Das DOKfest ist wieder los!


Aufgepasst: das 36. DOK.fest München findet gerade zum zweiten Mal in Folge online statt. Bis nächsten Sonntag (23. Mai) könnt Ihr noch die besten 131 internationalen Dokumentarfilme direkt von Eurer Couch aus Streamen. Richtig gute Filme in Sachen Nachhaltigkeit, Klima und mehr haben wir Euch im Folgenden zusammengestellt.

Und für alle, die die kommenden Schlechtwettertage Zeit haben, sich alle 131 Filme des Festivals reinzuziehen, gibt es den Late-Bird-Pass für 50 € und damit freies Streamen ohne Ende bis kommenden Sonntag.

Alle Infos zum
Programm und den Tickets gibt’s hier.

WOOD – DER GERAUBTE WALD
Michaela Kirst, Monica Lazurean-Gorgan, Ebba Sinzinger, Deutschland/Rumänien/Österreich 2020, 97 Min., Originalfassung: Rumänisch, Englisch, Deutsch – Untertitel: Englisch, Deutsch

 ©DOK.fest München WOOD

Jeder hat von illegalem Holzabbau gehört. Jeder weiß, dass Unmengen abgeholzt werden – um genau zu sein: weltweit alle zwei Sekunden die Größe eines Fußballfeldes. Aber doch nicht in Europa! Von wegen: Auch hier ist der Handel mit illegalem Holz Tagesgeschäft. Das eigene Billy-Regal entstammt vermutlich aus verbotener Rodung. Große Firmen aus Österreich schaffen Anreize in Rumänien, Holz illegal abzubauen. Die Herkunft der Ware, ob Wirtschaftswald oder Nationalpark, ist dabei egal. Wenn jemand genauer hinsieht, wird gedroht. Der Film begleitet ein investigatives Team rund um den Globus. Angeführt von einem ehemaligen US-Marine-Mitglied werden mit Undercover-Methoden Mittel der weltweiten Holzmafia aufgespürt. Ziel ist es, mit neuen Regeln die illegalen Machenschaften zu unterbinden. Katharina Dolles
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HOLGUT
Liesbeth De Ceulaer, Belgien 2021, Originalfassung: Russisch – Untertitel: Englisch


©DOK.fest München HOLGUT

„Permafrost ist irgendwie cool!” Zwei Expeditionen führen uns in die raue Weite Jakutiens. Während ein Junge aus der Stadt von seinem Bruder in die Kunst der Jagd eingeführt wird, durchgräbt ein Forscher den allmählich schmelzenden Permafrostboden. Er sucht nach einer einzigen, perfekt erhaltenen Mammutzelle. Seine Vision: die Riesen der Eiszeit eines Tages im Genlabor zu klonen und in der Tundra wieder auszuwildern. Zwischen Hightech-Träumen und urzeitlichen Ritualen spannt der Film einen faszinierenden Bogen mit majestätischen, düsteren Bildern von einer Natur, die es so vielleicht bald nicht mehr geben wird. Hier, in der Dämmerung der Zeiten, vermischen sich Realität und Fiktion, Zukunftsvision und Mythos.
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DIE KUNST DER FOLGENLOSIGKEIT
Jakob Brossmann, Friedrich von Borries, Deutschland 2020, 67 Min., Originalfassung: Französisch, Englisch, Deutsch – Untertitel: Englisch


©DOK.fest München DIE KUNST DER FOLGENLOSIGKEIT

„Was im Moment als sinnvolles Leben angesehen wird, hat ja zum Zustand der Zerstörung unserer Natur geführt, den wir jetzt erleben.“ Der Architekt und Designtheoretiker Friedrich von Borries hat einen Gegenvorschlag: folgenlos leben! Sich von Erfolg und Wachstum lossagen. Diese Idee aufgreifend, entwickelt der Regisseur Jakob Brossmann ein kunstvoll verschachteltes hybrides Szenario, konfrontiert Dokumentarisches mit Fiktionalem und lässt innerhalb der verschiedenen Ebenen Figuren wie Darstellende – und nicht zuletzt von Borries und sich selbst – zu Wort kommen. Was ist Kunst, was kann, soll sie politisch bewirken? Wie wichtig ist Erfolg und was bedeutet es, ein Leben zu führen, das keine negativen Folgen hat? Ein Film, der dazu einlädt mitzudiskutieren! Selime Schauer-Altinbilek
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LIFE OF IVANNA
Renato Borrayo Serrano, Russland/Norwegen/Finnland, 77 Min., Originalfassung: Russisch – Untertitel: Ohne, Englisch


