Am Samstag in München: Protest gegen Monsanto

Wir als Kartoffelkombinat unterstützen das Anliegen der Veranstaltung ausdrücklich und rufen Euch zur Teilnahme auf:

Protestveranstaltung für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Artenvielfalt “MARCH AGAINST MONSANTO” – WELT WEIT AUF DIE STRASSE – in 327 Städten in 41 Ländern

Monsanto ist Weltmarktführer für gentechnisch verändertes Saatgut. Dem Konzern gehören weltweit bereits über 90% der Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut. In jedem Land kooperieren Unternehmen mit ihnen, u.a. Syngenta, Bayer, BASF und KWS.

Die gentechnisch veränderten Pflanzen sind entweder resistent gegen das firmeneigene Totalherbizid “Roundup” oder produzieren selbst das Gift gegen einen Fraßschädling (z.B. BT-Mais). Diese Pflanzen sind patentiert. Monsanto und Partnerunternehmen verlangen Lizenzgebühren für die Saat. Seit Jahren versuchen Firmen auch konventionelle Pflanzen patentieren zu lassen. Bei Brokkoli, Sonnenblume, Melone, Tomate, Chili und vielen mehr ist es ihnen schon gelungen. Die Liste der Patentanträge, die eingereicht wurden, ist lang. Da die meisten Monsanto-Saaten sterile Pflanzen hervorbringen, sind die Agrarbetriebe gezwungen, jede Aussaat neu zu kaufen. Der gesamte Produktionszyklus kommt aus einer Hand, in die selbstverständlich die Gewinne fließen. Währenddessen fließen die produktionsstützenden Gifte ins Grundwasser.

Wenn die produzierten Getreidesorten und Früchte nicht sofort im Supermarkt landen, gelangen sie als Nutztierfutter in unsere Nahrungskette. Seit Tollwut, BSE und Hühnergrippe wissen wir, dass das unschön enden kann.

Zu keinem Zeitpunkt sind im Vorfeld von Verkauf und Produktion Untersuchungen zum Einfluss genmanipulierter Nahrung auf irgend eine Spezies vorgenommen worden. Der Mensch aß unwissentlich schon länger genmanipulierte Nahrung. Erst 1995 fand die erste Universitäts-Studie an mit genmanipulierter Nahrung gefütterter Säugetieren statt, die natürlich oft auch unsere Nahrung darstellen. In dieser Studie wurden – im Vergleich zu natürlich gefütterten Tieren – 36 unterschiedliche Entwicklungen der inneren Organe festgestellt. Die möglichen Konsequenzen sind weitgehend unerforscht und unabsehbar für Mensch, Tier und Umwelt. Das einzig Absehbare ist der enorme Profit für Monsanto.

In 10 Jahren wurden die Flächen mit gentechnisch veränderten Kulturen auf mehr als 100 Millionen Hektar ausgeweitet. 90% der weltweit genutzten Samen stammen von lediglich vier Unternehmen, die daraus allein 2012 einen Gewinn von über 22 Milliarden US-Dollar schöpften. Gleichzeitig sind von unseren heimischen Kulturpflanzen in den letzten Jahren 75% ausgestorben.

Was tun die europäischen Regierungen in diesem Fall? Sie verhandeln seit dem 6. Mai über ein Gesetz, das im ersten Entwurf darauf abzielt, nur noch zugelassenes Saatgut pflanzen zu dürfen. Die Kriterien für eine Zulassung sind: gleiche Größe, gleiche Form und gleiche Farbe, also Konformität. Die alten und seltenen Kulturpflanzen erfüllen diese Kriterien nicht und sterben gänzlich aus.

WIR ENTSCHEIDEN HEUTE, WAS WIR, UNSERE KINDER UND TIERE IN ZUKUNFT ESSEN – UND WER ES PRODUZIERT.

Sobald als Norm eingeführt ist, dass Saatgut samt Patenten Eigentum Weniger sein kann, werden wir von Monsanto & Co abhängig sein. Die USA ist es schon und hat diesem Unternehmen und seinem kriminellen Wirken rechtliche Immunität erteilt. Unsere Politiker sind auf dem besten Weg, dem dramatischen Beispiel zu folgen und vor der Macht dieser Konzerne und ihren Lobbyisten in die Knie zu gehen, die so die Kontrolle über die Bevölkerung erlangen.

Wir demonstrieren am 25. Mai weltweit und klären in über 290 Städten auf. Nicht nur gegen das Monsanto-Konzept, sondern für eine gesunde Landwirtschaft und Ernährung sowie für Sorten- und Arten-Vielfalt.

Wann? 25. Mai 2013 von 14:00 – 20:00 Uhr
Wo? München, am Karlsplatz, Stachus
Was? Protest, Information, Musik!

Alle Info-Links auf einen Blick: http://action-freedom.de/monsanto-muc/
Finanzielle Hilfe für Druckkosten und Bühnentechnik: http://www.startnext.de/auf-die-strasse

Veranstaltet wird das Münchner Event von einer Gruppe Freiwilliger.

Co-Organisator ist die WEEAC
Sponsoren: Ökoring Handels GmbHAmperhof-Ökokiste – Naturkind – Ökokiste KirchdorfUmweltinstitut

Kontakt: Dominic Titus – Bacherstr. 36 – 81539 München – dontexist@action-freedom.de – 0176-78091241 http://action-freedom.de/

Gezeichnet: Dominic Titus, Tarek Mantaoglu, Rosi Reindl, Tatjana Radjevic, Julia Reuter, Uwe Siwek, Zain Raza, Philip Zue Iris von Rekowski, Anton Ditt, Jürgen Babel, Jörg Brüggemann

Erntet die Sprossen, Genossen!

Sie teilen den Gemüseertrag, aber auch das Ausfallrisiko: Solidarische Landwirtschaften sind in Deutschland immer mehr im Kommen. Ihre Mitglieder wollen wieder eine Beziehung zu ihrem Essen haben. Mit dem Kartoffelkombinat kommt der Trend nach München.

Zwei Kilo Kartoffeln, 1,2 Kilo Zwiebeln, 1,2 Kilo Karotten sollen es werden. Susanne schaut auf die Waage vor ihr, greift rechts neben sich, links neben sich und legt alles in die Waagschale. Eingepackt in einen langen schwarzen Daunenmantel, unter dem eine blaue Gärtnerschürze hervor lugt, steht die 54-Jährige im ausgekühlten Hofladen der Gärtnerei Klein. Mit ihren von der Erde verdreckten Händen rafft sie das Gemüse zusammen und legt es in eine der 85 grünen Plastikkisten, die sie heute gemeinsam mit der Studentin Anna packen muss. Noch Sellerie und Sauerkraut dazu, von Anna kommen rote und gelbe Beete, Postelein und Schnittlauch. Dann ist die Kiste der Woche fertig gepackt  und kommt auf den Stapel der abholbereiten Ernteanteile.

257940_332199520207309_1188598091_o

Susanne und Anna stehen zweimal pro Woche hier im Laden und füllen kistenweise Gemüse ab, genau abgewogen und gerecht verteilt. Beide sind Genossinnen im Kartoffelkombinat: einer solidarischen Landwirtschaft, die im Mai 2012 ins Leben gerufen wurde.

Das Kartoffelkombinat ist erst die zweite Initiative dieser Art in München, doch deutschlandweit hat sich das Konzept in den vergangenen Jahren stark verbreitet. 2007 gab es nur neun Höfe und Initiativen – insgesamt.

Heute bieten 31 Höfe und Gärtnereien und 33 Initiativen die Möglichkeit, sich am Betrieb zu beteiligen und dafür Ernteanteile zu bekommen. Der Anstieg zeigt: Der Ansatz trifft den Nerv der Zeit.

Packpause. Bei Tee und Gebäck wärmen sich Susanne und Anna in der Küche der Gärtnerei auf. Seit September übernimmt Susanne das Kistenpacken für das Kartoffelkombinat. Ihr Bekannter Daniel Überall, einer der Gründer der Genossenschaft, hatte ihr vor einem Jahr an ihrem  Gartentor von seinem neuen Projekt erzählt – für Susanne der erste Kontakt mit solidarischer Landwirtschaft. Nach einiger Recherche war sie von dem Plan begeistert. „Mir wurde erst da bewusst, dass der Landwirt im vor hinein produziert und erst auf dem Markt erfährt, ob seine Arbeit die Mühe wert war“, erinnert sich Susanne. „Die Idee der Gemeinsamkeit finde ich toll und dass der Bauer dadurch in finanzieller Sicherheit anbauen kann.“ Auch dass sich das Kombinat auf Gemüse aus der Region und je nach Saison beschränkt, gefällt ihr. Entschieden sagt sie: „Ich kaufe nichts, was Flugmeilen auf dem Buckel hat.“ Beim Kartoffelkombinat weiß sie, woher ihr Gemüse kommt. Sie selbst kniete schon mit Gärtner Sigi über dem feuchten Feldsalat, mit nackten Händen im Winter. „Hier wird hart gearbeitet“, weiß sie heute – und ist sich dessen bewusst.

„Bei uns bist du kein Kunde“
Für Daniel Überall ist das einer der Erfolgsfaktoren des Kartoffelkombinats. „Wenn du im Supermarkt Paprika kaufst, weißt du nichts darüber. Bei unserem Paprika weißt du alles – wo er gewachsen ist, wer ihn angebaut hat.“ Die Transparenz des gläsernen Betriebs, bei dem man jederzeit vorbeifahren kann und den Gärtner persönlich kennt, wüssten die Genossen zu schätzen. Ebenso die Tatsache, dass keine Lebensmittel verschwendet werden: „Ob krumm, schief, nicht durchgängig gefärbt – wir schmeißen nichts weg.“ Was wächst, kommt in die Kiste, so wie man es auch bei Gemüse aus dem eigenen Garten machen würde. „Der Unterschied zu Bio-Kisten ist, dass du bei uns kein Kunde bist. Du zahlst nicht für ein Kilo Tomaten oder ein Gurke, sondern beteiligst dich an den Gesamtkosten.“  Als würde man im eigenen Garten anbauen und ernten und essen, was reif ist. Dafür sind die Mitglieder bereit, sich mit 62 Euro pro Monat zu beteiligen. Mithilfe ist gerne gesehen, aber keine Pflicht.

200 Haushalte beliefert das Kombinat zurzeit. Weitere 250 stehen auf der Warteliste. Mit diesem Erfolg hatten weder Daniel Überall noch sein Partner Simon Scholl gerechnet, als sie sich im Winter 2011 für die Gründung einer solidarischen Landwirtschaft entschieden. Warum ausgerechnet dieses Projekt? „Es ist die deutlichste Form, um sich vom klassischen kapitalistischen System mit Preis- und Lohndumping, Lebensmittelverschwendung und der Zerstörung des ökologischen Systems abzugrenzen“, sagt Überall. Nicht etwas gegen das System, sondern etwas Konstruktives daneben wollten sie schaffen und machten sich auf die Suche nach einer geeigneten Gärtnerei. Die fanden sie im Betrieb von Sigi Klein.

Im Mai starteten sie eine Testphase mit Familie und Freunden. „Wir wollten mit 15, 20 Kisten beginnen, aber jeder holte noch jemanden dazu. So waren es gleich 40“, erzählt Überall. Und es ging Woche für Woche so weiter: „Schnell waren wir 60, dann 80, dann 100.“ Die beiden Mittdreißiger, einer Kommunikationswirt, einer gelernter Betriebswirt, hatten anfangs mit 10 zusätzlichen Haushalten pro Monat gerechnet. „Schließlich ist eine regionale und saisonale Versorgung eine große Herausforderung für jemanden, der sich bislang aus dem Tengelman versorgt hat.“ Nichtsdestotrotz kommen immer noch drei bis fünf Anfragen pro Tag.

Landwirte und Verbraucher suchen Sicherheit
Viele Münchner hören mit dem Kartoffelkombinat zum ersten Mal von sozialer Landwirtschaft, dabei ist das Konzept nicht neu, weiß Katharina Kraiß, Koordinatorin im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft. „Die Idee hat sich seit den 80er Jahren in verschiedenen Teilen der Welt wie Frankreich, USA oder Japan unabhängig voneinander entwickelt.“ In Deutschland entstand die erste Wirtschaftsgemeinschaft 1989. Damals seien vor allem die Sorge um Lebensmittelsicherheit und die Erkenntnis, dass die Verantwortung für die Landwirtschaft eine gesellschaftliche ist, der Anstoß gewesen. Auch für den deutlichen Anstieg in den letzen fünf Jahren kennt die Expertin die Gründe: „Nach den Lebensmittelskandalen suchen die Verbraucher stärker nach Transparenz, Qualität und Regionalität, auf der Landwirtschaftsseite steigt der Existenzdruck.“ Soldarische Landwirtschaften bieten Mitgliedern wie auch Produzenten mehr Sicherheit.

Für Daniel Überall und Simon Scholl ist das nicht genug. Sie haben Pläne mit dem Kartoffelkombinat, wollen, dass aus der Genossenschaft noch mehr eine Gemeinschaft wird, die sich über die Gemüselieferung hinaus kennt, hilft, engagiert. Sie wollen Kurse und Workshops über Gärtnern, Imkern und Einmachen einführen, an denen sich jeder beteiligen und so vom Können der anderen profitieren kann. Bis es soweit ist, steht weiter das Gemüse im Vordergrund.

Wie für Susanne und Anna. Nach der kurzen Kaffepause stehen die Genossinnen wieder fokussiert vor ihren Waagen. 35 Kisten sind schon befüllt, 50 müssen sie noch packen. Doch das machen sie gerne – auch trotz der Kälte. „Das hier ist ein guter Ort“, sagt Susanne lächelnd. Beide fühlen sich angekommen – in der Gemeinschaft des Kartoffelkombinats.

die erste Ernte

Anmerkung: Dieser Text entstand als Übungsfeature der Jungjournalistin Dagmar Bartosch, wir fanden ihn einfach zu toll, um in nicht irgendwo veröffentlicht zu sehen – darum haben wir das kurzer Hand übernommen :-)

Rückblick auf’s erste Mitgärtner-Treffen

Endlich sind die Minusgrade überstanden und endlich können wir loslegen. Pünktlich um 8.00 Uhr startete unter Sigis Anleitung die erste “Mit-Gärtnergruppe”. Nach einer kurzen Einleitung und einer für viele überraschenden Atem-Konzentrationsübung pflanzte das  Team 1 den Biergarten-Radi und das Team 2 die Radieschen sowie Mai-Rübchen.

Bildschirmfoto 2013-03-11 um 15.37.36
Nach getaner Tat, haben wir Konstanze gefragt, wie es Ihr gefallen hat.

Hat sich das frühe Aufstehen gelohnt?
Das hat sich definitiv gelohnt … allein die frische Luft und Ruhe um diese Zeit sind herrlich gewesen.

Welche Situation ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?
Sigi gab uns zu Beginn eine schöne meditative Aufgabe: wir sollten jeweils nach einer halben Stunde für eine Minute innehalten, unsere Aufmerksamkeit darauf richten wie es uns geht, wie wir uns fühlen und den Augenblick wahrnehmen ohne ihn zu werten. Später ist Simon zu uns gestoßen, alle haben sich angeregt unterhalten, da hat Aishe, unsere Frau mit Uhr, “Stopp” gerufen und wir sind alle in unserer Bewegung eingefroren und waren eine Minute still. Für einen Außenstehenden muss die Situation super bizzar gewesen sein. Nach Aishes “weiter”, meinte Simon nur: ” okay, klärt mich auf” … Wir haben uns schlapp gelacht.

Wie lautet Dein Fazit und bist Du mal wieder mit dabei?
Es war sehr schön zu sehen, wie in so kurzer Zeit ein Gruppengefühl entstehen kann. Es wurden e-mail Adressen getauscht, man hat interessante Lebensgeschichten gehört, es war eine Offenheit und ein Interesse für einander da, das war schon erstaunlich. Ich mache bestimmt wieder mit, immer werde ich es nicht schaffen, aber es sollen ja auch mal andere dürfen :-)

Vielen Dank an alle, die dabei waren!

Alles zu seiner Zeit – leben mit den Jahreszeiten

Jetzt beginnt eine der schönsten Jahreszeiten. Im Schatten ist es noch kühl, in der Sonne spürt man aber schon die Kraft und wohlige Wärme des Frühlings. Die Pflanzen hielten in den letzten Monaten ihren Atem an, nur um jetzt wie nach einem Startschuss loszulegen.

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum wir uns so über die hellen, warmen Tage freuen? Was uns direkt zu einem glücklicheren, gut gelaunten Zeitgenossen werden lässt, obwohl alles andere unverändert geblieben ist? Das Knirschen des Schnees unter den Schuhen im Winter, der Geruch nach einem warmen Frühlingsregen, die würzige Luft des Sommers und die goldenen Tage im Herbst. All das ist etwas Besonderes.

Hätten wir auch Sehnsucht nach diesen “perfekten Tagen” und eine ebensolche Wertschätzung wenn alles ein ununterbrochener, immer gleiche Fluss wäre?

Alles zu seiner Zeit.

Frühling

Stadtentwicklung mit dem Gartenspaten

Neulich sind wir auf eine interessante Seite gestoßen: http://speiseraeume.de
Der studierte Raumplaner Philipp Stierand bloggt hier über Lesenswertes rund um urbane Lebensräume und Ernährung.

Gemeinschaftsgarten "o'pflanzt is" (Foto: Christa Müller)

Gemeinschaftsgarten “o’pflanzt is” (Foto: Christa Müller)

Er schreibt: “Stadt und Ernährung sind zwei Begriffe, deren enge Verbindung sich in den letzten 100 Jahren aufgelöst zu haben scheint. Mit den Kuh- und Ziegenställen, den Küchengärten und den Schlachtbänke ist auch das Thema Ernährung aus den Städten verschwunden. Lebensmittel kommen vom Land, Ernährungspolitik wird irgendwo gemacht.

Die Verunsicherung der Verbraucher durch eine lange Reihe von Lebensmittelskandalen, die Diskussionen um den Klimawandel, sich verschärfende Umweltprobleme und die Volkskrankheit Fettsucht ändern dies gerade.

Es werden neue Anforderungen an die Lebensmittelversorgung formuliert: Vertrauen, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Fairness. Mit diesen neuen Herausforderungen kehrt die Ernährungspolitik auf die städtische Ebene zurück.”

Sein sehr empfehlenswertes eBook gibt’s hier als kostenlos PDF, die Kurzfassung könnt Ihr hier lesen (vielen Dank an Philipp für die Genehmigung!):

Stadtentwicklung mit dem Gartenspaten: Umrisse einer Stadternährungsplanung

Rückkehr lokaler Ernährungspolitik. Im aktuellen, industriellen Ernäh­rungssystem spielen regionale und lokale Versorgungsstrukturen keine Rolle mehr. Zusammen mit der Bedeutung des lokalen Ernährungssystems ist auch die städtische Ernährungspolitik verschwunden. Mit neuen Fragestellungen, dem Druck der Probleme auf der städtischen Ebene und dem Versagen des Marktes bei Umwelt- und Gesundheitsfragen ist eine neue Notwendigkeit für lokale Ernährungspolitik entstan­den. Besonders in den USA wird die Stadtplanung als Teil dieser Politik verstanden.

Probleme städtischer Lebensmittelversorgung. Der gesellschaftliche Aufwand der Nah­rungsmittelproduktion ist im Gegensatz zum individuellen Aufwand weiterhin hoch. Er wurde externalisiert und schlägt sich heute im Ressourcen- und Umweltverbrauch nieder. Gleichzeitig ist Fehlernährung ein Massenphänomen. Das zeigt sich besonders am Übergewicht – mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Zudem hat Ernährung eine soziale Dimension: Ob sich jemand gesund oder ungesund ernährt, hängt auch vom sozialen Status und der Bildung ab.

Chancen des Ernährungssystems. Die Beschäftigung mit Ernährung kann Städten neue Entwicklungsperspektiven eröffnen. In der urbanen Landwirtschaft werden Mitwirkung und Mitbestimmung thematisiert, wird mit neuen Formen der Raumaneignung und -gestaltung experimentiert, werden neue Arbeits- und Lebensformen ausprobiert. Mit der Regionalisierung von Ernährungssys­temen versuchen Verbraucher, Institutionen und Politiker, sich Einfluss auf die Le­bensmittelversorgung zu sichern. Wenn es um Veränderungen im Ernährungssystem geht, wird zuerst an einen verantwortungsvollen Konsum appelliert. Doch für grundsätzliche Veränderungen ist der ganze Bürger gefragt: ein politischer Bürger mit zivilgesellschaftlichen Engagement, der das Ernäh­rungssystem mitgestaltet – und eine Stadt, die dabei unterstützt und Rahmenbedingungen setzt.

Potenziale des Ernährungssystems für die Stadtentwicklung. Das Ernährungssystem gestaltet unsere Städte in sozialer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht mit. Die Poten­ziale einer Gestaltung des Ernährungssystems durch die Stadtplanung gehen weit über das Thema Ernährung hinaus, sie betreffen zentrale Stadtentwicklungsfragen. Stadtpla­nung kann nicht nur helfen, Probleme im Ernährungssystem zu lösen, sondern das Ernäh­rungssystem kann als Instrument für Stadtentwicklung eingesetzt werden.

Ernährungsplanung für ein urbanes Ernährungssystem. Um die Entwicklung der Stadt zu fördern, nimmt Stadternährungsplanung durch räumliche und programmatische Maßnahmen gezielten Einfluss auf das Ernährungssystem. Die Aufgabenbereiche der Ernährungsplanung erstrecken sich von der Bestandsaufnahme über Entwicklung von Leitbild und Zielen, Aufgaben der Information, Koordination, Förderung bis zur räumlichen Planung. Die räumliche Planung kann das Thema Ernährung in eigenständigen Ernährungsplänen behandeln, Ernährung als eigenständiges Thema in übergreifende Planungen einbeziehen und bei Planungsentscheidungen berücksichtigen.

Der Preis der Bananen

Habt Ihr schon mal gesehen, wie Bananen angebaut werden und was alles passiert bis die hier im Laden sind? Na dann:

95% der in Monokulturen angebauten Früchte sind giftig konventionell, nicht bio. Und die verwendetet Pestizide sind in der EU natürlich verboten, aber für Ecuador und unsere billigen Bananen durchaus gut genug.

Apfel-Sellerie-Gratin

Zutaten (Menge je nach Lust und Laune):
Äpfel
Sellerie
Kartoffeln
Schlagsahne
Salz, Pfeffer

Äpfel (z.B. Braeburn), Sellerie und Kartoffeln in dünne Scheiben
schneiden (von jedem etwa gleich viel) und abwechselnd in eine
Auflaufform schichten.

Mit Schlagrahm aufgießen (die Scheiben sollten wie bei Kartoffelgratin
fast vollständig bedeckt sein) und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei
180°C in den Ofen, bis es oben braun wird (ca. 20-25min).

Eine kalorienreduzierte Variante könnte man wahrscheinlich auch mit Milch
machen, hab ich aber noch nie probiert ;-)

Danke an Wibke für das Rezept!

Selleriesalat

Zutaten:
1 ganze Sellerieknolle
1 Zwiebel, klein gehackt
Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Prise Zucker

Die Knolle etwas sauber bürsten, dann im ganzen in Essigwasser weich kochen. Schälen und dann in dünne Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben, die gehackte Zwiebel dazu. Dann mit einer Marinade aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer und etwas Zucker vermischen und ne Weile durchziehen lassen.

Ein Butterbrot dazu und fertig ist eine kleine Mahlzeit.

Danke an Uschi für diese Schnellrezept!

Kürbissuppe

Außerdem noch eine gute Kürbissuppe für unsere Kürbisverächter ;-)

Zutaten (für ca. 4 Personen)
1 kg Kürbis (Muskat, Butternut oder Hokkaido), in Würfel geschnitten
500g Kartoffeln, in Würfel geschnitten
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 rote getrocknete Chilischoten, fein geschnitten (ohne Kerne)
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
Butterschmalz
1 EL frisch geriebener Ingwer
2 TL gemahlener Koriander
1 TL Kurkuma
3/4l Gemüsebrühe
125g Creme fraiche
Zitronensaft
60g fein gemahlene Mandeln
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
Salz, Cayennpfeffer

1. Butterschmalz erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten.
Ingwer, Chilis, Kürbis und Kartoffelwürfel hinzufügen und kurz
mitschmoren lassen. Koriander und Kurkuma zugeben, mit heißer Brühe
aufgießen und zum Kochen bringen. Zugedeckt auf mittlerer Flamme ca.
25min weich garen.

2. Mandeln ohne Fett in einer Pfanne rösten und beiseite stellen.
Frühlingszwiebeln in derselben Pfanne in wenig Fett anddünsten/leicht
braten.

3. Suppe fein pürieren, Creme fraiche unterrühren und nochmal
aufkochen. Dann mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Cayennepfeffer
abschmecken. Mit Frühlinsgzwiebeln und gerösteten Mandeln bestreut
servieren. MMMHHH!

Vielen Dank an Wibke für dieses Rezept!