schlechten Gewissen, ran an die Honigschleuder. Ruck zuck waren die Völker Fleißbienchen und Neulinge abgeräumt. Honigraum runter, Bienen abgekehrt, schon ist man um 12kg Honig reicher. An dieser Stelle muss mal erwähnt werden, dass der Honig deutlich kampfloser aufgegeben wird, als ich vermutet hatte. Eigentlich wollte ich mir schon eine Bienenflucht kaufen, um ihnen das gefühlt rabiate Abkehren zu ersparen. Aber die Aufregung hielt sich erstaunlich in Grenzen.

Volle Honigwaben

Das Schwächlingsvolk, das sich blendend entwickelt hat, ignoriert den Honigraum nach wie vor. Deswegen runter damit – Experiment gescheitert. Jetzt sitzt der Fütterer mit den zerschnittenen Waben direkt auf dem Brutraum auf, vielleicht ist ihnen der Weg jetzt nicht mehr zu weit, um sich den Honig zu holen. Ich bin wirklich guten Mutes, dass sie eine Größe erreichen die sie gesund durch den Winter kommen lässt.

Zurück zur Honigernte:

Im Imkerkurs habe ich gelernt: Deckelwachs mit der Entdeckelungsgabel entfernen, schleudern, fertig. Und dann stehen wir Spezialisten da und wissen nicht wie man den Wabenaufsteller (das ist sicherlich nicht der Fachbegriff dafür…) zusammenbaut. Naja, einige unprofessionelle Minuten später wurde das erste Deckelwachs abgekratzt und im Schneckentempo die ersten vier Waben schleuderfertig gemacht.

Entdeckeln

Und schon steht man vor dem nächsten Problem, vor dem man nicht gewarnt wurde: da die Schleuder nicht am Boden befestigt werden kann, bekommt das Ding ordentlich Unwucht. Also zu zweit die Schleuder umklammert und einer dreht. Da kommt schon ein süßlich, nach Honig duftender Wind aus der Schleuder. Schlaraffenland-Feeling.

Blick in die Schleuder

Dann der Moment des Tages:
Dafür haben sich alle Stiche und die nach Lagerfeuer stinkenden Haare gelohnt. Wie vor dem Fernseher sitzen wir da und sehen dem Rinnsal flüssigen Goldes gebannt zu.

Honig!

Vielleicht hat auch der eine oder andere seine Finger rein gehalten, bis ihm schlecht wurde. Das ganze Honigernten ist so wie so eine Mantscherei vom anderen Stern. Unsere Bienchen bekommen ihren Honig übrigens (fast) komplett wieder zurück und dürfen ihren Wintervorrat am Ende doch selbst mampfen 🙂 So reduzieren wir sie räumlich wieder auf eine Kiste, die sie im Winter über 15°C halten müssen und helfen ihnen damit die kalte Jahreszeit zu überstehen.

Zum Reinigen von großen und sperrigen Gegenständen eignet sich übrigens eine Dusche ganz hervorragend. Glücklicherweise gibt es in Schönbrunn eine, die wir natürlich sofort für unsere Zwecke missbraucht haben 😉
Was wir vergessen haben: 500g Minifütterung nach der Honigernte um den abrupten Vorratsausfall auszugleichen. Ich hoffe sie haben es uns nicht allzu übel genommen und wir bezahlen nur mit verringertem Wabenbau.

Die ersten Schritte auf dem Weg zu etwas sehr Besonderem …

Ein eigenes Zuhause und eine Basis für alle Kartoffelkombinat-Aktionen zu haben war von Anfang unser ausdrücklicher Wunsch und für unsere zukünftigen Vorhaben ist das eigentlich auch unumgänglich. Denn nur so können wir all das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam erreicht haben, auch ausbauen, weiterentwickeln und dem Ganzen ein stabiles Gerüst verleihen. 
Die ersten Schritte auf dem Weg zu etwas sehr Besonderem …

Die ersten Schritte auf dem Weg zu etwas sehr Besonderem …

Mit dem geplanten Kauf eines Betriebs bei Mammendorf, bisher eine (konventionelle) Baumschule, könnte sich nun bald schon unser lang ersehnter Wunsch erfüllen. Denn dann – und mit der Hinzunahme angrenzender Pachtflächen – wären wir z.B. in der Lage, unsere bisherige Eigenanbauquote auf ca. 80 % anzuheben und kommen unserem Ziel, eine unabhängige Versorgungsstruktur aufzubauen, ein großes Stück näher.
 
Es ist und bleibt spannend. Wir werden an dieser Stelle über die kontinuierlichen Fortschritte berichten.