Bäuer*innen Proteste in Berlin

Die Proteste der Bäuerinnen und Bauern in Deutschland und in anderen europäischen Ländern gehen weiter. Die Sorgen der Landwirt*innen sind verständlich. Die Brücke zwischen einer klimafreundlichen Landwirtschaft und der Vermeidung von Auflagen, die die individuell betriebliche Gesundheit von Landwirt*innen nicht gefährden, ist zu schlagen. 

Die Umweltbelastungen lassen sich nicht mehr wegreden: Insekten- und Vogelsterben, Nitrat im Grundwasser und eine äußerst schlechte Klimabilanz der deutschen Landwirtschaft. Darüber müssen wir reden – und die Politik den Kurs Richtung Artenschutz und naturverträgliche Landwirtschaft setzen.

Die GAP – die Gemeinsame Agrarpolitik der EU wird im Rahmen des EU-Haushalt festgelegt. Im Dezember verhandelt Angela Merkel den EU-Haushalt und damit das Budget und den Kurs der europäischen Agrarpolitik für die nächsten 10 Jahre.

Nur ein Bruchteil der EU-Agrargelder fließt derzeit an Landwirt*innen, die sich für Artenschutz und intakte Ökosysteme engagieren und es gibt viel zu wenig Anreize für diese, naturverträglich zu wirtschaften. Milliardenschwere Subventionen fließen überwiegend in die intensive Landwirtschaft. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert über die Flächenprämien hauptsächlich Großstrukturen, denn rund 80 % der Unterstützung gehen an die größten 20 % der Betriebe. Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen werden dabei kaum berücksichtigt. Das muss sich ändern.

Wenn die Bundesregierung es nun erneut versäumt, für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Landes einzustehen, verdient sie die Proteste – sowohl von Landwirt*innen als auch von Umweltschützer*innen.

Es ist nachvollziehbar als Landwirt*in auf die Straße zu gehen. Der Preisdruck zwingt sie zum Wettbewerb und Kostensenkungen, wobei durch die steigenden Umweltanforderungen Hürden zu nehmen sind, die oftmals nicht ohne strukturelle Umwälzungen im eigenen Betrieb einhergehen. Das das nicht einfach ist und meist langfristige Veränderungen mit sich bringt, ist nachvollziehbar – andererseits können wir nicht so weiter machen wie bisher. Das Insektensterben schreitet weiter voran und damit der Rückgang der Bestäuberleistung – die einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor in der Landwirtschaft darstellt. Lt. NABU (Naturschutzbund Deutschland) sind die Bestände der typischen Feldvogelarten dramatisch eingebrochen. Unser Grundwasser ist mit Nitrat belastet und die Klimabilanz der Landwirtschaft ist unverändert schlecht. Sie trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. Dafür verantwortlich sind vor allem Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, das Ausbringen von Wirtschaftsdünger (Gülle, Festmist) sowie Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden als Folge der Stickstoffdüngung (mineralisch und organisch). Mehr Infos dazu beim Umweltbundesamt.

Die Bundesregierung muss auf Bundes- wie auch auf kommunaler Ebene jetzt für eine klimafreundliche und gerechtere Agrarpolitik sorgen, die die Gesellschaft nicht weiter entzweit. Denn nicht nur die Bäuer*innen gehen auf die Strasse. Weltweit wird von Millionen Menschen klimapolitisches Handeln eingefordert. Die Zivilgesellschaft steht auf, Schüler*innen streiken und Bündnisse für mehr Klimagrechtigkeit entstehen. In München ist das Kartoffellkombinat Bündnispartner von „München muss handeln“ – einem Zusammenschluß von über 440 Unternehmen, NGOs, Organisationen und Privatleuten. Das Bündnis stellt sich hinter die Klimaschutzforderungen der Fridays For Future an die Stadt München und ruft die gewählten Repräsentant*innen der Bürger*innen Münchens dazu auf, jetzt entschlossen zu handeln und Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen und der Einberufung eines (Klima)Krisenstabs ruft #muenchenmusshandeln die bevorstehenden Kommunalwahlen am 15.03.2020 zur #klimawahl2020 aus.

