K(l)eInE SoLiDaRiTäT iN SaChEn KlImA

Warming stripes (Visualisierung der jährlichen globalen Temperatur von 1850-2017). Quelle: http://www.climate-lab-book.ac.uk/2018/warming-stripes/#more-5516

Kein Bekenntnis zur Treibhausgasneutralität ab 2050, keine Verschärfung des europäischen Klimabeitrags zum Paris-Abkommen: Beim Klimaschutz konnten die Staats- und Regierungschefs der EU vergangene Woche keine Einigung erzielen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU planten vergangene Woche die großen politischen Linien des Staatenbunds für die nächsten Jahre – und haben in Sachen Klimaschutz nichts zustande gebracht.

Einige EU-Staaten rund um Frankreich wollen erreichen, dass die 28 EU-Länder sich zu dem Ziel bekennen, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Deutschland hatte sich erst im Mai zum EU-Klimaneutralitäts-Ziel durchgerungen (nach breiter öffentlicher Kritik). Die große Mehrheit der EU-Staaten ist nun aber am Widerstand von Polen, Tschechien und Ungarn gescheitert, da für einen Beschluss Einstimmigkeit notwendig war.

Der Europäische Rat fordert die EU-Gremien nun auf, sich für den Übergang zu einer klimaneutralen EU in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen einzusetzen. Das Ziel bis 2050 klimaneutral zu sein, soll schrittweise erfolgen. So sollen nun die Ziele für 2030 (Pariser Klimaabkommen) ab 2020 alle 5 Jahre verschärft werden, da die bisher eingereichten nationalen Klimaziele nicht reichen, um das 1,5-Grad-Limit zu erreichen. Der UN-Klimagipfel in New York kommenden September soll dafür die Weichen stellen.

Die Chance, dass 2050 die gesamte Welt klimaneutral ist, schwindet. Ist es doch aber ein Muss, um zumindest eine 50-prozentige Chance zu haben, die Erderhitzung bei 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu stoppen. Das ist jedenfalls das Ziel des Paris-Abkommens, von dem nun lediglich eine Fußnote der Abschlusserklärung übrig ist, die darauf verweist, dass die Mehrheit der Staaten für Klimaneutralität in 2050 war.

Und als hätte das Wetter auch ein Wörtchen mitzureden, hat es jüngst einige Kapriolen geschlagen. Die Unwetter um Pfingsten haben das Kartoffelkombinat zum Glück verschont. Aber nicht alle waren so glücklich wie wir und die SoLaWi Sonnenwurzel (zwischen Schongau und Ammersee) hat’s hart erwischt. Der Hagel hat fast 90% ihres Freilandanbaus platt gemacht.

Und da wir alle im Kartoffelkombinat Solidarität leben und im Hier und Jetzt beweisen, das Umwelt, Konsum und Klimaschutz doch zammgeht, haben wir kurzerhand der SoLaWi Sonnenwurzel unter die Arme gegriffen und einige Jungpflanzen gespendet, um ihre Beete und Kisten wieder etwas zu füllen. Wir drücken die grünen Daumen.

Sommer, Sonne, Sommercamp

Nicht mehr lang und es beginnen die heißersehnten Sommerferien. Ein Traum für jedes Kind, eine echte Herausforderung für berufstätige Eltern. Deswegen bieten wir in Kooperation mit unseren Geno-Mitgliedern Gregor Putze und Gregor Baumert dieses Jahr sogar zwei Wochen Ferienprogramm für Kinder an.

Das Sommercamp findet überwiegend auf dem Gelände der Gärtnerei in Spielberg statt. Diese werden wir gemeinsam entdecken. Es wird aber auch Ausflüge in die benachbarte Natur geben. Gemeinsam werden wir die freie Zeit der großen Ferien draußen genießen. Das Abenteuer im Kartoffelkombinat-Camp ist für Kinder im Grundschulalter gedacht.

