Was bisher geschah …

Ende Oktober sprachen Simon und ich konkreter über unsere Ideen für ein CSA-Projekt. Wir trafen uns auf einen Spaziergang entlang der Würm, einem Stadtbach im Westen von München und hatten viel zu bereden. Am Ende des Tages (und das ist nicht als Phrase zu verstehen) saßen wir bei Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott und waren sicher – wir starten das gemeinsam.

Grünkohl im Januar

Grünkohl im Januar

Eine CSA, also eine Community Supported Agriculture, wird auf Wikipedia treffend so umschrieben: „Ein Landwirtschaftsgemeinschaftshof (oder auch Gemeinschaftshof) ist ein Zusammenschluss einer Gruppe von Verbrauchern und eines Partner-Landwirtes. Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie (für 6 Monate oder ein Jahr) für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig ökologisch). Diese Partnerschaft unterstützt eine lokale Produktion und eine lokale Ernährung.

Bereits damals wussten wir, dass wir in Bezug auf die Jahreszeiten irgendwie zu spät dran sind. Und so schafften wir uns zuerst eine sinnvolle und vor allem effiziente (sic!) Organisationsstruktur. Unter anderem weil wir an getrennten Arbeitsplätzen sitzen und noch viele andere Jobs und Verpflichtungen nebenbei haben, mussten erst einmal eine ganze Reihe von (onlinebasierten) Tools, her um der ganzen Informationsflut Herr zu werden (Highrise, Evernote, interner Blog, usw…).

Daneben nahmen wir, nachdem schnell klar war, dass wir das Experiment wagen werden, Kontakt zu potentiellen Kooperationspartnern, Organisationen und Leuten, die sich mit der Materie auskennen auf. Seitdem lernen wir regelmäßig unglaublich viel Neues und spannende Menschen kennen. Wir fühlen, dass wir uns mit dem Projekt am Puls der Zeit bewegen und viele Türen offen stehen. In einem Tweet drückte ich dieses Gefühl so aus:

Ein paar dieser Menschen / Organisationen möchten wir kurz nennen, nicht um des „Namedropings“ wegen, sondern weil wir diese besonders toll finden:

  • Die Regionale Wirtschaftsgenossenschaft ReWiG, die für ein neues gemeinwohlorientiertes Wirtschaften und den Realo als regionale Komplementärwährung antritt.
  • Den Waldgärtner Sigi Fuchs, bei dem wir lernen, dass CSA in München funktionieren kann und hierin noch enormes Potential steckt.
  • Die Genussgemeinschaft (ehem. Städter werden Bauern), die mit Johannes Bucej und Marlene Hinterwinkler die regionalen Produkte und Produzenten mit den Münchnern verkuppeln will.
  • Gisela Kinzelmann, die mit der Ökokiste des Amperhofs seit Jahrzehnten zeigt wie urbane Versorgung organisiert werden kann.
  • Sylvia Schirmer von der initiative-freiland.de
  • und Hubert Jacksch vom Lebensfeld Jacksch im wunderschönen Chiemgau
  • Christian Müller von unserer Schweizer Vorbild-Initiative ortoloco. Wir sind sehr dankbar für die vielen Erfahrungswerte, die die Schweizer Genossen mit uns teilen und freuen uns sehr über die Einladung nach Zürich.

Vielen Dank Euch allen für die bisherigen wertvollen Gedanken, Anmerkungen und Impulse. Noch haben wir nicht den perfekten Plan und wägen unterschiedlichste Varianten ab. Neulich stand gar die Option im Raum, vielleicht mit einem Genossenschaft-Supermarkt im Westend zu starten. Noch gänzlich ohne Genossenschaft, aber mit viel Zuversicht in unser Engagement und mit ungebremstem Tatendrang. Doch auch hier trafen wir eine weitere richtige Entscheidung: nämlich nichts zu überstürzen, den Zeitdruck auszuhalten und ein rundes Konzept auszuarbeiten. In den nächsten Tagen sitzen wir mit Vertretern der Stadt München zusammen, dann wissen wir mehr zu Räumlichkeiten und in welchem Stadtteil wir starten werden.

Ganz besonders freut uns Euer wohlwollendes Interesse, welches sich an den Followern auf Twitter und den Freunden auf Facebook zeigt – vielen Dank – denn nur gemeinsam können wir es schaffen!

Aktuell stehen konkret zwei Wege der Realisierung zur Diskussion:
a) wir wählen das klassische CSA-Modell und arbeiten mit einem bestehenden Betrieb (10 km außerhalb von München), bekommen von diesem einen vereinbarten Anteil der Ernte, sichern dem Betrieb dadurch einen Teil des Absatzes und erhöhen diesen Anteil von Jahr zu Jahr bis auf 100% des Betriebes.
Vorteil: keine logistischen, personellen, finanziellen Risiken, es kann sofort losgehen
Nachteil: wir haben nur bedingten Einfluss auf den Betrieb

b) Wir pachten und bewirtschaften selbst einen Betrieb (30 km außerhalb von München). Dort können wir komplett schalten und walten, wie wir es gemeinsam beschließen.
Vorteile: absolute Unabhängigkeit, das Projekt kann ganz nach unseren Vorstellungen gestaltet werden
Nachteile: logistische, personelle, finanzielle, fachliche Risiken

Wie seht Ihr das?

Hiermit schließe ich für heute … ein Blick auf die ToDo-Liste sagt alles:
→ Entscheidung für Variante a) oder b) treffen
→ Genossenschaft muss gegründet werden
→ gar nicht erst zu sprechen von der Herausforderung die Brücke vom Umland nach München zu schlagen und ein funktionierendes Verteilungssystem auf die Beine zu stellen.

also, weiter geht’s 🙂