KW 21

Diese Woche gibt es*: .
Chinakohl, Pak Choi,
Karotten, Packerl Hanfsamen,
Salatkopf, Topf Basilikum,
frischer Knoblauch
*Verteilung variiert je Kistengröße

DOK.Fest Filmtipps & Gewinnspiel

Es ist wieder soweit, und doch ganz anders. Das 35. DOK.fest München findet erstmals online statt. Bis 24. Mai könnt Ihr die besten internationalen Dokumentarfilme direkt auf Eure heimischen Bildschirme streamen – darunter 21 Weltpremieren und 69 Deutschlandpremieren.

Wir haben eine super Filmauswahl aus dem Bereich Landwirtschaft & Nachhaltigkeit für Euch herausgepickt und verlosen 2×2 Tickets. Dazu einfach unter unseren Artikel den gewünschten Film-Titel als Kommentar hinterlassen. Viel Glück!

REGELN AM BAND BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT
Yulia Lokshina, Deutschland 2020, 92 Min.


In der Stadt wird am Gymnasium „Die heilige Johanna der Schlachthöfe” von Bertolt Brecht geprobt. Zur gleichen Zeit stirbt in der Provinz ein Leiharbeiter in der Maschine einer Fleischfabrik. Was sich wie ein schwarz-weiß angelegtes Lehrstück anhört, ist in Wirklichkeit ein kunstvoll gearbeitetes Mosaik aus klugen Fragen, präzisen Beobachtungen und filmischer Raffinesse. Dem Film gelingt ein Diskurs über die Warenwelt, in der wir uns laut Regisseurin „mit all unseren Illusionen und unserer Naivität selbst verorten können.” Mehr Infos und Trailer zum Film gibt es hier.

EINE FRAGE DER HALTUNG
Felix Remter, Miriam Remter, Deutschland 2020, 87 Min.

„Nutztiere wie Hühner, Schweine, Kühe können eingesperrt werden. Bei den Honigbienen ist das nicht möglich.“ André Wermelinger polarisiert, wie viele der kontrovers argumentierenden Imker und Experten. Es geht um das Überleben der Honigbiene: Eigene Schutzstrategien versus Varroabehandlung mit Medikamenten, das alte Handwerk der Zeidlerei versus wirtschaftliches Imkern. Eine ethnografische Filmerzählung, die nicht nur für Bienenspezialisten sehenswert ist! Mehr Infos zum Film gibt es hier.

WORKHORSE
Cliff Caines, Kanada 2019, 82 Min.

Schon in der Antike galt: das Pferd sei dem Menschen kein Sklave, sondern Freund. Cliff Caines’ Dokumentarfilm setzt diese jahrtausendealte Beziehung zwischen Tier und Mensch in schönsten Schwarzweißbildern in Szene. Durch verschneite kanadische Wälder und Äcker ziehen noch heute Bauern und Holzfäller mit Pferdefuhrwerken. In tiefgründigen Gesprächen reflektieren sie über den stetigen Wandel der Arbeit in der Landwirtschaft. Eine ebenso stille wie erhabene Ode, die lange nachhallt. Mehr Infos und Trailer zum Film gibt es hier.

THE WHALE FROM LORINO
Maciej Cuske, Polen 2019, 59 Min.

Lorino in Sibirien, im äußersten Nordosten Russlands: Hier lebt das indigene Volk der Tschuktschen. Die Jagd auf Wale ist tief in ihrer Mythologie verwurzelt, sie ist eine Notwendigkeit, um in harschen Wintern zu überleben. Die Überbleibsel sowjetischer Einflüsse verfallen gemeinsam mit den Walskeletten an der rauen Küste. Eine Ethnographie vor arktischer Kulisse. Mehr Infos und Trailer zum Film gibt es hier.

SMOG TOWN
Meng Han, China 2019, 80 Min.

Die Umweltbehörde in Langfang steht unter Druck: Die Stadt liegt im trüben Smogdunst. Die Luftverschmutzung ist eine der schlimmsten landesweit. Die Regierung in Peking will Besserungen – und zwar schnell. Eine Taskforce um den stellvertretenden Amtsdirektor Li und seinen Berater Hu zieht los. Von der kleinen Sprossenfarm mit Kohleofen bis hin zur Stahlfabrik – geschlossen wird, was Emissionen verursacht, oft zu Lasten der Ärmsten. Meng Han zeigt ein bürokratisches Drama, wie es aktueller nicht sein könnte. Mehr Infos und Trailer zum Film gibt es hier.

+++ GEWINNSPIEL +++
Wir verlosen in Zusammenarbeit mit dem DOK.fest jeweils 2×2 Tickets für die ausgewählten Filme. Wer mitmachen möchte, hinterlässt dazu unter diesem Artikel einen Kommentar mit dem Filmtitel, für den Ihr gerne Karten hättet. Unter allen Kommentaren, die bis zum 08.05. um 22:55 Uhr geschrieben werden, verlosen wir die Karten. Dazu geben wir die Namen und E-Mail-Adressen der 2 Gewinner*innen an DOK.fest München weiter. Viel Glück!

Das gesamte Programm findet Ihr unter www.dokfest-muenchen.de.
Copyright alle Bilder: DOK.fest München

LiMaX mAxImUs!

Hinter diesem Ausspruch verbirgt sich kein Zauberspruch, sondern der Name eines ziemlich außergewöhnlichen Mitbewohners in unserer Gärtnerei: der Tigerschnegel.
Eigentlich wollten wir Euch als Nächstes die Erdkröte vorstellen – doch bei der Salaternte ist uns der Tigerschnegel immer wieder zwischen die Finger gekommen – deshalb aus aktuellem Anlass nun mehr dazu:

Der Tigerschnegel sieht aus wie eine sehr große Nacktschnecke im Raubkatzen-Look. Doch anders als der Name vermuten lässt, ist er ganz zahm und zählt zu den Nützlingen auf unserem Acker. Denn Tigerschnegel essen mit Vorliebe totes Pflanzenmaterial, Moos, Flechten und Pilze. Für einen extra Proteinkick in seiner Ernährung – und Freudensprünge beim Gärtnereiteam – sorgt er durch seinen Konsum von Schneckeneiern. Somit dezimiert er kontinuierlich die gefräßigen Wegeschnecken, die sich sonst über unsere Salat- und Kohlköpfe hermachen. Ein bisschen Raubtier steckt auch in einem Tiegerschnegel, – so stehen nicht nur Schneckeneier, sondern auch ausgewachsene Schnecken auf seinem Speiseplan. Im Internet findet man einige Videos von spektakulären Verfolgungsjagden bei Nacht. Naja, so spektakulär wie Schneckenjagden eben sein können.

Allerdings berichten Hobbygärtner*innen resigniert, dass er Schnecken meistens nur anknabbert und dann wieder ziehen lässt. Wenn also angebissene Nacktschnecken im
Garten zu sichten sind, hat sich vermutlich ein Tigerschnegel angesiedelt. Ihn selbst sieht man nur selten, da er strikt nachtaktiv ist. Auf seiner meist grauen Haut befinden sich schwarze Flecken und Streifen. Dieses Muster hat ihm auch seinen Namen eingebracht. Das lateinisches „Maximus“ lässt es schon vermuten: Der Tigerschnegel kann eine Länge von bis zu 20 cm erreichen und gehört damit zu den Größten seiner Gattung.
Leider wissen viele Gärtner*innen nichts von seinen nützlichen Ernährungsgewohnheiten und bekämpfen ihn genau wie seine langsamen Verwandten. Auch Schneckenkorn unterscheidet nicht zwischen Schnegel und Schnecke, ein weiterer Grund also, um sparsam mit derartigen Mitteln umzugehen.

Meistens kommt der Tigerschnegel von ganz alleine in den Garten – vorausgesetzt Kost und Logies ist gestellt und genügend Unterschlupfmöglichkeiten geboten. Er bevorzugt dunkle und feuchte Orte, gerne richtet er sich sein Zuhause in Stein- oder Totholzhaufen ein. Bei uns ist er in den Gewächshäusern gesichtet worden.
Des Weiteren soll es helfen, abends geschnittene Champignons auszulegen, um den Tigerschnegel anzulocken. Sobald er einmal eingezogen ist, bleibt er zumeist zur Dauermiete und vermehrt sich fleißig. Wie bei fast allen Schnecken sind alle Tiere Zwitter, d.h. sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Zur Paarung umschlingen sich zwei Schnegel ganz eng und lassen sich an einem Schleimfaden von einem Ast herunterfallen – ganz schön abenteuerlich. Dann legen beide Tiere 100 bis 300 Eier, aus denen dann nach ein paar Wochen die kleinen weißen Babyschnegel schlüpfen.

Wer Tigerschnegel im eigenen Garten ansiedeln möchte, um die Nützlingsarbeit zu fördern, kann einfach mal in der eigenen Nachbarschaft fragen, ob jemand ein paar Exemplare zum weitergeben hat…

An alle Kids und Kreativen – macht mit bei der Tigerschnegel-Malaktion:

„Wie sieht Dein Tigerschnegel aus?“

Wir freuen uns über kreative, bunte, witzige Kunstwerke von Euch. Schickt Eure Bilder bis zum 24. Mai per E-Mail direkt an lias@kartoffelkombinat-ev.de – jeder kann mitmachen (keine Altersgrenze). Eure Kreationen werden wir im Nachgang in einer Online-Galerie auf der Vereinswebsite (www.kartoffelkombinat-ev.de) präsentieren.

30. ApRiL: WiR sInD AcHt!

Acht Jahre, in denen wir gemeinsam mit Euch der Vision eines Gemeinwohl- Unternehmens als Alternative zur Agrarindustrie einen riesigen Schritt näher gekommen sind.  

Seit acht Jahren ermöglichen inzwischen über 2.200 Haushalte mit etwas über 1.700 Ernteanteilen den Ausbau unserer genossenschaftlich organisierten Versorgungsstruktur im Großstadtgebiet mit fair erzeugtem Bio-Gemüse und damit viele tausend Menschen. Darüber freuen wir uns sehr!
Wir sind ein bisschen traurig, dass wir in diesem Jahr nicht wie gewohnt feiern können, aber wir sind sehr froh, dass es Euch alle da draußen gibt! Ob als Genoss*innen, als Verteilpunktbetreiber*innen, als Partner*innenbetriebe oder als Freund*innen und Unterstützer*innen jeglicher Art. 
 Gemeinsam sind wir stark!

Und wie es sich gehört, haben wir natürlich auch einen Geburtstagswunsch, der von Herzen kommt: Haltet Abstand, bleibt bitte gesund und lasst uns in der Post-Corona-Ära nicht wieder zum “Normalen” zurückkehren, sondern lasst uns alles dafür tun, das Artensterben, die Erosion der Böden, die Vernichtung der Ökosysteme und den Klimawandel aufzuhalten. Für unsere Erde, für alle Lebewesen darauf und für jene, die nach uns kommen.

So, das war jetzt ein bissl pathetisch und auch mehr als ein Wunsch – aber dafür sind Geburtstage ja da. 🙂

Was wünscht Ihr Euch für unsere gemeinsame Zukunft und was wünscht Ihr dem Kartoffelkombinat im neuen Lebensjahr? Schreibt’s uns bei Facebook – wir freuen uns drauf!

