Wir streiken!

Am Freitag, den 20.09. findet der globale Klimastreik statt. In München und vielen anderen Städten in Deutschland und weltweit gehen Menschen auf die Straße, um auf die Brisanz des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Warum ist das wichtig?
Während in Berlin das Klimakabinett tagt und in New York einer der wichtigsten UN Gipfel des Jahres vorbereitet wird, soll an diesem Tag der bislang größte globale Klimastreik stattfinden, um den Regierungen laut zuzurufen: „Setzt endlich um, was Ihr schon 1992 in Rio und 2002, 2006 und 2015 alles beschlossen habt! Handelt endlich, die Zeit läuft ab! Und je mehr Menschen das fordern, desto höher wird der Handlungsdruck auf die Regierungen. Allein in Deutschland werden am 20.09. in über 400 Städten und Gemeinden Veranstaltungen stattfinden.

Wer in München mitstreikt oder den Streik unterstützt, hat das zivilgesellschaftliche Bündnis „München muss Handeln“, dass sich mit 300 Unternehmen und Organisationen hinter die Klimaschutzforderungen der Fridays For Future stellt, hier kartiert: www.muenchen-muss-handeln.de/streik

Auch das Kartoffelkombinat wird am 20.09. streiken. Wir treffen uns um 11:45 Uhr auf dem Königsplatz am Pavillon von „München muss handeln“. Treffpunkt siehe auf unten stehender Map.

Wer zeitliche Kapazitäten hat und als Helfer*in für den Klima-Krisentstab von „München muss handeln“ z.B. Flyer verteilen kann, melde sich bitte umgehend per E-Mail bei Stephanie Hirn unter krisenstab@muenchen-muss-handeln.de.

Wer noch auf der Streikkarte von München muss handeln“ eingetragen werden möchte, schreibt bitte eine Mail an streik@muenchen-muss-handeln.de

Der Erdfloh frisst uns die Kohlblätter vom Kopf

Der Erdfloh treibt sein Unwesen in unseren Kohl-Kulturen. Die sehen aus wie Schweizer Käse – mit Löchern übersät (siehe aktuelles Bild vom Acker). Fast alle Betriebe in der Region klagen über diese hundsgemeine Plage. Vermutlich fällt für uns der komplette Grünkohl aus und wir hoffen, dass der Erdfloh zumindest die anderen Kohlsorten nicht so stark schädigt.

Die löchrige Blätteroptik würde bei uns nichts daran ändern, dass so ein Kohl auf den Tellern unserer Mitglieder landet. U. a. ist ja das der Sinn unseres Konzepts. Aber der fiese Schädling schädigt nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln. Die Pflanzen müssten derzeit bereits doppelt so groß sein, wachsen aber einfach nicht, wenn der Floh den Geschmack daran gefunden hat. Um den Kisteninhalt auszugleichen haben wir unser Zukaufsbudget schon strapaziert, sodass für den drohenden Kohlausfall im Herbst unsere Kompensationsmöglichkeiten beschränkt sein werden. Aber wir tun (und hoffen) das Beste. 

Dies ist jedoch auch ein gutes Beispiel, um zu sehen wie uns unser landwirtschaftliches Projekt durch die genossenschaftliche Organisation und die Gemeinschaft vor einem substanziellen finanziellen Verlust schützt. Andere Landwirte bleiben auf so einem Schaden sitzen und haben enorme (finanzielle) Verluste zu tragen. Zu unserem Facebook-Beitrag dazu inkl. interessantem Video zum Erdfloh und „unverkäuflichen” Kohlrabi geht’s hier entlang www.kartoffelkombinat.de/fb-erdfloh.

Offener Brief an den Münchner Stadtrat

125 Münchner NGOs, Verbände und Unternehmen unterstützen die Forderungen von Fridays for Future München

MÜNCHEN, 5. Juli 2019 – Breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft. Am 25. Juni 2019 veröffentlichten Fridays for Future München ihren kommunalpolitischen Forderungskatalog an den Stadtrat. Jetzt stellt sich auch die Münchner Zivilgesellschaft, ein breites Bündnis aus 125 Verbänden, NGOs, Stiftungen und Unternehmen, hinter die Schüler*innen. Mit ganzseitigen Anzeigen am 6. und 7. Juli  in der Münchner Tagespresse (SZ, AZ, tz, Bild, WamS) in Form eines offenen Briefs an den Münchner Stadtrat fordert das Unterstützerbündnis die Umsetzung des Forderungskatalogs. Die Anzeigenkampagne wird auf den sozialen Netzwerken über #muenchenmusshandeln begleitet.