©DOK.fest München LIFE OF IVANNA

Leben im Permafrost: Wäsche waschen, Holz hacken, Rentier zerlegen. Draußen – ewiges Eis. Drinnen – fünf kleine Kinder mit ihrer jungen Mutter Ivanna. Die Kippe steckt in ihrem Mund wie das Ofenrohr in ihrer mit Rentierleder bespannten Hütte. Wenn der Sturm zu stark daran rüttelt, wird sie einfach aus dem Wind gedreht, das Haus steht auf Kufen. Wenn das kleine Nomadenvolk der Nenzen weiterzieht, werden vorne die Rentiere eingespannt. Ivanna führt noch das mühsame Leben ihrer Eltern und träumt von einem eigenen Haus in der Stadt. „Ich möchte alles ändern. Ein gutes Leben haben.“ Der Besuch bei ihrem alkoholabhängigen Mann bietet keine guten Aussichten. Am Ende hat er ein weiteres Mal seinen Beitrag geleistet. Porträt einer starken Frau. Christian Lösch
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MORNING STAR
Nantenaina Lova, Madagascar 2020, 77 Min., Originalfassung: Madagassisch – Untertitel: Englisch


©DOK.fest München MORNING STAR

Für das australische Bergbauunternehmen Base Toliara ist der Strand von Andaboy Beach ein Gebiet voll ungenutzter wertvoller Rohstoffe, für die Regierung von Madagaskar eine Chance auf schnelles Wirtschaftswachstum. Für dessen Einwohner im Südwesten der afrikanischen Insel jedoch bedeutet er Heimat und Lebensgrundlage. Hier gehen sie fischen, hier liegen ihre Ahnen begraben. In einem Kampf „David gegen Goliath“ leisten sie Widerstand und versuchen, sich den erbarmungslosen Mühlen des globalen Kapitalismus entgegenzustellen. Zum Soundtrack ihrer rituellen Gesänge begleiten wir diese Menschen auch bei ihrem alltäglichen Leben. Ein neues Kanu wird gekauft, die Speerfischer fahren zur See, Kinder plantschen im Fluss. Es wird allzu deutlich, was hier auf dem Spiel steht. Philipp Großmann
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MONOBLOC
Hauke Wendler, Deutschland 2021, 90 Min., Originalfassung: Portugiesisch, Italienisch, Hindi, Luganda, Französisch, Englisch, Deutsch – Untertitel: Deutsch, Englisch


©DOK.fest München MONOBLOC

Jeder ist schon einmal auf ihm gesessen: auf jenem geliebten, gehassten Plastikstuhl, der in jeder Strandbar, jedem Vorgarten, vor jeder Frittenbude sein Dasein fristet. Wussten Sie eigentlich, wer ihn erfunden hat? Und wer ihn dann als Massenware produziert hat? Dass er sogar im Museum steht? Wo muss ein Filmteam überall hinreisen, um eine Geschichte zu erzählen, die von Wirtschaft, Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Würde erzählt – und über eine seltsame Beziehung: die zwischen Menschen und Dingen. Eine kuriose Reise nach Afrika, Indien, USA, Frankreich, Brasilien… auf der Suche nach einem Stuhl, der immer schon da ist, bevor man angekommen ist. Ein persönliches Porträt von einem der auszog – um sitzen zu lernen. Elena Álvarez
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Viel Spaß beim Gucken!

Die KK-Kohlenstoffdioxid-kompensation

Was hat lokale Gemüseerzeugung eigentlich mit dem Klimawandel zu tun? 
…wenig, wenn wir es gut machen.

Eine Erklärung: Wir alle nutzen Energie in unserem Alltag. Diese entsteht meist durch Verbrennung von fossilen Ressourcen, wie z.B. Erdöl, Erdgas oder Steinkohle. Große Mengen davon lagern in der Erde. Und Unmenge davon werden tagtäglich von über sieben Milliarden Menschen weltweit verbraucht. Ob in Form von Benzin, mit dem wir unser Auto betanken, in Form von Gas für den Herd, um unser Nudelwasser zum Kochen zu bringen, oder durch den Dauerstream auf Netflix & Co. Bei jedem dieser „Verbräuche“ wird an einem (oder mehreren) Punkt(en) der Wertschöpfungskette Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, freigesetzt. 

