Der Erdfloh frisst uns die Kohlblätter vom Kopf

Der Erdfloh treibt sein Unwesen in unseren Kohl-Kulturen. Die sehen aus wie Schweizer Käse – mit Löchern übersät (siehe aktuelles Bild vom Acker). Fast alle Betriebe in der Region klagen über diese hundsgemeine Plage. Vermutlich fällt für uns der komplette Grünkohl aus und wir hoffen, dass der Erdfloh zumindest die anderen Kohlsorten nicht so stark schädigt.

Die löchrige Blätteroptik würde bei uns nichts daran ändern, dass so ein Kohl auf den Tellern unserer Mitglieder landet. U. a. ist ja das der Sinn unseres Konzepts. Aber der fiese Schädling schädigt nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln. Die Pflanzen müssten derzeit bereits doppelt so groß sein, wachsen aber einfach nicht, wenn der Floh den Geschmack daran gefunden hat. Um den Kisteninhalt auszugleichen haben wir unser Zukaufsbudget schon strapaziert, sodass für den drohenden Kohlausfall im Herbst unsere Kompensationsmöglichkeiten beschränkt sein werden. Aber wir tun (und hoffen) das Beste. 

Dies ist jedoch auch ein gutes Beispiel, um zu sehen wie uns unser landwirtschaftliches Projekt durch die genossenschaftliche Organisation und die Gemeinschaft vor einem substanziellen finanziellen Verlust schützt. Andere Landwirte bleiben auf so einem Schaden sitzen und haben enorme (finanzielle) Verluste zu tragen. Zu unserem Facebook-Beitrag dazu inkl. interessantem Video zum Erdfloh und „unverkäuflichen” Kohlrabi geht’s hier entlang www.kartoffelkombinat.de/fb-erdfloh.

Die Lage der Kartoffeln

Das Gärtnerteam und unser Gemüse braucht diese Woche kräftig Unterstützung. Unsere Kartoffeln stehen dieses Jahr das erste Mal auf dem sog. „Finger“, unserer eigenen Fläche. Dort ist der Unkrautdruck sehr hoch – und die Ackerwinde macht den Kartoffelpflanzen zu schaffen.
 

Für einen visuellen Eindruck, was es zu tun gibt, schaut Euch dazu am besten unser kleines Video an, unter www.kartoffelkombinat.de/video und kommt kommenden Sonntag, um 10:00 Uhr, raus nach Spielberg. Dann wird gejätet – denn auch die Karotten brauchen Unkraut-Befreiung.
Wir freuen uns über Euch – gerne auch unter der Woche – und Eure Unterstützung.

Bis bald!
Euer Kartoffelkombinat-Team

K(l)eInE SoLiDaRiTäT iN SaChEn KlImA

Warming stripes (Visualisierung der jährlichen globalen Temperatur von 1850-2017). Quelle: http://www.climate-lab-book.ac.uk/2018/warming-stripes/#more-5516

Kein Bekenntnis zur Treibhausgasneutralität ab 2050, keine Verschärfung des europäischen Klimabeitrags zum Paris-Abkommen: Beim Klimaschutz konnten die Staats- und Regierungschefs der EU vergangene Woche keine Einigung erzielen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU planten vergangene Woche die großen politischen Linien des Staatenbunds für die nächsten Jahre – und haben in Sachen Klimaschutz nichts zustande gebracht.

Einige EU-Staaten rund um Frankreich wollen erreichen, dass die 28 EU-Länder sich zu dem Ziel bekennen, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Deutschland hatte sich erst im Mai zum EU-Klimaneutralitäts-Ziel durchgerungen (nach breiter öffentlicher Kritik). Die große Mehrheit der EU-Staaten ist nun aber am Widerstand von Polen, Tschechien und Ungarn gescheitert, da für einen Beschluss Einstimmigkeit notwendig war.

Der Europäische Rat fordert die EU-Gremien nun auf, sich für den Übergang zu einer klimaneutralen EU in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen einzusetzen. Das Ziel bis 2050 klimaneutral zu sein, soll schrittweise erfolgen. So sollen nun die Ziele für 2030 (Pariser Klimaabkommen) ab 2020 alle 5 Jahre verschärft werden, da die bisher eingereichten nationalen Klimaziele nicht reichen, um das 1,5-Grad-Limit zu erreichen. Der UN-Klimagipfel in New York kommenden September soll dafür die Weichen stellen.

Die Chance, dass 2050 die gesamte Welt klimaneutral ist, schwindet. Ist es doch aber ein Muss, um zumindest eine 50-prozentige Chance zu haben, die Erderhitzung bei 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu stoppen. Das ist jedenfalls das Ziel des Paris-Abkommens, von dem nun lediglich eine Fußnote der Abschlusserklärung übrig ist, die darauf verweist, dass die Mehrheit der Staaten für Klimaneutralität in 2050 war.

Und als hätte das Wetter auch ein Wörtchen mitzureden, hat es jüngst einige Kapriolen geschlagen. Die Unwetter um Pfingsten haben das Kartoffelkombinat zum Glück verschont. Aber nicht alle waren so glücklich wie wir und die SoLaWi Sonnenwurzel (zwischen Schongau und Ammersee) hat’s hart erwischt. Der Hagel hat fast 90% ihres Freilandanbaus platt gemacht.

Und da wir alle im Kartoffelkombinat Solidarität leben und im Hier und Jetzt beweisen, das Umwelt, Konsum und Klimaschutz doch zammgeht, haben wir kurzerhand der SoLaWi Sonnenwurzel unter die Arme gegriffen und einige Jungpflanzen gespendet, um ihre Beete und Kisten wieder etwas zu füllen. Wir drücken die grünen Daumen.