Generationsübergreifend und quer durch alle gesellschaftlichen Schichten stellen sich Privatpersonen, WissenschaftlerInnen, Unternehmen und Institutionen hinter die Münchner Fridays for Future-SchülerInnen und fordern von den politisch Verantwortlichen umgehende und adäquate Maßnahmen, um die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris einzuhalten. 

„Die Politik in Deutschland wurde, mit der EU-Wahl in ihren Grundfesten erschüttert – ein Riss geht quer durch die Gesellschaft und Generationen. Gleichzeitig hat sich mit den Protesten auf der Straße, den Diskursen in diversen (sozialen) Medien und den Verschiebungen der Parteipräferenzen ein Gelegenheitsfenster geöffnet“, so Daniel Überall von anstiftung, Klimaherbst e.V. und Kartoffelkombinat eG

Jürgen Müller vom Münchner Ernährungsrat e.V.: „Die Jugend hat mit wissenschaftlicher Unterstützung vorgelegt. Die Kommunalwahlen 2020 werden angesichts der gewaltigen Unterstützung aus allen Bereichen der Gesellschaft nicht danach entschieden, welche Wahlversprechen gegeben werden, sondern danach, was vom Forderungskatalog bis dahin umgesetzt wird. Wer wieder in den Stadtrat will, muss JETZT handeln.“

Martin Glöckner von Green City e.V.: „München muss als Weltstadt mit Hirn agieren und die aufgelisteten Punkte von Fridays for Future erfüllen. Es bleibt nur wenig Zeit, um unsere Existenzgrundlagen zu erhalten. Die Zivilgesellschaft fordert von ihren gewählten Vertretern im Münchner Stadtrat mutige und enkeltaugliche Entscheidungen. Als reiche Kommune muss die Landeshauptstadt als Vorbild für andere Städte vorangehen.”

Stephanie Weigel von Tollwood dazu: „Was braucht es denn noch, damit die Münchner Politik endlich und radikal handelt? Die Wissenschaft schlägt Alarm, die Zivilgesellschaft steht generationsübergreifend hinter den Jugendlichen, Zehntausende gehen regelmäßig auf die Straße. Jetzt reicht’s, der Stadtrat muss raus aus der Komfortzone, jetzt muss endlich was passieren.”

www.muenchen-muss-handeln.de

Liste der Bündnispartner:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) | ADFC Kreisverband München e.V. | Aqua Monaco GmbH | AK Mensch und Tier Neubiburg | Aktionsbündnis aufgeMUCkt | Albert Schweitzer Stiftung Aktionsgruppe München | Amperhof | Animals United | anstiftung | Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung e.V. | Aktionsbündnis “Artgerechtes München” | attac München | Basic AG | Bellevue di Monaco e.G. | Bürgerenergiegenossenschaft BENG | bike kitchen | Amadé Billesberger | Bioculture GmbH Bioland | Bio-Marktgemeinschaft eG | Bund Naturschutz in Bayern e.V. | buntkicktgut gGmbH | BürgerStiftung München | Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastungen | Combinat 56 | DAV Sektion Gay Outdoor Club | DAV Sektion(en) München + Oberland | David gegen Goliath | Der Spatz – Magazin für Ökologie und Gesundheit | Deutscher Kinderschutzbund München | Die Umwelt-Akademie e.V. | Die Urbanauten | Ecozept Deutschland | Epos Biopartner Süd GmbH | Ev. Stadtakademie | Field of View | Florian Weiss | foodsharing e.V. | Fossil Free München | Freie Radikale / 2030 Kommunikation | Gartensalon | Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V. | Genussgemeinschaft Städter und Bauern | Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. | GLS Gemeinschaftsbank eG | Gold GmbH | Green City AG | Green City eV | Greenpeace München | Gregor Louisoder Umweltstiftung | Gut Sonnenhausen | Heimat Giesing | Herrmannsdorfer Landwerkstätten | Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH | Hollerbusch Naturkost | IHA e.V. | impact HUB Munich GmbH | Import Export | Isarlust e.V. | Kanzlei Aschinger HSP-Steuer | Kartoffelkombinat – der Verein e.V. | Kartoffelkombinat eG | Kreisjugendring München-Stadt | Kulturstrand | Kulturverstrickungen | LBV Kreisgruppe München | Licht der Hoffnung e.V. | Magdeburg & Bittl GbR | Manemo eG | Memo Architekten | merz punkt | MIN Münchner Initiative Nachhaltigkeit | Mohr Consulting | Münchner Ernährungsrat e.V. | Münchner Forum e.V. | NaturFreunde Deutschlands, Bezirk München e.V. | Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V. | Netzwerk Klimaherbst | NordSüdForum München | oekom verein | oekom Verlag | Ois possible | Ökoprojekt Mobilspiel eV | Ökoring GmbH | OHNE Der verpackungsfreie Supermarkt GmbH | opflanzt is! eV | Patagonia | Parents for Future | Polarstern GmbH | PROVIEH | Pro Wildlife e.V. | Rainbow Refugees Munich | Raus aus der Steinkohle | reCup GmbH | Reformhaus Meyer | rehab republic | Sauba sog I | Schweisfurth-Stiftung | Scientists for Future | Selbach Umweltstiftung | Sendlinger Buchhaltung | Slow Food München | SOS Kinderdorf München | Sparda-Bank München eG | Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. | sustainable AG | Tollwood GmbH | Traveling the Borderline | Umweltinstitut München e.V. | urbane gärten München | Utopia GmbH | ver.de für nachhaltige Entwicklung | Volksbegehren Artenvielfalt | vollblut livemarketing | Vollcorner GmbH | Volxküche München e.V. | Vriends for Life e.V. | WECF e.V. | wir2liebenWein | Wöltje | Zukunftswerk eG

Die Lage der Kartoffeln

Das Gärtnerteam und unser Gemüse braucht diese Woche kräftig Unterstützung. Unsere Kartoffeln stehen dieses Jahr das erste Mal auf dem sog. „Finger“, unserer eigenen Fläche. Dort ist der Unkrautdruck sehr hoch – und die Ackerwinde macht den Kartoffelpflanzen zu schaffen.
 

Für einen visuellen Eindruck, was es zu tun gibt, schaut Euch dazu am besten unser kleines Video an, unter www.kartoffelkombinat.de/video und kommt kommenden Sonntag, um 10:00 Uhr, raus nach Spielberg. Dann wird gejätet – denn auch die Karotten brauchen Unkraut-Befreiung.
Wir freuen uns über Euch – gerne auch unter der Woche – und Eure Unterstützung.

Bis bald!
Euer Kartoffelkombinat-Team

K(l)eInE SoLiDaRiTäT iN SaChEn KlImA

Warming stripes (Visualisierung der jährlichen globalen Temperatur von 1850-2017). Quelle: http://www.climate-lab-book.ac.uk/2018/warming-stripes/#more-5516

Kein Bekenntnis zur Treibhausgasneutralität ab 2050, keine Verschärfung des europäischen Klimabeitrags zum Paris-Abkommen: Beim Klimaschutz konnten die Staats- und Regierungschefs der EU vergangene Woche keine Einigung erzielen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU planten vergangene Woche die großen politischen Linien des Staatenbunds für die nächsten Jahre – und haben in Sachen Klimaschutz nichts zustande gebracht.

Einige EU-Staaten rund um Frankreich wollen erreichen, dass die 28 EU-Länder sich zu dem Ziel bekennen, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Deutschland hatte sich erst im Mai zum EU-Klimaneutralitäts-Ziel durchgerungen (nach breiter öffentlicher Kritik). Die große Mehrheit der EU-Staaten ist nun aber am Widerstand von Polen, Tschechien und Ungarn gescheitert, da für einen Beschluss Einstimmigkeit notwendig war.

Der Europäische Rat fordert die EU-Gremien nun auf, sich für den Übergang zu einer klimaneutralen EU in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen einzusetzen. Das Ziel bis 2050 klimaneutral zu sein, soll schrittweise erfolgen. So sollen nun die Ziele für 2030 (Pariser Klimaabkommen) ab 2020 alle 5 Jahre verschärft werden, da die bisher eingereichten nationalen Klimaziele nicht reichen, um das 1,5-Grad-Limit zu erreichen. Der UN-Klimagipfel in New York kommenden September soll dafür die Weichen stellen.

Die Chance, dass 2050 die gesamte Welt klimaneutral ist, schwindet. Ist es doch aber ein Muss, um zumindest eine 50-prozentige Chance zu haben, die Erderhitzung bei 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu stoppen. Das ist jedenfalls das Ziel des Paris-Abkommens, von dem nun lediglich eine Fußnote der Abschlusserklärung übrig ist, die darauf verweist, dass die Mehrheit der Staaten für Klimaneutralität in 2050 war.

Und als hätte das Wetter auch ein Wörtchen mitzureden, hat es jüngst einige Kapriolen geschlagen. Die Unwetter um Pfingsten haben das Kartoffelkombinat zum Glück verschont. Aber nicht alle waren so glücklich wie wir und die SoLaWi Sonnenwurzel (zwischen Schongau und Ammersee) hat’s hart erwischt. Der Hagel hat fast 90% ihres Freilandanbaus platt gemacht.

Und da wir alle im Kartoffelkombinat Solidarität leben und im Hier und Jetzt beweisen, das Umwelt, Konsum und Klimaschutz doch zammgeht, haben wir kurzerhand der SoLaWi Sonnenwurzel unter die Arme gegriffen und einige Jungpflanzen gespendet, um ihre Beete und Kisten wieder etwas zu füllen. Wir drücken die grünen Daumen.

Sommer, Sonne, Sommercamp

Nicht mehr lang und es beginnen die heißersehnten Sommerferien. Ein Traum für jedes Kind, eine echte Herausforderung für berufstätige Eltern. Deswegen bieten wir in Kooperation mit unseren Geno-Mitgliedern Gregor Putze und Gregor Baumert dieses Jahr sogar zwei Wochen Ferienprogramm für Kinder an.

Das Sommercamp findet überwiegend auf dem Gelände der Gärtnerei in Spielberg statt. Diese werden wir gemeinsam entdecken. Es wird aber auch Ausflüge in die benachbarte Natur geben. Gemeinsam werden wir die freie Zeit der großen Ferien draußen genießen. Das Abenteuer im Kartoffelkombinat-Camp ist für Kinder im Grundschulalter gedacht.

WANN:
3. Ferienwoche vom 12.-16.08.19 (KW 33)
Stichwort: Gemüsekids 2019
Betreuung und Anmeldung: Gregor Putze, gregor@kartoffelkombinat.de 

4. Ferienwoche: 19.-23.08.19 (KW 34)
Stichwort: Wilde Entdecker
Betreuung und Anmeldung: Gregor Baumert, naturkinder-gregorba@posteo.de
Die Teilnahme an einer oder an beiden Wochen ist möglich

KOSTEN:
150,00 € pro Kind/Woche, Abrechnung über das Kartoffelkombinat. 
Als Geno-Mitglieder zusammen mit dem Kartoffelkombinat „der Verein“, wollen wir für 2 Familien solidarisch sein und halten deshalb 2 Plätze für 75,00 € vor. Bitte schreibt uns an.

Bitte meldet Euer Kind/er bis zum 15.07.2019 verbindlich an. Das Sommercamp findet ab 12 Kindern pro Woche statt. 
Im Doodle seht ihr den aktuellen Stand der Anmeldungen, bitte tragt euch dort ebenfalls ein. Weitere Details gibt’s ihr im Forum unter: www.kartoffelkombinat.de/sommercamp

Wir suchen Dich! Lust uns beim Camp zu unterstützen?
Gregor und Gregor benötigen noch ein paar UnterstützerInnen (ErzieherInnen, Eltern, junge Erwachsene, Interessierte) die sich vorstellen können, uns für mind. 2 Tage oder den gesamten Zeitraum zu unterstützen. Schickt bei Interesse eine Mail an gregor@kartoffelkombinat.de.

Das Klima, Die EU & Deine Wahl

Am Sonntag ist EU-Wahl. Aber warum ist diese Wahl überhaupt so wichtig?
Nun, die wesentlichen Gesetze und Rahmenbedingungen werden schon lange nicht mehr in Berlin, sondern in Brüssel verhandelt. Nehmen wir z.B. die 58.000.000.000 Euro Landwirtschaftssubventionen. Der Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hält leider weiterhin an der Agrarpolitik von gestern fest.