CO2 ist Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus und als natürlicher Bestandteil der Luft ein wichtiges Treibhausgas in der Erdatmosphäre. Zu viel davon bewirkt jedoch den sog. Treibhauseffekt. Einfallende Sonnenstrahlung kann immer schlechter in den Weltraum zurückgestrahlt werden, und erwärmt daher die Erde. Das liegt wiederum an der zunehmenden Konzentration von Treibhausgasen, sprich u.a. CO2, in unserer Erdatmosphäre. In den vergangenen 200 Jahren (seit Beginn der Industrialisierung) hat sich der Anteil des CO2 in der Atmosphäre fast verdoppelt (von 280 ppm auf 410 ppm im Jahr 2019), nachdem er die letzten eine Million Jahre nicht über 300 ppm gestiegen war. Dies wiederum ist die Ursache für die aktuelle globale Erwärmung, sprich den Klimawandel. Aktuell werden täglich ca. 100.000.000(!) Tonnen Kohlenstoffdioxid durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre freigesetzt – die unserem Planeten weiter einheizen.

Wie heiß darf es werden?
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Temperatur auf der Erde bereits um ca. 1° C Grad erhöht. Der Weltklimarat, das Intergovernmental Panel on Climate Change (kurz IPCC), hat untersucht, welche Folgen die Erwärmung der Erde um weitere 0,5 Grad hätte. Ergebnis: eine massive Bedrohung unserer Lebensräume. Darum haben 195 Staaten im Jahr 2015 das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet und sich darin verpflichtet, den menschengemachten globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt bis zum Jahr 2100 durch konsequente Reduzierung der CO2 Emissionen auf deutlich unter 2° C zu begrenzen. Das Ziel ist somit klar, die notwendigen Maßnahmen jedoch noch längst nicht ergriffen. 

Unser Beitrag
Derweil versuchen wir im Kartoffelkombinat so gut es uns möglich ist, die Verwendung von Ressourcen zu begrenzen, um unseren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. An manchen Stellen gelingt uns das bereits sehr gut. An anderen weniger. Um ein gutes Bild zu erhalten, wo wir stehen, haben wir in Zusammenarbeit mit der Zukunftswerk eG eine CO2-Bilanz erstellt. Darin halten wir fest, was wie viel CO2-Emissionen durch unser Tun verursacht. Sei es die Produktionsenergie für Plastiktüten, in die wir unser zartes Blattgemüse packen oder die Kraftstoffverbrennung durch die Transporte, die unser Gemüse in die Stadt bringen.

Das Ergebnis: Im Jahr emittieren wir rund 84 Tonnen CO2. Das ist für einen landwirtschaftlichen Betrieb wenig. Im Hinblick auf den Klimawandel ist jedoch jede Tonnen zu viel. Um unsere CO2-Emissionen zu kompensieren unterstützen wir das Envira Amazonia Project, ein Waldschutzprojekt in Acre, Brasilien, welches 200.000 Hektar tropischen Regenwaldes schützt und damit ca. 12,6 Mio. Tonnen CO2-Emissionen verhindert. Besser wäre es natürlich gar keine Emissionen zu verursachen! Daran arbeiten wir noch. Das Zertifikat ist hier zu sehen: kartoffelkombinat.de/co2.

Können wir CO2 auch absorbieren?
CO2 ist in gebundener Form als Kohlenstoff z.B. in Mooren, in Wäldern, im Wasser (hier als Kohlensäure) und im Boden gebunden. Genauer gesagt in humushaltigen Böden. Humus besteht überwiegend aus Pflanzenresten und den Umwandlungsprodukten von Bodentieren und Mikroorganismen. Er liefert Nährstoffe für Pflanzen, saugt Wasser auf wie ein Schwamm, hält das Erdreich zusammen und bindet CO2. Wie viel CO2 wir durch die Bodenbehandlung in Spielberg binden, haben wir in der CO2-Bilanz nicht einberechnet, weil dafür noch keine geeigneten Berechnungsmethoden entwickelt wurden. Dennoch betreiben wir durch Gründüngung, mehrjährige Fruchtfolgen und ökologische Bodenbehandlungen klimarelevanten Humusaufbau und effektive CO2-Absorption.