Steuergelder müssen endlich bei jenen Landwirt*innen ankommen, die umwelt- und klimafreundlich produzieren wollen – und von der Politik in ihren Subventionen beachteiligt werden. 58 Milliarden Euro beträgt das jährliche EU- Budget für Agrarsubventionen. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger*in. Dieses Geld darf keine Turbo-Landwirtschaft und Massen-Tierhaltung mehr fördern, die negative Folgen für das Klima, unsere Umwelt und damit uns alle hat. Faire Preise und faire Wettbewerbsbedingungen sowie regionale Vermarktung müssen gestärkt werden und es muss Raum für Artenvielfalt geschaffen werden – in jedem Betrieb. Wir fordern eine Landwirtschaftspolitik, die unsere Steuergelder so einsetzt, dass faire Bedingungen für Landwirt*innen geschaffen werden und eine nachhaltige und klimagerechte Bewirtschaftung unsere Länder ermöglicht, damit nachfolgende Generationen in und von einer Umwelt leben können, die nicht komplett vermüllt, ausgebeutet und überhitzt ist.

Lecker KK-Kraut

Kaum bereitet sich die Natur auf die stille Zeit vor, machen wir uns ans Werk, um die Früchte unserer Arbeit durch altbewährte Einmachmethoden über den Winter zu bringen und sogar noch zu verfeinern.

Die letzten zwei Samstage haben wir dank zahlreicher Helfer*innen und top Vorbereitung 3.420 Gläser mit unserem guten Würzl gefüllt. Das Würzl ist eine Würzpaste aus ganz klein geschreddertem Gemüse und durch Salz haltbar gemacht. Wir hoffen es schmeckt ;-).

Am letzten Donnerstag wurden außerdem ca. 2 Tonnen Weißkohl von unseren Freiland-Mitarbeiter*innen Janine, Conny, Korbi und Felix auf dem Pfänderhof zu Sauerkraut verarbeitet. Unser Weißkohl wurde geputzt, geschreddert und eingemacht. Nur die Damen durften zum Stampfen in die großen Fässer steigen – denn es darf bei all dem Gestampfe nicht zu viel Lake aus dem Kraut herausgedrückt werden. 
Das unpasteurisierte rohe Sauerkraut ist ein probiotisches Nahrungsmittel und durch die enthaltenen Milchsäurebakterien Lieferant von viel Vitamin C. Wir freuen uns drauf.

Sauerkraut auch ganz einfach selber machen:
Einen Kohlkopf hobeln, mit 2% Salz ordentlich kneten, bis genug Flüssigkeit (Lake) entstanden ist. Das Kraut in ein Bügelglas schichten und dabei unter die entstandene Salzlake drücken. Bei Bedarf noch Gewürze hinzufügen. 
Anschließend das Kraut für mehrere Wochen bei Raumtemperatur fermentieren lassen. Für die ersten zwei bis drei Tage ist eine Temperatur von 20 bis 22°C förderlich, danach kann das Glas ruhig bei 18°C aufgestellt werden.

Viel Spaß und hier noch ein paar Bilder vom vollen Körpereinsatz unsere Freiland-Mitarbeiter*innen.

     

München-Mertola

Der Baixo Alentejo ist eine Region im Südwesten Portugals, deren klimatischen Bedingungen schon immer eine Herausforderung für die Menschen vor Ort darstellten. Die geografische Lage zwischen der wilden Atlantikküste im Westen, der mediterranen Algarve im Süden und den teilweise extrem heißen Gebieten Spaniens im Osten ist eben eine spezielle Mischung. Und nach Jahrzehnten der Misswirtschaft, oftmals aufgrund der Umsetzung ungeeigneter EU-Subventionsprogramme, sind die Böden heute verbraucht, die lokalen Wasserkreisläufe gestört, die Landschaft unfruchtbar, die Infrastrukturen zusammengebrochen. In der Folge sind die Jungen und Ausgebildeten nach Lissabon gezogen (oder gleich ausgewandert), die Daheimgebliebenen sind in der Regel “die Alten“ oder haben keine Perspektive.

Wir – unsere deutsch-portugiesische Auszubildende Sophie und Vorstand Daniel – sind der Einladung von Katharina gefolgt und waren letzte Woche in Mertola auf einer selbstorganisierten Regionalkonferenz. Mit lokalen Akteur*innen, die sich nicht unterkriegen lassen wollen, haben wir an deren Projektideen gefeilt, um sowohl ihre prekäre wirtschaftliche Lage zu verändern, als auch das Ökosystem in dem sie leben zu schützen bzw. wieder zu rekultivieren. Die Region ist im positiven Umbruch.