„Geld soll weiter pauschal Landbesitz belohnen, fast egal, wie darauf gewirtschaftet wird. Damit stellt sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen jene Bauern, die mehr für Bienen, Klima und Wasser tun wollen. Besonders Bio-Bauern zeigen: Klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft funktioniert, ist aber nicht umsonst zu haben.
Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) muss dringend umsteuern und mit den Milliarden Steuergeldern die Bauern honorieren, die unsere Ressourcen aktiv schützen.
Wer etwas leistet für Umwelt und Gesellschaft, muss stärker unterstützt werden.“ kommentiert Dr. Alexander Gerber, Vorstand vom BÖLW (Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft).

Die EU-Wahl wird unmittelbaren Einfluss auf die anstehende Reform der GAP und die Förderung von strukturschwachen Regionen haben. Und wir können für die notwendige Erhöhung der EU-Klimaziele und mehr Ehrgeiz der Mitgliedstaaten beim Ausbau der erneuerbaren Energien abstimmen. Die Europawahl wird Einfluss darauf haben, ob wir in Zukunft Zugang zu sauberem Wasser haben, denn die dafür zuständige Wasserrahmenrichtlinie soll abgeschwächt werden. Es geht bei der Wahl darum, ob und welche Rahmenbedingungen für Gentechnik definiert werden und ob gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen. Es wird sich entscheiden, ob bei der Zulassung von Pestiziden deren Umweltverträglichkeit strenger bewertet wird und wie die EU-Chemikalienverordnung umgesetzt wird.

Letztlich wird sich zeigen, ob die Interessen der Wirtschaft und Großkonzerne mehr zählen als die von Umwelt- und VerbraucherInnenschutz. 

In den letzten Monaten haben Initiativen und Bündnisse überregional und lokal gezeigt: die zivile Gesellschaft drückt „Klimaschutz“ stärker denn je in den Fokus. Alleine in Bayern gab es, angefangen mit dem Volksbegehren Artenvielfalt, dem Radentscheid München, den FridaysForFuture etc. viele Petitionen und Proteste zum Thema Klima- und Artenschutz. Und das ist auch gut so. Und blieb nicht ungehört. So schmücken sich nun Parteien, die für Umweltschutz bis vor kurzem wenig bis gar keinen Platz in ihren Parteiprogrammen hatten, ihre Plakate zur EU-Wahl mit lippenbekenntnissgleichen Claims wie „ökologisch und sozial“, um die Gunst der WählerInnen zu halten. 

Und auch beim TV-Duell vor der Wahl (zu sehen in der ZDF-Mediathek), haben sich die SpitzenkandidatInnen für die Europawahl eine lebhafte Debatte geliefert und es sind vor allem Unterschiede bei der Klimapolitik deutlich geworden! Hier gibt’s einen guten Überblick über die Klimapositionen der einzelnen Parteien:
www.kartoffelkombinat.de/klimapolitik

Junge internationale Bündnisse, wie z.B. die ParentsForFuture-Bewegung rufen auch noch in dieser Woche auf, in Sachen Klimaschutz nicht locker zu lassen und organisieren die europaweite Klimademo am kommenden Freitag. Und wer überprüfen möchte, welche Partei zu den eigenen Überzeugungen am besten passt, kann dies unter folgendem Link tun: www.kartoffelkombinat.de/wahl-swiper

Das grosse Artensterben

Auf der großen UN-Konferenz zur Artenvielfalt in Paris zeichnen Experten ein dramatisches Bild: die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme habe ein bedrohliches Niveau erreicht. Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten könnten schon in kurzer Zeit für immer verloren sein. In Deutschland dafür maßgeblich verantwortlich: die Agrarpolitik mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden.

Ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, bluten unsere Landschaften aus, verstummen Vogelarten und verschwinden über die Hälfte der Insekten. Damit aber noch nicht genug, auch das Grundwasser ist mehr und mehr belastet, was zu weiteren Problemen führt. Neben der Flächenversiegelung sind die vorherrschenden landwirtschaftlichen Strukturen Haupttreiber dieser Entwicklung. 58 Milliarden Euro beträgt das jährliche EU- Budget für Agrarsubventionen. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger.

Nur ein Bruchteil dieser Gelder fließt an LandwirtInnen die sich für Artenschutz und intakte Ökosysteme engagieren und es gibt viel zu wenig Anreize für LandwirtInnen, naturverträglich zu wirtschaften. Milliardenschwere Subventionen fließen überwiegend in die intensive Landwirtschaft.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert über die Flächenprämien hauptsächlich Großstrukturen, denn rund 80 % der Gelder gehen an die größten 20 % der Betriebe. Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen werden kaum berücksichtigt.
Die Folge: hohe Pestizidbelastungen und überdüngte, ausgeräumte Flächen ohne Hecken und Ackerrandstreifen.

Das muss sich jetzt ändern – mit einer Reform der EU-Agrarpolitik! Die derzeitigen Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik bieten uns nun die Chance, das Ruder noch herumzureißen. Wir müssen Platz schaffen für die Natur in der Ackerlandschaft.

Neben der Abstimmung bei der EU-Wahl am 26. Mai, könnt Ihr im Vorfeld unter mitmachen.nabu.de/meine114euro direkt bei Euerer/m EU-Abgeordneten eine neue naturverträgliche Agrarpolitik einfordern.

Wie die deutsche Agrarpolitik für das Artensterben mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden maßgeblich verantwortlich ist  und welche Rolle unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) – ganz im Sinne der Interessen der Agrarlobby – dabei spielt, ist im ARD-Beitrag „Das große Artensterben“ zusammengefasst. Sehenswert: www.kartoffelkombinat.de/ard-beitrag

Danke, Simon!

Heute, am 30.04. vor 7 Jahren haben Daniel und Simon gemeinsam das Kartoffelkombinat gegründet – und wir freuen uns mit allen, die an diesem gemeinschaftlichen Projekt mitwirken und es weiter gedeihen lassen!
Unser besonderer Dank gilt Simon Scholl, der heute aus dem Vorstands-Duo der Kartoffelkombinat eG in den Kartoffelkombinat – der Verein wechselt, um sich dort mit viel Engagement dem weiteren Ausbau der Kartoffelkombinat-Vision zu widmen.

Wir sind sehr glücklich, dass Simon dem Kartoffelkombinat-Universum erhalten bleibt und wünschen ihm das Beste! Wir freuen uns sehr über weiteren Austausch, gute Synergien und Simons Einsatz im Verein für die Weiterentwicklung der Kartoffelkombinats-Idee.

Vielen Dank für alles, lieber Simon!
Dein Kartoffelkombinat-Team

„Wie es halt im Leben so ist – alle guten Dinge kommen irgendwann zu einem Ende. So auch meine Zeit als Vorstand in der Genossenschaft. Es war eine unheimlich ereignisreiche, berührende und erfüllende Zeit für mich, die ich immer in meinem Ge- dächtnis und Herzen tragen werde. Ich bin sehr stolz auf uns alle und zutiefst dankbar für das, was wir da gemeinsam aufbauen.
Doch bevor sich das jetzt zu sehr nach einem Abschiedsbrief anhört, mache ich an dieser Stelle einen Punkt. Denn meine Reise im Kartoffelkombinat geht weiter, über den
von mir schon länger anvisierten Wechsel in unseren gemeinnützigen Kartoffelkombinat- Verein. Hier will ich mich zukünftig voll und ganz dem weiteren Ausbau der Kartoffel-kombinat-Vision widmen. Hiermit möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Euch einzu-laden, auf die brand-neuen Inhalte unserer Homepage des Kartoffelkombinat – Der Verein unter www.kartoffelkombinat-ev.de zu gehen. Denn es stehen zahlreiche weitere transformative KK-Projekte für eine lebenswerte und enkeltaugliche Zukunft an. Hierfür können meine Vereinskollegen und ich natürlich jede Unterstützung gebrauchen, sei es in Form einer einmaligen Spende, als Fördermitglied oder auch mit Eurer Zeit und Eurem Engagement. Interessanterweise habe ich heute das gleiche zuversichtliche Gefühl, dass im Verein etwas Großartiges entstehen wird, wie 2012, als alles begann. Gebt dem Verein mit Eurer Unterstützung also gerne etwas Rückenwind, damit wir so richtig loslegen können.

Bis zum Hoffest, Euer Simon“

Simon ist künftig unter der E-Mail-Adresse simon@kartoffelkombinat-ev.de erreichbar.