wie alles anfing …

Mit diesem Eintrag starten wir unser kontinuierliches Tagebuch, in das wir jedoch nicht täglich etwas schreiben werden – darum müsste es eigentlich „Immermalwiederbuch“ heißen.
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Wie alles anfing …

Durch meine Initiative Stadtimker.de beschäftige ich mich unter anderem mit den jahreszeitlichen Besonderheiten und der gefühlten Unabhängigkeit von diesen durch unseren vermeintlich modernen Lebensstil.
Je tiefer ich im vergangenen Jahr in diese Thematik eingestiegen bin, um so deutlicher wurde mir, was direkt vor unserer Haustüre schiefläuft. Zusammengefasst:

  • Wir sind entkoppelt von den Abläufen der Natur (Spargel aus Peru zum Weihnachtsmahl) – was extreme Energieverschwendung bedeutet und in vielerlei Hinsicht massive, negative Folgen nach sich zieht.
  • Verstehen die Zusammenhänge nicht mehr (oder wusstest Du, dass rund die Hälfte unserer Lebensmittel – bis zu 20 Millionen Tonnen allein in Deutschland – im Müll landet? Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot -> mehr Info auf der Website von „Taste the Waste“).
  • Zerstören unseren ursprünglichen Lebensraum (siehe hier).
  • Machen uns zu 100% abhängig von einer globalisierten Versorgung (kleines Gedankenexperiment: wie würdest Du Dich ernähren, wenn die Supermärkte – aus welchen Gründen auch immer – einfach mal zwei Wochen geschlossen hätten?).

Im Sommer 2011 entwickelte sich dann die Idee einer Webplattform, die nach einer „ich suche“ / „ich biete“ Logik, PLZ-bezogen Biolebensmittel-Produzenten und Haushalte zusammenbringt. So sollten mehr Menschen Zugang zu den Produkten aus ihrer Region bekommen und die regionalen Versorgungsstrukturen gestärkt werden.

Mit einer handvoll Leuten besprach ich diesen Gedanken und bekam immer die Rückmeldung: ist zu technisch, muss persönlicher sein. Also recherchierte ich erstmal, was es in den unendlichen Weiten des Internets schon gibt, stieß auf tolle Projekte wie z.B. ortoloco, die park slope food coop oder auch das Portal Solidarische Landwirtschaft. Zum ersten Mal begegnete mir der Begriff CSA, also die Community Supported Agriculture – hierzu kann ich diesen wunderbaren Film „Farmer John“ empfehlen:

Die Idee einer technischen Plattform erschien immer unpassender. Mit Siggi Fuchs gab es in München bereits einen CSA-Gärtner, mit der Biokiste auch schon einen Lieferservice – aber was es noch nicht gab, ist ein Projekt, dass die generelle Versorgung mit regionalen und saisonalen Produkten anstrebt – wenn man so will, eine simulierte Dorfgemeinschaft … und kann es Zufall sein, dass es immer heißt „München ist ein Dorf“?

In den nächsten Tagen schreiben wir Euch, was bisher geschah …