Einer Frau, Maria Joao Silva, haben wir spontan versprochen zu helfen, weil wir mit wenig Aufwand einen sofort wirksamen und für die Menschen wertvollen Unterschied machen können. Die Schulkrankenschwester hat sich in den Kopf gesetzt, nach der Sintropic-Anbaumethode (das ist so spannend, dass wir’s demnächst gesondert vorstellen) eine Art Schulgarten in Aljezur zu starten. Aber es ist viel mehr, als nur ein Garten: Als Bestandteil des regulären Unterrichts, lernen die Schüler*innen die Grundlagen des Gemüsebaus ohne(!) gießen und wie degradierte Böden wieder aufgebaut werden, versorgen sich selbst mit Lebensmitteln, die sie sich sonst oft nicht leisten könnten, aber am Wichtigsten – ihnen wird eine Methode beigebracht, die das Voranschreiten der Wüste aufhalten könnte und den Familien perspektivisch wieder ein Einkommen aus gelingender Landwirtschaft ermöglicht.

Um dieses Projekt zu starten, hat Maria bereits zwei Lehrkräfte im bestehenden Erprobungsgarten in Mertola ausbilden lassen. Das einzige was fehlt, aber von ihr unmöglich gestemmt werden kann: 1.600 € für Jungpflanzen und Werkzeuge. Und zwar jetzt, weil es seit vergangenem Mittwoch regnet und nur während der Regenzeit gepflanzt werden kann. Danach ist es wieder rund 285 Tage trocken.

Wir wollen ermöglichen, dieses Projekt zu starten. Wer macht mit und würde ein paar Euros (10 €, 20 €, …) in die Sammelbüchse werfen? Bitte meldet Euch bei daniel@kartoffelkombinat.de mit dem Betreff „München-Mertola“ und Ihr bekommt Kontonummer und Paypal-Verbindung zugeschickt.

Einen Blick auf den Garten in Mertola, die Bedingungen* vor Ort und das Grundkonzept findet Ihr als Video hier: 

Horta Sintrópica na Escola ganha 2º lugar em concurso nacional de sustentabilidade from Life in Syntropy on Vimeo.

*) Achtet mal auf die Vegetation bei Minute 00:14, wenn die Kameradrohne mehr von der Gegend zeigt!

Unsere Würzl-Premiere

Letzten Samstag ging es rund. Auf der Würzl-Aktion Teil I wurden mithilfe von 20 Genoss*innen über 700 kg Gemüse zu einer feinen Paste verarbeitet. Es war in der Tat eine Premiere – nicht nur die Nutzung der Location, sondern auch die Zubereitung.

Die fixe, langgehegte Idee einer Würzpaste ist nun Wirklichkeit geworden. Am Wochenende wurden insgesamt über 1.700 Gläser mit unserem selbst hergestellten Würzl, bestehend aus Karotten, Petersilie, Petersilienwurzel, Sellerie, Lauch, Zwiebel und Salz in der Gastroküche des Gasthauses „Zur Post“ in Mittelstetten abgefüllt.

Die Paste dient als köstliche Grundlage für Suppen, Eintöpfe – gerade in der kalten Jahreszeit – und als geschmackliche Zugabe beim Kochen. 
Nach einem etwas holprigen Start in den Räumlichkeiten des Gasthauses haben wir unser Tagespensum gut bewältigt. An dieser Stelle auch herzlichen Dank an alle fleißigen Helfer*innen, die dabei waren. Die Wurstabfüllmaschine des Gasthauses wurde kurzerhand auf vegan „umgestellt“ und war eine sehr wertvolle Hilfe, die Paste in unsere Gläser zu pressen.

Genosse Erich hat durch seine Hobbyimkerei viel Erfahrung damit klebrige Masse hygienisch in saubere Gläser zu bekommen und wir damit schnell einen Abfüllmeister. Die Küche im Gasthaus hatte eigentlich geschlossen – aber als der Mittlestettner Chor zum Mittagessen vorbeikam, wurden die hungrigen Sänger*innen aus der, von der Würzl-Aktion in Beschlag, genommenen Küche schnell versorgt. Und staunten nicht schlecht, was da von unserer Genossenschaft mit ehrenamtlicher Unterstützung so produziert wird. Da fehlten ihnen glatt die Töne. ;-)


Wir freuen uns sehr über den Neuzugang des Würzl in unseren Winterkisten und sind gespannt über das Feedback aus der Genossenschaft. Es ist eine schöne Ergänzung in der Winterzeit – auch, da unsere Apfelmus-Aktion dieses Jahr leider nicht stattgefunden hat. Statt zu Apfelmus werden die eingeplanten Äpfel von den Aurachers zu Apfelchips (ohne Fett und Zucker) verarbeitet und der gesunde, fruchtige Snack ist so ebenfalls eine schöne Bereicherung unserer Kiste.