WANN:
3. Ferienwoche vom 12.-16.08.19 (KW 33)
Stichwort: Gemüsekids 2019
Betreuung und Anmeldung: Gregor Putze, gregor@kartoffelkombinat.de 

4. Ferienwoche: 19.-23.08.19 (KW 34)
Stichwort: Wilde Entdecker
Betreuung und Anmeldung: Gregor Baumert, naturkinder-gregorba@posteo.de
Die Teilnahme an einer oder an beiden Wochen ist möglich

KOSTEN:
150,00 € pro Kind/Woche, Abrechnung über das Kartoffelkombinat. 
Als Geno-Mitglieder zusammen mit dem Kartoffelkombinat „der Verein“, wollen wir für 2 Familien solidarisch sein und halten deshalb 2 Plätze für 75,00 € vor. Bitte schreibt uns an.

Bitte meldet Euer Kind/er bis zum 15.07.2019 verbindlich an. Das Sommercamp findet ab 12 Kindern pro Woche statt. 
Im Doodle seht ihr den aktuellen Stand der Anmeldungen, bitte tragt euch dort ebenfalls ein. Weitere Details gibt’s ihr im Forum unter: www.kartoffelkombinat.de/sommercamp

Wir suchen Dich! Lust uns beim Camp zu unterstützen?
Gregor und Gregor benötigen noch ein paar UnterstützerInnen (ErzieherInnen, Eltern, junge Erwachsene, Interessierte) die sich vorstellen können, uns für mind. 2 Tage oder den gesamten Zeitraum zu unterstützen. Schickt bei Interesse eine Mail an gregor@kartoffelkombinat.de.

Das Klima, Die EU & Deine Wahl

Am Sonntag ist EU-Wahl. Aber warum ist diese Wahl überhaupt so wichtig?
Nun, die wesentlichen Gesetze und Rahmenbedingungen werden schon lange nicht mehr in Berlin, sondern in Brüssel verhandelt. Nehmen wir z.B. die 58.000.000.000 Euro Landwirtschaftssubventionen. Der Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hält leider weiterhin an der Agrarpolitik von gestern fest.

„Geld soll weiter pauschal Landbesitz belohnen, fast egal, wie darauf gewirtschaftet wird. Damit stellt sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen jene Bauern, die mehr für Bienen, Klima und Wasser tun wollen. Besonders Bio-Bauern zeigen: Klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft funktioniert, ist aber nicht umsonst zu haben.
Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) muss dringend umsteuern und mit den Milliarden Steuergeldern die Bauern honorieren, die unsere Ressourcen aktiv schützen.
Wer etwas leistet für Umwelt und Gesellschaft, muss stärker unterstützt werden.“ kommentiert Dr. Alexander Gerber, Vorstand vom BÖLW (Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft).

Die EU-Wahl wird unmittelbaren Einfluss auf die anstehende Reform der GAP und die Förderung von strukturschwachen Regionen haben. Und wir können für die notwendige Erhöhung der EU-Klimaziele und mehr Ehrgeiz der Mitgliedstaaten beim Ausbau der erneuerbaren Energien abstimmen. Die Europawahl wird Einfluss darauf haben, ob wir in Zukunft Zugang zu sauberem Wasser haben, denn die dafür zuständige Wasserrahmenrichtlinie soll abgeschwächt werden. Es geht bei der Wahl darum, ob und welche Rahmenbedingungen für Gentechnik definiert werden und ob gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen. Es wird sich entscheiden, ob bei der Zulassung von Pestiziden deren Umweltverträglichkeit strenger bewertet wird und wie die EU-Chemikalienverordnung umgesetzt wird.

Letztlich wird sich zeigen, ob die Interessen der Wirtschaft und Großkonzerne mehr zählen als die von Umwelt- und VerbraucherInnenschutz. 

