29.03. Film & Gespräch: The Green Lie

Umweltschonende Elektroautos, nachhaltig produzierte Lebensmittel, faire Produktion: Hurra! Wenn wir den Konzernen Glauben schenken, können wir mit Kaufentscheidungen die Welt retten. Aber das ist eine populäre und gefährliche Lüge. Gemeinsam mit der Greenwashing-Expertin Kathrin Hartmann zeigt Werner Boote – Filmemacher („Plastic Planet“, „Alles unter Kontrolle“) in seinem neuen Dokumentarfilm, The Green Lie, wie wir uns dagegen wehren können.

Im Anschluss an den Film wird es eine Gesprächsrunde mit Hartmann und Boote geben. Moderation: Willi Pfaff (VollCorner) und Daniel Überall (Kartoffelkombinat, anstiftung)

 

 

Wann & Wo?
Donnerstag, 29. März 20:15 – 22:15; Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz.

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GroKo – Was ist zu erwarten?

Seit letzter Woche steht der Koalitionsvertrag. Die Zeit der nächtelangen Verhandlungen ist vorbei und Deutschland hat (vielleicht) eine neue/alte Regierung. Doch was kommt da eigentlich auf uns zu? Was bedeutet die GroKo für uns, für die Landwirtschaft, den Klimaschutz, unser Wirtschaftssystem, für die Fragen unserer Zeit?

Hier eine kleine Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu den für uns wichtigen Schlüsselthemen inklusive weiterer Lektüre:

 

Landwirtschaft und Ernährung

Bereits der Einstieg in das Kapitel „Landwirtschaft und Ernährung“ macht direkt klar, wie die neue Regierung tickt: „Unser Ziel ist eine nachhaltige flächendeckende Landwirtschaft – sowohl ökologisch als auch konventionell“. Ah ja, überzeugende Logik. Wir spritzen also auf der einen Seite alles tot was nicht bei drei auf den Bäumen ist, während gleichzeitig Geld in Artenschutz und Bio-Siegel fließt?

 

Zum Thema Glyphosat-Ausstieg wird sich nicht konkret geäußert, der Einsatz soll „so schnell wie möglich“ beendet werden. Ein konkretes Datum findet sich aber nicht. Was steht noch drin? Das Töten männlicher Küken wird verboten. Das geplante Tierwohl-Label wird nicht für sämtliche Fleischprodukte eingeführt, sondern bleibt freiwillig. Der Ökolandbau soll bis 2030 die 20-Prozent-Marke erreichen.

 

„Das Insektensterben zu stoppen kann ohne den schnellen Ausstieg aus schädlichen Pestiziden wie Glyphosat und den besonders für Bienen gefährlichen Neonikotinoiden nicht gelingen. Skandalös ist, dass der unlauteren und von einer Bevölkerungsmehrheit abgelehnten Wiederzulassung des Pestizids Glyphosat kein verbindliches nationales Ausstiegsdatum entgegengesetzt wird. Wir fordern einen Glyphosat-Ausstieg innerhalb der nächsten drei Jahre. Der künftigen Bundesregierung muss ein Strategiewechsel hin zu einer Agrarpolitik gelingen, die Biodiversität und Insekten schützt, statt Agrarwüsten und Megaställe weiter zu fördern“, kommentiert Hubert Weiger, der Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

 

Umwelt und Klima

„Beim Thema Klimaschutz bietet der Koalitionsvertrag im Vergleich zum Sondierungspapier wenig Neues: Das deutsche Klimaziel für 2020 wird faktisch aufgegeben, die Sektorziele für 2030 sollen dafür per Gesetz verbindlich werden. Die Entscheidung über den Kohleausstieg wird in eine Kommission verschoben. Im Strombereich sollen erneuerbare Energien schneller ausgebaut werden, im Gebäude- und Verkehrsbereich fehlen konkrete Ziele. Auch einen CO2-Preis wird es zunächst nicht geben. Das Umweltministerium wird geschwächt: Es verliert die Zuständigkeit für den Bausektor. Gleichzeitig bleibt die Energiepolitik im Wirtschaftsministerium, das nun aber von der CDU geführt wird – ebenso wie die ebenfalls klimarelevanten Ministerien für Verkehr und Landwirtschaft. Durchgesetzt haben sich damit die Besitzstandswahrer beider Parteien gegen die jeweils eher schwach ausgeprägten umweltpolitischen Flügel“, so Malte Kreuzfeld in der TAZ.