Nächsten Samstag geht’s weiter mit Teil II der Würzl-Aktion, damit jede*r Genoss*in auch 2 Mal ein Würzl-Glas im Ernteanteil mitgeliefert bekommt.

 

Mitgärtnern-Pause

Am Sonntag wurde ein letztes Mal tüchtig gewerkelt und u.a die alten Beete hinter den Pflanztischen beim Gewächshaus hergerichtet. Pflanzen und Bäumchen wurden entfernt, denn diese Flächen sollen im nächsten Jahr voraussichtlich genutzt werden – ob mit Blüh- oder Kulturpflanzungen bleibt jedoch noch zu besprechen.

Nach getaner Arbeit fand dann mit einem großen Holzwurm-Feuer (vom Wurm befallenes Holz, dass wir nicht mehr verwenden konnten) unsere diesjährige Mitgärtnern-Saison ihren feurigen Abschluss. Lieben Dank an die tolle und großartige Unterstützung aller fleißigen Genoss*innen und Helfer*innen die den Unkrautwucherungen standhielten, den Erntemassen nicht auswichen und sich von Wind und Wetter nicht abschrecken ließen.

Wir freuen uns auf eine gute Mitgärtnern-Saison 2020 mit Euch! 

Und wen die Sehnsucht ganz arg packt, der/die kann natürlich gerne jederzeit nach Spielberg kommen, die frische Luft genießen, über die eigene Gärtnerei spazieren und der Natur beim Tun zuschauen.

Köstlich aber hart erarbeitet

Diese Woche wandert wieder der Spinat in unsere Kisten. Frisch und lecker – köstlich als Beilage, im Salat, im Smoothie oder roh und pur. So lecker und groß die Freude über das grüne Blattgemüse ist, so langwierig und anstrengend ist die Spinat-Ernte – vor allem wenn der Mehltau sein Unwesen treibt.

Mehltau ist ein Pilz, der Pflanzen befällt. Dieser zeigt sich meist durch gelbe Flecken und danach durch einen weißlichen Belag, erkennbar auf der Blattoberfläche. Die Blätter verfärbe sich im Laufe des Befalls gelb bis braun, bis sie vertrocknen. Bei der Ernte werden diese vertrockneten Blättchen in mühevoller gründlicher Handarbeit weggezupft und aussortiert. Unser Gärtnerei-Team ist mit vollem Einsatz dabei. Hut ab für die Geduld (und ungemütliche Ernte-Körperhaltung ;-).

Übrigens: Den Mehltau behandeln wir nicht, sondern versuchen unsere Ernte noch vor dem allzustarken Befall in unsere Erntekisten zu befördern. Mehltau ist für den Verzehr nicht schädlich, die Blätter einfach wie gewohnt waschen.

 

Kartoffelkombinat-Infoabend 19.11.2019

Was das Kartoffelkombinat eigentlich ist, was wir genau machen und wie Du mitmachen kannst, findest Du auf dem nächsten – und für dieses Jahr – letzten Kartoffelkombinat-Infoabend heraus. Los geht’s am 19.11.2019 um 19 Uhr, wie immer in der Daiserstrasse 15, Rgb. in Sendling.

Daniel, Gründer und Vorstand im Kartoffelkombinat berichtet über die Beweggründe unserer Genossenschaft, spannende Hintergründe, interessante Aussichten und lustige Anekdoten. Der Infoabend ist für alle Interessierten offen. Wir freuen uns sehr über Neugierige mit oder ohne Begleitung. Snacks und Getränke gibt’s auf Spendenbasis 😉

Damit wir wissen, wieviele Stühle wir bereitstellen dürfen, tragt Euch bitte in unsere Liste ein: www.kartoffelkombinat.de/infoabend

Wann: Dienstag, den 19.11.2019, 19 Uhr
Wo: Kartoffelkombinat eG, Daiserstrasse 15, Rgb., 81371 München-Sendling

Ab durch’s Unkraut – Führung

Jetzt im Herbst lagern die Pflanzen Ihre Lebenssäfte in den Wurzeln ein, um im nächsten Frühling wieder auszutreiben. Neben kultivierten Gemüsesorten wächst auf unserer Gärtnerei auch jede Menge „Unkraut“, das wir kaum beachten. Diese „Unkräuter“ wollen wir uns gemeinsam genauer anschauen. Wir werden diverse „Unkräuter“ bestimmen, ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Küche besprechen, etwas über ihre Heilwirkung lernen und die ein oder andere Pflanze bzw. Wurzel kosten.