Wach gezwitschert – Tiere in unserer Gärtnerei

Basierend auf dem Kartoffelkombinat-Naturschutzkonzept, das Ende 2019 in unserer Kartoffelakademie präsentiert wurde, haben wir die Ärmel hochgekrempelt und ein großes Auftakttreffen für unsere Naturschutz AG geplant. Doch dann kam alles anders …
… aber auch die Coronakrise wird irgendwann vorbei sein und dann werden wir unsere Naturschutzbestrebungen auf unserem Hof gemeinsam wieder aufnehmen können, um die Artenvielfalt und Schutzräume für unsere „Untermieter*innen“ zu bewahren. Denn was da so kreucht und fleucht, fliegt und kriecht, buddelt und singt in unserem gemeinsamen Betrieb, ist ganz erstaunlich. Hier kommt die nächste Vorstellung von zwitschernden Zeitgenoss*innen – den Hausrotschwänzen aus Spielberg:
Früher lebte der Hausrotschwanz im Gebirge, jedoch schon vor Jahrhunderten folgte er dem Menschen in die Siedlungen und lebt heute oftmals mitten unter uns. Mit 14 cm ist er in etwa so groß wie ein Sperling oder Rotkehlchen. Das Männchen ist rußschwarz bis schiefergrau, wohingegen das Weibchen freundlichere Beige- und Brauntöne „trägt“. Der rostrote Schwanz ist bei beiden das deutlichste Erkennungszeichen.

Wie die meisten Vögel brüten auch Hausrotschwänze zweimal im Sommer für ca. 14 Tage. Dabei legen sie fünf bis sechs Eier und ziehen Ihre Jungen ca. 17 Tage im Nest auf. Ihr Nest bauen die kleinen Sänger*innen in Nischen oder Halbhöhlen aus Halmen, Wurzeln, Moos und stellen die Innenverkleidung aus Haaren und weichen Federn her. In der Gärtnerei gibt dafür viele gut geeignete Verstecke, so zum Beispiel auf den Balkenvorsprüngen am Hauptgebäude oder auf der Schiene vom hinteren Rolltor der Packhalle. Das wird derzeit kaum genutzt, und schwupps hat sich ganz aktuell dort bereits ein Pärchen zur Brut niedergelassen. 



Beim Nestbau sind Hausrotschwänze sehr pragmatisch und flexibel. In der Literatur gibt es zahlreiche Berichte über außergewöhnlichste Brutstellen, wie z.B. Radkästen von Baustellenfahrzeugen oder auf laufenden Generatoren. Sie sind also wahre Kulturfolger, denen Lärm, Störungen und Gestank des Menschen wohl, zumindest bei der Aufzucht der Kinder, nichts ausmachen.
Fliegen, Schmetterlinge, Spinnen, Raupen, Würmer und gelegentlich Beeren stehen auf dem Speiseplan der Hausrotschwänze und in unserer Gärtnerei sind sie häufig in den Gewächshäusern anzutreffen – dort helfen sie ordentlich mit und befreien unsere Tomaten und Auberginen im Sommer von gefräßigen Raupen und schädlichen Wanzen.
Wohl fühlen sich die Vögelchen dort sicherlich auch dadurch, dass wir als Naturlandbetrieb keine Insektizide und Pestizide einsetzen und so deren Nahrungsquellen erhalten bleiben. Weitere Naturschutzmaßnahmen sind in Planung, wie z.B. der Bau von Nisthilfen. 

In der Gärtnerei hält uns der Hausrotschwanz jedenfalls bei Laune durch sein frühmorgendliches Gezwitscher und die Nützlingsarbeit, die so manche Aubergine vor dem gemeinen Wanzenangriff rettet.
Sein Bestand hat übrigens gegen Ende des 20. Jahrhunderts deutlich zugenommen und gilt inzwischen als ungefährdet und stabil. Doch Feinde hat er allerhand: wie z.B. Sperber, Katzen, Falken und nicht zuletzt den Menschen bzw. die anhaltenden Veränderungen durch den Klimawandel und die Abnahme der Insektenvielfalt.