 

„Mit dem Beschluss, das Klimaziel für 2020 aufzuschieben, wird ein wesentliches Wahlversprechen ignoriert, für das es eine große Mehrheit in der Bevölkerung gibt. Hier sind die GroKo-Verhandler vor der Kohlelobby eingeknickt. Das 2020-Ziel kann nur noch durch die rasche Abschaltung der klimaschädlichen Kohlekraftwerke erreicht werden – die dreckigsten und ineffizientesten zuerst. Der Koalitionsvertrag setzt mit einer Kohle-Kommission und einem Klimaschutzgesetz zwar mittelfristig Instrumente für Klimaschutz, versäumt es aber, die erforderlichen Festlegungen für das Hier und Jetzt zu treffen. Besonders dramatisch zeigt sich dies bei der Energieeffizienz, bei der die vage Strategie nicht zu der erforderlichen Reduktion des Energieverbrauchs führen kann“, kommentiert Hubert Weiger.

 

Energiewende

Bei der Energiewende scheinen die Versäumnisse erkannt und es soll nachgebessert werden. So soll der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor von derzeit 38 % bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 65 % steigen. Explizit gefördert werden soll auch die Windenergie und Photovoltaik. Mit einer zusätzlichen Kapazität von 4.000 Megawatt. Außerdem soll es einen Zusatzbeitrag der Offshore-Windenergie geben. Diese Sonderausschreibungen sollen je zur Hälfte 2019 und 2020 wirksam werden.

 

Digitalisierung

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Digitalisierung durch den Koalitionsvertrag. Einem Feld auf dem Deutschland lange Zeit als rückständig galt. Diese Zeiten scheinen vorbei. CDU und SPD haben erkannt, dass es ohne nicht mehr geht. Angefangen mit den „zehn Milliarden Euro, die Union und SPD in den Breitbandausbau stecken wollen – verbunden mit einem Rechtsanspruch auf schnelles Internet, der von 2025 an gelten soll. Es geht weiter mit Programmen zur digitalen Aus- und Weiterbildung, zu Investitionen in die digitale Infrastruktur der Schulen. Die Groko will selber viel investieren, aber auch die Forschung von Unternehmen steuerlich fördern, vulgo: Innovationen erleichtern, gerade in Zukunftstechnologien wie der Robotik, dem autonomen Fahren oder der künstlichen Intelligenz, wo Deutschland zur führenden Kraft werden soll“, so Ulrich Schäfer in der SZ.

 

Fazit: Interessen der Industrie und Lobby wieder einmal vor Mensch und Umwelt

Auch wenn nicht alles schlecht ist was da in Berlin beschlossen wurde und vieles auch zu erwarten war, ist es dennoch enttäuschend, dass es an so vielen Stellen an wirklich wirksamen und konkreten Zielen und Messgrößen für eine gerechtere, klima- und menschenfreundlichere Zukunft fehlt. Es gilt das Credo: Lobby vor Gemeinwohl. Es geht um ein Wirtschaftssystem in dem die wichtigste Kenngröße nach wie vor das wirtschaftliche Wachstum ist. Money first.

 

Einen Kulturwandel in unserem Sinne – Gemeinwohl, Kreislaufwirtschaft, Solidarität, enkeltaugliche Wirtschaft – wird es nicht geben. „Das klar ausgegebene Ziel heißt Vollbeschäftigung und die Marschroute lautet, dass es „auch in zehn, fünfzehn Jahren noch Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung“ geben soll. Insbesondere in Kombination mit dem kaum vorhandenen Kapitel Klima, bleibt die Fixierung auf Wachstum, auf das BIP bestehen“, so Politikwissenschaftlerin und Social Business Beraterin Julia Post. „Der Kompass bleibt die Soziale Marktwirtschaft. Ursprünglich ja auch mal eine innovative Idee, die aber dringend ein Update benötigt“, so Post weiter. Andere Ziel- und Wertevorstellungen haben leider keinen Platz gefunden im Koalitionsvertrag.

 

Auch Hubert Weiger zeigt sich enttäuscht: „In zu vielen Politikbereichen siegt bei Union und SPD der kleinste gemeinsame Nenner. Die Chance auf eine sozial-ökologische Wende wird wieder einmal vertan. Einige wenige gute Ansätze können nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim Klima, dem Verkehr und der Landwirtschaft weiterhin die Interessen einzelner Industriezweige wie der Kohle-, Auto- und der Agrarlobby Vorrang vor Menschen und Umwelt erhalten. Die GroKo setzt sich zwar die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung als Maßstab, flankiert diese aber nicht wirksam. So bleibt Nachhaltigkeit nur eine Worthülse. Eine GroKo werden wir daran messen, ob sie unverzüglich nach der Regierungsbildung mit effektiven Sofortmaßnahmen bei dringlichen Themen wie Klimawandel, Dieselskandal, Artensterben und Glyphosat-Ausstieg nachsteuert.“

 

Und hier noch etwas Lesestoff, für alle die noch nicht genug haben:

 

Was sagen die Grünen?

https://www.tagesschau.de/inland/groko-koalition-gruene-101.html

 

Es ist nicht alles nur schlecht:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik-der-koalitionsvertrag-ist-besser-als-viele-glauben-1.3859485

 

Energie:

https://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Koalitionsvertrag-So-will-die-Regierung-die-Energiewende-voranbringen-9039565.html

 

Innere Sicherheit:

https://netzpolitik.org/2018/innere-sicherheit-im-koalitionsvertrag-mehr-polizei-mehr-ueberwachung-mehr-datenaustausch/

 

Umwelt und Klima:

http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/24253-uebersicht-koalitionsvertrag
https://www.bund.net/aktuelles/detail-aktuelles/news/koalitionsvertrag-groko-verschleppt-dringend-notwendige-sozial-oekologische-wende-buergerwunsch-nach/

 

Landwirtschaft:

https://www.agrarheute.com/politik/wichtigste-fuer-landwirtschaft-groko-vertrag-542482

 

Social Entrepreneurship:

https://www.openyourwindow.de/2018/02/08/groko-koalitionsvertrag-steht-was-ist-drin-f%C3%BCr-social-entrepreneurship/

 

2018 – was steht an?

Nach dem Gartenjahr ist ja bekanntlich vor dem Gartenjahr. Nachdem wir letztes Jahr mit Vollgas unsere neue Gärtnerei in Spielberg zum Laufen gebracht haben, geht es nun in die zweite Runde und wir freuen uns wie Bolle auf alles was ansteht (naja, zumindest auf das Meiste davon 😉 ).

 

Investitionen, faire Arbeitsbedingungen & Co … was uns 2018 so alles erwartet/beschäftigt:

 

  • Inklusive des Gärtnereikaufs haben wir für die Infrastruktur in Spielberg bislang knapp 1,1 Mio. Euro investiert. In diesem Jahr kommen nochmals rund 180.000 Euro dazu. Diese Investitionen finanzieren sich aus unserem Eigenkapital (= Geno-Anteile) und einem Darlehen der GLS-Bank.
  • Durch die vielen laufenden Kosten, die an so einem landwirtschaftlichen Betrieb hängen und mit unserem Anspruch, allen Mitarbeitern faire Gehälter zu zahlen (was wir noch nicht so gut schaffen, wie wir es gerne täten), müssen jährlich Ausgaben von mittlerweile über einer Million Euro gedeckt werden. Diese Kosten finanzieren sich über die monatlichen/halbjährlichen Einzüge für Ernteanteil und Aufbauumlage.
  • Gleichzeitig folgen wir dem im Leitbild festgelegten Prinzip, dass die Ernteanteile des Kartoffelkombinats von der Breite der Bevölkerung bezahlbar sein sollen. Das funktioniert auf dem Niveau der derzeitigen Ernteanteilskosten, wenn wir bis 2020 auf ca. 1.600 Haushalte wachsen und die Gesamtkosten dann auf diese vielen Schultern verteilen können. Somit ist es auch in 2018 das A und O, uns wieder um 200 Mitglieder zu vergrößern.
  • In 2017 lag unsere Eigenversorgungsquote (d.h. die Menge des Gemüses, das wir aufs gesamte Jahr gerechnet in Spielberg angebaut haben) bei 50 Prozent und in 2018 planen wir mit fast 70 Prozent.
  • Einen weiteren Schwerpunkt sollen gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen bilden. 
  • Unser extensives Anbaukonzept (z.B. ein Drittel der Fläche in Regeneration, siebenjährige Fruchtfolge, …) muss sich zwar noch bewähren, aber wenn die Erträge weiter so gut ausfallen, müssen wir uns keine Sorgen machen. Aber wir müssen noch besser kommunizieren, wenn es auf den ersten Blick Ungewöhnliches in den Ernteanteilen gibt. Z.B. Grünkohl im Sommer. Den Gärtnern war es ein Anliegen, die unteren Blätter (der Pflanzen, die es dann klassisch im Winter gibt) nicht verwelken zu lassen, sondern auch diese mit in die Kisten zu packen. Dies sorgte wohl bei einigen GenossInnen für Unmut und wir bekamen leider deren Austrittsschreiben. Davon lassen wir uns aber nicht abhalten, auch weiterhin danach zu streben, so wenig wie möglich zu verschwenden (zum Vergleich: in normalen Betrieben bleiben bis zu 40 % der verwendbaren Ernte auf dem Feld oder landet auf dem Kompost). Wichtig ist nur, dies ordentlich weiterzukommunizieren.
  • Tierpark-Koop: Im neuen Europateil des Tierparks wird es einen Bauerngarten geben, der vom Kartoffelkombinat e.V. errichtet und betreut wird. Im dazugehörigen Bildungs-Konzept wollen wir zeigen „was die Ernährung in München mit der Erhaltung der Biodiversität weltweit zu tun hat“. Der Tierpark bietet mit seinen zwei Millionen Besuchern pro Jahr eine neue Plattform, über die wir „unsere Ziele“ auch an diejenigen vermitteln können, die wir sonst nicht so gut erreichen. Der Tierpark hat bereits jetzt ehrenamtliche Mitarbeiter, die Artenschutzbotschafter, die die Besucher für den Artenschutz und für die Erhaltung der Biodiversität begeistern sollen. Mehr Infos zum Thema im Forum.

Noch kein Mitglied?
Damit wir unser Ziel – 1600 Haushalte bis 2020 – erreichen, freuen wir uns auch 2018 wieder über zahlreiche Neumitglieder.

 

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Weitere Informationen findet ihr Hier (als Flyer) und hier (als Einzelseiten).

Warum die deutsche Landwirtschaftspolitik die Welt ruiniert

In Berlin lädt die deutsche Agrarindustrie aktuell wieder zur Grünen Woche. Was so schön und nett klingt, bedeutet in Wahrheit das Schaulaufen einfamilienhausgroßer Erntemaschinen, glänzende Hightech-Massenställe und Glyphosat-Jünger-Klassentreffen. Warum das jeden Einzelnen was angeht, zeigt Kathrin Hartmann in ihrem Kommentar zur Situation der deutschen Landwirtschaft sehr eindringlich und prägnant auf.
> Unbedingte Leseempfehlung!

 

Ausweg: extensiver Biolandbau statt agrarindustrielle Monokulturen

Rückblick 2017: Unser erstes Jahr im eigenen Betrieb

Für uns im Kartoffelkombinat ging 2017 ein ganz besonderes Jahr zu Ende: Fünf Jahre nach Gründung bewirtschaften wir nun endlich eigenen Grund und Boden. Im schönen Spielberg bei Mammendorf im Landkreis Fürstenfeldbruck. Es war das erwartet turbulente und ereignisreiche erste Jahr, aber unterm Strich sind wir arbeitsfähig und selbst ein wenig überrascht, wie gut wir letztendlich alles hinbekommen haben. Hier ein kleiner Rückblick in Bildern.

 

Ein neues Kapitel beginnt…

Vertragsunterzeichnung

Unterzeichnung des Kaufvertrags: Simon Scholl, Horst Bokelmann, Herr und Frau Würstle, Daniel Überall (v.l.n.r.)

 

Die Genossenschaft erwirbt zum Jahreswechsel 2016/17 den neuen Betrieb – eine ehemalige Baumschule in Spielberg. 7 ha Eigentum (5,3 ha mit Betriebswohnung, Gebäuden und Gewächshäusern sowie 1,7 ha reine Ackerfläche) dazu kommen noch 11 ha angrenzende Pachtflächen vom Partnerbetrieb Auracher. Endlich hat das Kartoffelkombinat eine Heimat und das Konzept “gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft – genossenschaftlich organisiert” kann ohne Kompromisse und konsequent umgesetzt werden!

 

 

Die ruhige Winter-Idylle im Januar 2017 trügt. Vom ersten Tag an gibt das Team Vollgas. Denn die neu angeschaffte Baumschule ist kein Gemüsebaubetrieb und eine entsprechende Infrastruktur muss erst geschaffen werden. Sehenden Auges steuert das Kartoffelkombinat in seine bislang größte Herausforderung. Das Jahresziel lautet: ein Wachstum von 850 auf 1.100 Ernteanteile bei einer Gemüse-Eigenversorgungsquote von 50%. Das bedeutet, dass die Hälfte des gesamten Jahresbedarfs (immerhin 45.000 Gemüsekisten) 2017 bereits in der eigenen Gärtnerei auf unbekannten Böden angebaut werden muss. „Wieso solch ein Stress?“ mag man sich da fragen. Das Kartoffelkombinat möchte möglichst schnell seine optimale Größe erreichen. Sowohl die wirtschaftliche Betrachtung, als auch der gärtnerische Blick auf die zur Verfügung stehenden Anbauflächen zeigt, dass das Kartoffelkombinat bis 2020 auf etwa 1.600 Ernteanteile anwachsen muss, um eine optimal ausgelastete, ökologisch extensiv anbauende Gärtnerei betreiben zu können.

 

 

Die Böden der Gewächshäuser sind im Frühjahr 2017 noch total verdichtet. Dort standen jahrzehntelang schwere Pflanzkübel. Während der ersten Mitgärtner-Aktion des Jahres wird der Boden auf 40 cm Tiefe umgegraben und gelockert.

 

 

Auf der ehemaligen Baumschule entsteht innerhalb kurzer Zeit eine komplett neue Infrastruktur: von einem Bewässerungssystem mit neu gebohrtem Grundwasser-Brunnen, 100.000-Liter-Tank als Gießwasser-Zwischenspeicher und hunderten von Metern neu verlegter Bewässerungsrohren, über einen Gemüsekisten-Packraum mit neuer Kühlzelle, bis hin zur Automatisierung der seitlichen Belüftungsfenster in den alten Gewächshäusern.

 

 

Am 30. April 2017 feiert das Kartoffelkombinat sein Hofeinweihungsfest und den fünften Geburtstag der Genossenschaft. Zum Fest kamen ca. 600 Menschen (!). Dieser Tag markiert gleichzeitig den sog. “Logistik-Switch”. Nach dem endgültigen Aus- und Umzug aus der Gärtnerei Schönbrunn, die 2,5 Jahre Heimat des Kartoffelkombinat war, laufen ab sofort der gesamte Anbau und die Logistik über die eigene Gärtnerei in Spielberg. Ein waschechter Meilenstein!

 

Doch nicht alles läuft rund…

 

Das Wetter im Frühjahr 2017 zeigt sich in Spielberg von seiner extremen Seite. Das Kartoffelkombinat erlebt zunächst ein sehr trockenes Frühjahr, dann kommen Spätfröste dazu und schließlich heftige Regenfälle. Die Gärtner müssen improvisieren und spontan Gräben buddeln um das Regenwasser abzuleiten …

 

 

Dann folgen Hitze und Trockenheit, doch das Bewässerungssystem ist noch nicht einsatzfähig, so dass ein Bypass zum Trinkwasseranschluss gelegt werden muss, um zumindest mit Leitungswasser statt mit Brunnenwasser bewässern zu können.

 

 

Der Lieferant für unsere sehnlichst erwarteten Jungpflanzen (Tomaten, Auberginen, Brokkoli und Kräuter) rutscht an einem regnerischen Tag samt Palette von der Hebebühne seines LKW. Glück im Unglück: dem Fahrer ist nichts Schlimmes passiert und die kaputten Tomaten und Auberginen können teilweise noch nachbestellt werden.

 

Aber die Erfolge überwiegen deutlich…

 

 

Insgesamt baut das Kartoffelkombinat über 50 verschiedene Gemüsekulturen an, diese teilweise sogar in mehreren Sorten. Im ersten Jahr sind es 51% eigenes Gemüse und 49% von ausgewählten Partnerbetrieben. 2018 soll der Anteil der Eigenproduktion auf voraussichtlich 67% ansteigen. Geplant sind nicht weniger als 57.000 Ernteanteile, in denen sich 120.000 kg Kartoffeln, Tomaten, Grünkohl, Feldsalat, Äpfel, Zucchini, Rote Bete, Spinat, Lauch, Pastinaken, … und 200.000 Stück Salatköpfe, Minigurken, Auberginen, Kresseschalen, Knoblauch, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Rettich befinden werden. Und nicht zu vergessen: 32.000 Bund Kräuter, Agretti, Mairübchen und Frühlingszwiebeln.

 

 

Kaum zu glauben aber wahr: 2017 werden im Kartoffelkombinat die ersten eigenen Kartoffeln geerntet! Die Lernkurve ist phänomenal, denn der Anbau von Kartoffeln ist eine Wissenschaft für sich. Es braucht mehrere Anläufe bis schließlich alle Kartoffeln geerntet sind. Der Vollernter kommt nur schlecht mit den verhältnismäßig schweren Böden zurecht und lässt die Ernte-Crew leider immer wieder im Stich.

 

 

Jeden Sommer das gleiche Problem: die Tomaten werden reif und alle fahren in den Urlaub. Und wie jedes Jahr werden dann die überschüssigen Tomaten in einer Profiküche unter professioneller Anleitung und unter tatkräftiger Unterstützung dutzender Kartoffelkombinat-Mitglieder eingekocht und so für die Wintermonate haltbar gemacht.

 

 

Erfolgsfaktor Mitgärtnern: Bei den großen Ernteaktionen im Oktober baut das Gärtnerteam abermals auf die Unterstützung aus der Genossenschaft.  Generell sind die zweiwöchentlichen Mitgärtner-Aktionen in 2017 ein echter Erfolg und die Nachfrage danach ist mittlerweile ungebrochen, so dass das Team plant, während der Saison 2018 jede Woche Mitgärtner-Aktionen anzubieten.

 

Wir sagen DANKE für dieses großartige Jahr, die enorme Unterstützung die wir erfahren durften und das große Vertrauen unserer Mitglieder.

 

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Damit wir unser Ziel – 1600 Haushalte bis 2020 – erreichen, freuen wir uns auch 2018 wieder über zahlreiche Neumitglieder.

 

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Hier (als Flyer) und hier (als Einzelseiten) könnt Ihr Euch unseren Flyer über das Kartoffelkombinat ansehen und auch gerne mit interessierten Leuten teilen.