In den letzten Monaten haben Initiativen und Bündnisse überregional und lokal gezeigt: die zivile Gesellschaft drückt „Klimaschutz“ stärker denn je in den Fokus. Alleine in Bayern gab es, angefangen mit dem Volksbegehren Artenvielfalt, dem Radentscheid München, den FridaysForFuture etc. viele Petitionen und Proteste zum Thema Klima- und Artenschutz. Und das ist auch gut so. Und blieb nicht ungehört. So schmücken sich nun Parteien, die für Umweltschutz bis vor kurzem wenig bis gar keinen Platz in ihren Parteiprogrammen hatten, ihre Plakate zur EU-Wahl mit lippenbekenntnissgleichen Claims wie „ökologisch und sozial“, um die Gunst der WählerInnen zu halten. 

Und auch beim TV-Duell vor der Wahl (zu sehen in der ZDF-Mediathek), haben sich die SpitzenkandidatInnen für die Europawahl eine lebhafte Debatte geliefert und es sind vor allem Unterschiede bei der Klimapolitik deutlich geworden! Hier gibt’s einen guten Überblick über die Klimapositionen der einzelnen Parteien:
www.kartoffelkombinat.de/klimapolitik

Junge internationale Bündnisse, wie z.B. die ParentsForFuture-Bewegung rufen auch noch in dieser Woche auf, in Sachen Klimaschutz nicht locker zu lassen und organisieren die europaweite Klimademo am kommenden Freitag. Und wer überprüfen möchte, welche Partei zu den eigenen Überzeugungen am besten passt, kann dies unter folgendem Link tun: www.kartoffelkombinat.de/wahl-swiper

Das grosse Artensterben

Auf der großen UN-Konferenz zur Artenvielfalt in Paris zeichnen Experten ein dramatisches Bild: die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme habe ein bedrohliches Niveau erreicht. Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten könnten schon in kurzer Zeit für immer verloren sein. In Deutschland dafür maßgeblich verantwortlich: die Agrarpolitik mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden.

Ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, bluten unsere Landschaften aus, verstummen Vogelarten und verschwinden über die Hälfte der Insekten. Damit aber noch nicht genug, auch das Grundwasser ist mehr und mehr belastet, was zu weiteren Problemen führt. Neben der Flächenversiegelung sind die vorherrschenden landwirtschaftlichen Strukturen Haupttreiber dieser Entwicklung. 58 Milliarden Euro beträgt das jährliche EU- Budget für Agrarsubventionen. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger.

Nur ein Bruchteil dieser Gelder fließt an LandwirtInnen die sich für Artenschutz und intakte Ökosysteme engagieren und es gibt viel zu wenig Anreize für LandwirtInnen, naturverträglich zu wirtschaften. Milliardenschwere Subventionen fließen überwiegend in die intensive Landwirtschaft.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert über die Flächenprämien hauptsächlich Großstrukturen, denn rund 80 % der Gelder gehen an die größten 20 % der Betriebe. Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen werden kaum berücksichtigt.
Die Folge: hohe Pestizidbelastungen und überdüngte, ausgeräumte Flächen ohne Hecken und Ackerrandstreifen.

Das muss sich jetzt ändern – mit einer Reform der EU-Agrarpolitik! Die derzeitigen Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik bieten uns nun die Chance, das Ruder noch herumzureißen. Wir müssen Platz schaffen für die Natur in der Ackerlandschaft.

Neben der Abstimmung bei der EU-Wahl am 26. Mai, könnt Ihr im Vorfeld unter mitmachen.nabu.de/meine114euro direkt bei Euerer/m EU-Abgeordneten eine neue naturverträgliche Agrarpolitik einfordern.

Wie die deutsche Agrarpolitik für das Artensterben mit ihren Monokulturen und dem ungebremsten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden maßgeblich verantwortlich ist  und welche Rolle unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) – ganz im Sinne der Interessen der Agrarlobby – dabei spielt, ist im ARD-Beitrag „Das große Artensterben“ zusammengefasst. Sehenswert: www.kartoffelkombinat.de/ard-beitrag