Durchs „Unkraut“ führt Euch Genosse Gregor Baumert, bekannt aus dem Kartoffelkombinat Kinder-Sommercamp, gemeinsam mit Dr. Barbara Deubzer, Biologin, Pflanzenexpertin und Erlebnis-/Umwelt- und Wildnispädagogin (www.kinder-der-erde.de)

Wann: Sonntag, 27.10., 14:30 – 17:30 Uhr (Achtung: Zeitumstellung)
Wo: Kartoffelkombinat-Gärtnerei, Spielberg 3, 82281 Egenhofen
Spendenempfehlung: 15 € p.P., Kinder bis 14 Jahre frei
Anmeldung: www.kartoffelkombinat.de/unkraut

Neue Nachbarschaft!

Wir freuen uns, dass unsere Genoss*innen ab sofort an 2 neuen Verteilpunkten in Freimann und Gilching ihren wöchentlichen Ernteanteil mit regionalem, saisonalem und fair erzeugtem Bio-Gemüse aus unserer Gärtnerei abholen können. Damit beliefert das Kartoffelkombinat an 4 Tagen der Woche insgesamt fast 120 Verteilpunkte in und um München und versorgt so über 1.600 Mitglieder-Haushalte mit lokal produzierten Lebensmitteln.

Alle Infos zu den Kartoffelkombinat-Liefertgebieten findet Ihr hier.

43 Tonnen gelbe Knolle

Das Wetter war super, die Kartoffeln zahlreich und das Kartoffelkombinat-Team im Voll-Einsatz von früh bis spät. 43 Tonnen Kartoffeln haben wir Montag und Dienstag dieser Woche aus dem eigenen genossenschaftlichen Boden geholt und sind geschafft und glücklich, trotz etwas nach unten korrigierter Ertragszahl. Danke an die engagierten Genoss*innen für die Unterstützung und an das starke KK-Team! 

Montagmorgen um 08:30 Uhr ging’s los. Die Rodermaschine vom Richard Wirthmüller aus Odelzhausen (Bio-Kartoffelbauer) hat über den ganzen Montag verteilt unsere 4 Sorten Kartoffeln, die auf einer Fläche von ca. 1,8 ha in Spielberg angebaut wurden, aus dem Boden geholt. 

Das Team in Spielberg hat dabei die erste grobe Sortierung vorgenommen, bevor sich die Kartoffeln auf den Weg nach Odelzhausen machten und dort von Hand feinsortiert wurden. Vor allem faulige und großflächig (durch’s Roden) angeschnittene Knollen wurden aussortiert. Die Gefahr ist sonst groß, dass „verletzte“ Knollen faulig werden und andere Kartoffeln „anstecken“. Steine und Erdklumpen wurden ebenfalls per Hand ausgelesen. Grüne Kartoffeln werden als Futterkartoffeln weiter verwertet und wanderten in einen extra Behälter.

Auch die niedlichen Kartoffel-Enten sind nicht lagerfähig. Die Kartoffeln, die aussehen wie Quietschentchen, haben durch länger anhaltende Hitze und darauf folgende Feuchtigkeit den Drang verspürt, sich weiterzuvermehren und eine weitere Knolle ausgebildet. Da diese aber weniger Stärke enthält als der “dickere“ Teil der Kartoffel, kann sie schneller faulen und die ganze Knolle dahinraffen. Das Sortier-Team hat’s gefreut und die Kartoffel-Enten genug Abnehmer*innen gefunden. 

Vier Kartoffelsorten haben wir wieder zur Auswahl, damit es nicht langweilig wird mit der gelben Knolle. Ditta hat eine tiefgelbe Fleischfarbe und ist sehr robust im Anbau. Jelly ist eine wohlschmeckende Kartoffel mit feinem gelben Fleisch, leicht mehlig und leicht genetzter Schale. Allians ist vorwiegend festkochend mit sehr gelben Fleisch. Die letzte im Bunde ist die Agria, eher mehlig, gelbfleischig mit einem guten Kartoffelaroma. Sie hält sich im Lager am längsten. Ihr werdet sie also erst gegen Ende des Kartoffeljahres nächsten Frühsommer genießen können.

Hier ein paar Eindrücke der Kartoffelernte 2019: