foodswap startet in München

foodswapmucFood Swaps sind regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, bei denen selbstgemachte Lebensmittel oder eigenes Obst und Gemüse mit anderen Leuten getauscht und verkostet wird. Gestartet ist das Ganze wie immer am Start in den USA und nach Berlin, Köln und Hamburg soll jetzt München beglückt werden.

Wie ist Food Swap München organisiert?
Es gibt kein Gewerbe oder Laden. Die Organisatoren produzieren tolle Lebensmittel als Hobby und weil’s schmeckt. Es gibt keinen öffentlicher Markt für den es zahlreiche Vorschriften wie Gewerbeanmeldung und Hygienerichtlinien gibt. Getauscht wird ausschließlich im privaten Rahmen.

Kann man bei Food Swap München auch was kaufen?
Nein. Hier werden rein Lebensmittel und Rezepte getauscht. Es werden keine finanziellen Interessen verfolgt und die Organisatoren werden auch von keinem Unternehmen oder zahlendem Sponsor unterstützt.

Unter www.foodswapmuc.wordpress.com und www.facebook.com/foodswapmuc findet Ihr alle Infos. Am 5. Dezember ist der Auftakt in www.eisfrei.net.

Transparenz im Supermarkt – so geht’s

Am vergangenen Freitag gab es wieder eine der famosen, monatlichen Vorträge im Rahmen der ausgezeichneten Kartoffelakademie. Referentin war diesmal Heidrun, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern und natürlich Genossin im Kartoffelkombinat.

akademie-verbraucherschutz-supermarktFür viele Kunden ist der Einkauf mit Stress verbunden, denn oft fällt es schwer, die Kennzeichnung von Lebensmitteln & Co zu entziffern, das Sortiment zu überschauen und die strategischen Tricks und Fallen zu erkennen. Gerade wer qualitäts- und gesundheitsbewusst einkauft, möchte eine gewisse Sicherheit bei der Wahl.

Geführt von Heidrun konnten wir durch einen virtuellen Supermarkt bummeln, um verschiedene Themen zu durchleuchten und zu hinterfragen: Welche psychologischen Strategien werden für uns Kunden leicht zur Einkaufsfalle? Wie lassen sich Lebensmittelimitate erkennen? Was wird pflichtgemäß gekennzeichnet und dennoch oft übersehen? Was ist EU–Bio-Ware? Welche Namen hat der Zucker noch? … regionale Herkunft mit Tücken … geklebter Schinken … fast alles ist möglich.

Vielen Dank an Heidrun für den kurzweiligen und erkenntnisreichen Abend!

Dank jahrelanger Weltraumforschung Smartphones und Internet gibt es für den Alltag ein paar ganz sinnvolle Helfer, die wir hier kurz auflisten:

codecheck.info
Für seine Produktinformationen greift Codecheck.info auf renommierte Experten zurück: Deren von der Industrie unabhängigen Organisationen sind schon lange und international tätig oder stehen als staatliche Institutionen unter ständiger Aufsicht. Momentan arbeitet Codecheck.info mit Informationspartnern aus folgenden Feldern: Kosmetische Inhaltsstoffe, hormonell wirksame Inhaltsstoffe, E-Nummern, Label/Gütesiegel, Nährwerte
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wegreen.de
„Einfach umweltbewusst und fair einkaufen“ – Mit der WeGreen Nachhaltigkeitsampel kann man die Nachhaltigkeit von 4 Millionen Produkten aus 180 Shops vergleichen.
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wermachtwas.info
Die Datenbank gibt Verbrauchern Auskunft darüber, welche Hersteller und deren Produkte – direkt oder aufgrund einer Verbindung zu einem anderen Unternehmen Tierschutz-Kriterien nicht erfüllen und welche Alternativen es dazu gibt.
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Greenpeace-Fischratgeber
Der Greenpeace-Fischratgeber gibt Antworten darauf, welcher Fisch guten Gewissens auf den Teller darf. Und er liefert Infos zu mehr als 100 Speisefischarten.
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ToxFox
Mit der ToxFox-App haben Sie die Möglichkeit, Pflegeprodukte direkt im Laden auf hormonell wirksame Inhaltsstoffe zu überprüfen. Einfach scannen und Auskunft erhalten!
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Kennt Ihr noch weitere gute Datenbanken, Apps und/oder Infoquellen?

Stadtentwicklung mit dem Gartenspaten

Neulich sind wir auf eine interessante Seite gestoßen: http://speiseraeume.de
Der studierte Raumplaner Philipp Stierand bloggt hier über Lesenswertes rund um urbane Lebensräume und Ernährung.

Gemeinschaftsgarten "o'pflanzt is" (Foto: Christa Müller)

Gemeinschaftsgarten „o’pflanzt is“ (Foto: Christa Müller)

Er schreibt: „Stadt und Ernährung sind zwei Begriffe, deren enge Verbindung sich in den letzten 100 Jahren aufgelöst zu haben scheint. Mit den Kuh- und Ziegenställen, den Küchengärten und den Schlachtbänke ist auch das Thema Ernährung aus den Städten verschwunden. Lebensmittel kommen vom Land, Ernährungspolitik wird irgendwo gemacht.

Die Verunsicherung der Verbraucher durch eine lange Reihe von Lebensmittelskandalen, die Diskussionen um den Klimawandel, sich verschärfende Umweltprobleme und die Volkskrankheit Fettsucht ändern dies gerade.

Es werden neue Anforderungen an die Lebensmittelversorgung formuliert: Vertrauen, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Fairness. Mit diesen neuen Herausforderungen kehrt die Ernährungspolitik auf die städtische Ebene zurück.“

Sein sehr empfehlenswertes eBook gibt’s hier als kostenlos PDF, die Kurzfassung könnt Ihr hier lesen (vielen Dank an Philipp für die Genehmigung!):

Stadtentwicklung mit dem Gartenspaten: Umrisse einer Stadternährungsplanung

Rückkehr lokaler Ernährungspolitik. Im aktuellen, industriellen Ernäh­rungssystem spielen regionale und lokale Versorgungsstrukturen keine Rolle mehr. Zusammen mit der Bedeutung des lokalen Ernährungssystems ist auch die städtische Ernährungspolitik verschwunden. Mit neuen Fragestellungen, dem Druck der Probleme auf der städtischen Ebene und dem Versagen des Marktes bei Umwelt- und Gesundheitsfragen ist eine neue Notwendigkeit für lokale Ernährungspolitik entstan­den. Besonders in den USA wird die Stadtplanung als Teil dieser Politik verstanden.

Probleme städtischer Lebensmittelversorgung. Der gesellschaftliche Aufwand der Nah­rungsmittelproduktion ist im Gegensatz zum individuellen Aufwand weiterhin hoch. Er wurde externalisiert und schlägt sich heute im Ressourcen- und Umweltverbrauch nieder. Gleichzeitig ist Fehlernährung ein Massenphänomen. Das zeigt sich besonders am Übergewicht – mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Zudem hat Ernährung eine soziale Dimension: Ob sich jemand gesund oder ungesund ernährt, hängt auch vom sozialen Status und der Bildung ab.

Chancen des Ernährungssystems. Die Beschäftigung mit Ernährung kann Städten neue Entwicklungsperspektiven eröffnen. In der urbanen Landwirtschaft werden Mitwirkung und Mitbestimmung thematisiert, wird mit neuen Formen der Raumaneignung und -gestaltung experimentiert, werden neue Arbeits- und Lebensformen ausprobiert. Mit der Regionalisierung von Ernährungssys­temen versuchen Verbraucher, Institutionen und Politiker, sich Einfluss auf die Le­bensmittelversorgung zu sichern. Wenn es um Veränderungen im Ernährungssystem geht, wird zuerst an einen verantwortungsvollen Konsum appelliert. Doch für grundsätzliche Veränderungen ist der ganze Bürger gefragt: ein politischer Bürger mit zivilgesellschaftlichen Engagement, der das Ernäh­rungssystem mitgestaltet – und eine Stadt, die dabei unterstützt und Rahmenbedingungen setzt.

Potenziale des Ernährungssystems für die Stadtentwicklung. Das Ernährungssystem gestaltet unsere Städte in sozialer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht mit. Die Poten­ziale einer Gestaltung des Ernährungssystems durch die Stadtplanung gehen weit über das Thema Ernährung hinaus, sie betreffen zentrale Stadtentwicklungsfragen. Stadtpla­nung kann nicht nur helfen, Probleme im Ernährungssystem zu lösen, sondern das Ernäh­rungssystem kann als Instrument für Stadtentwicklung eingesetzt werden.

Ernährungsplanung für ein urbanes Ernährungssystem. Um die Entwicklung der Stadt zu fördern, nimmt Stadternährungsplanung durch räumliche und programmatische Maßnahmen gezielten Einfluss auf das Ernährungssystem. Die Aufgabenbereiche der Ernährungsplanung erstrecken sich von der Bestandsaufnahme über Entwicklung von Leitbild und Zielen, Aufgaben der Information, Koordination, Förderung bis zur räumlichen Planung. Die räumliche Planung kann das Thema Ernährung in eigenständigen Ernährungsplänen behandeln, Ernährung als eigenständiges Thema in übergreifende Planungen einbeziehen und bei Planungsentscheidungen berücksichtigen.

Welternährungstag

Tomatenernte

Bio-Tomatenernte im Kartoffelkombinat

Heute ist wieder ein Weltdingsbumstag – diesmal geht es um Ernährung. Der Welternährungstag oder Welthungertag findet jedes Jahr am 16. Oktober statt und soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit über eine Milliarde Menschen an Hunger leiden. Und auch wenn der laut UN die Ernährungslage generell besser wird, kann man bei 24.000 Verhungerten am Tag(!) nicht von einer Entspannung der Situation sprechen.

Warum wir in den Industrieländern mit unserem Konsumverhalten und den Finanzinvestitonen zu globaler Lebensmittelverknappung beitragen, wird hier und hier beschrieben.

Die vielen Hungertoten könnten von den Lebensmittel, die wir in Europa wegwerfen übrigens 3x ernährt werden. Aber warum verschwenden wir eigentlich so viele Lebensmittel?

Hier die Hauptgründe, warum rund 30% der angebauten Nahrungsmittel nicht auf unserem Tisch landet:

  • Wir denken in Handelsklassen
    zu dick, zu dünn, zu rot, zu grün, zu krum, zu gerade … was nicht der Norm entspricht kommt gar nicht erst in den Handel und wird aussortiert
  • Wir erwarten immer das (optisch) Perfekte und wollen die freie Auswahl
    Volle Brotregale, Obst und Gemüse, Fleisch, Milch und Käse – ob bis spät abends oder am Samstag, alles ist immer verfügbar. Dass dies nur mit einer geplanten Überproduktion und anschließenden Entsorgung der nichtverkauften Produkte funktioniert ist genau so logisch wie verwerflich.
  • Wir werfen weg und kaufen neu
    In der modernen Versorgungsstruktur sind wir entkoppelt vom Anbau und der Weiterverarbeitung. Für uns kommt Strom aus der Steckdose und das Essen aus dem Supermarkt. Wir werfen weg, was wir nicht mehr „brauchen“ und bei Bedarf wird’s einfach neu gekauft.

Wir wollen auch möglichst wenig Geld für Nahrungsmittel ausgeben, im Vergleich mit anderen Nationen ist Deutschland hierbei traditionell auf den letzten Plätzen zu finden. Wir fahren in teuren Autos und kaufen billige Lebensmittel – die Franzosen zum Beispiel machen es genau andersherum. Dabei sind die Produkte nur vermeintlich billig, denn der Markt gibt den Druck entgegen der Wertschöpfungskette weiter … den Ersten beissen die Hunde. Erschreckend niedrige Löhne, ausbeuterische Strukturen, Verlust der Artenvielfalt durch Monokulturen, Verbrauch von Böden und generell die Schädigung unseres Ökosystems sind der wahre Preis, den wir alle gemeinsam bezahlen – auch wenn wir Bioprodukte kaufen. Aber wie besser machen?

Wir müssen weg von der Finanzbezogenheit und wieder das Gemeinwohl ins Zentrum stellen. Naiv-romantisch? – vielleicht. Realistisch? – auf jeden Fall. Denn immer mehr Menschen nehmen die Dinge wieder selbst in die Hand. Für das Kartoffelkombinat zum Beispiel heißt einer dieser Lösungswege Solidarische Landwirtschaft. Was das ist und wie’s funktioniert erklären wir in diesem kleinen Film:

Kleine Anmerkung: aktuell liefern wir die Ernteanteile sogar bis zu unseren Genossenschaftsmitgliedern nach Hause. Und wer jetzt etwas akut gegen Lebensmittelverschwednung unternehmen will kann hier mitmachen.

 

Lebensmittelverschwendung (arte-Doku)

Aus der Sendebeschreibung von arte:
„Vieles wird derzeit knapp in Europa: Arbeit und bezahlbarer Wohnraum in den Metropolen zum Beispiel. Nur Lebensmittel gehören wohl nicht dazu. Wie sonst ist es zu erklären, dass in der EU jährlich 90 Millionen Tonnen davon weggeworfen werden? Eine unvorstellbare Menge – pro Bürger sind das beinahe 180 Kilogramm! Auch Brüssel hat das Problem erkannt – und will die Menge des verschwendeten Essens bis 2025 um die Hälfte reduzieren. Zunächst einmal sollen große Aufklärungskampagnen Abhilfe schaffen. Viele junge Europäer machen lieber Nägel mit Köpfen – überall auf dem Kontinent bilden sich Initiativen gegen das Wegwerfen von Essen. Wie die wachsende „Culinary Misfits“ – Bewegung. Deren Mitglieder ziehen über vermeintlich abgeerntete Felder, und sammeln, was was Erntemaschinen liegen ließen – Feldfrüchte, die wegen ihrer Größe und Form nicht der Norm entsprechen. Die sind nichts anderes als: perfekte Nahrungsmittel.“

Mehr zu den Protagonisten:
http://culinarymisfits.de/
http://www.wurstsack.com/
http://www.feeding5k.org/
http://www.tristramstuart.co.uk/
http://www.stopspildafmad.dk/inenglish.html

Industrielle Lebensmittel und Allergien – gibt es einen Zusammenhang?

Immer mehr Menschen, vor allem Kinder, leiden unter Allergien. Die extreme Häufung der Fälle in den letzten Jahren erstaunt die Experten, denn der rasante Anstieg ist nicht mit genetischer Veranlagung zu erklären.

Zum Wochenende haben wir noch einen Beitrag zu industriell hergestellten Lebensmitteln gefunden:

Ich versuche mich an zwei Regeln zu halten:

  1. iss nichts, was mehr als 7 Zutaten hat
  2. iss nichts, dessen Inhaltsstoffe Du nicht buchstabieren kannst

In diesem Sinne, guten Apettit und ein schönes Wochenende 🙂